Ninas Schmierblo(g)ck

Konservierungsmittel...

Platz für Neues

Geschrieben von Nina • Mittwoch, 26. November 2014 • Kategorie: Geschichten rund ums Dosensuchen
In letzter Zeit bin ich häufiger mal über relativ junge aber schon wieder archivierte Caches gestolpert, die mit den Worten "Hier ist jetzt Platz für Neues" ins digitale Nirwana geschubst worden sind. Und das einzig und allein aus diesem Grund! Wenn sich die Örtlichkeit verändert hat oder die Dose mehrfach verschwunden ist, der Owner keine Lust mehr hat oder weggezogen ist, oder inzwischen sein Listing, die Dose und alles drumherum als doof und minderwertig erachtet - da versteh ich Archivierungen. Aber aufwändige Listings, Rätsel und Dosen zu erstellen, um das Ding nach einem Jahr wegzuwerfen?

Kann man natürlich machen, ist aber kacke. Finde ich zumindest.

In einem Cacherprofil las ich die Worte "Platz für Neues" ebenfalls. Samt der Aufforderung, es ihm gleichzutun.

Ja aber... warum?

Um noch schneller noch mehr Punkte auf die eigene Statistik zu bekommen, ohne sich weit dafür bewegen zu müssen? Das erscheint mir in Hannover relativ sinnfrei, gibt es hier doch sowieso so viele Caches, daß es für die allermeisten, halbwegs normal lebenden und arbeitenden Menschen unmöglich sein wird, diese alle zu loggen.

Bei zweien der Archivierten las ich noch heraus, daß alle, die dem Owner wichtig gewesen wären, nun geloggt hätten.

Achso... Ja dann?!

Dann ist ein Cache gar nicht für die Allgemeinheit der Cacher gemacht? Von denen würden in einer größeren Stadt ja immer mal wieder welche vorbekommen. Reichen die Logeinträge der Unbekannten als Würdigung für das Auslegen und Erhalten eines Caches nicht aus? (Zugegeben, bei vielen Kurz- und Einheits-(Handy-)logs, selbst für aufwändigste Caches, könnte man fast ein wenig diesem Gedanken verfallen).

Oder ist Geocaching jetzt so schnelllebig geworden, daß man sich schon sputen muss, einen dieser Fast-Log-Cache zu erhaschen? Dann sollte man wohl Besten gar keine Rätsel im Voraus lösen, wenn man nicht die Zeit hat, baldigst seinen Nick in das Logbuch zu stempeln? (Seinen Nick, das Datum und vielleicht noch 2-3 nette Worte per Hand zu schreiben, dauert ja auch zu lange).

Und im Gegenzug gibt es ganze Platzhalter-Cacheserien, die auch nach Monaten und Jahren noch immer nur hingeworfene Filmdosen mit einem Listing sind, in dem auf 'was ganz grosses, tolles, was hier entstehen wird', hinweisen.

Kann man sich jetz' drüber aufregen, muss man aber eigentlich auch nicht.

In diesem Sinne: Happy Caching. Gern auch an steinalten Dinosauriercaches aus der Zeit, als man wirklich noch weit für einen solchen fahren musste.

Mein erster Where-i-go

Geschrieben von Nina • Sonntag, 1. Dezember 2013 • Kategorie: Geschichten rund ums Dosensuchen
Da ich in der jüngeren Vergangenheit das Un-Vergnügen hatte, wegen einem Bandscheibenvorfall wochenlang viel Zeit in Rückenschonhaltung liegend auf dem Sofa verbringen zu müssen, habe ich dieses unverhoffte Mehr an Zeit genutzt und einen lange gehegten Gedanken in die Tat umgesetzt: ich habe einen WhereIgo-Cache programmiert.

(Geo-)Caches sind GPS-gestützte Schnitzeljagden, Where-i-go-Caches eine Sonderform davon, bei der man das technische Equipment nicht nur zum Finden der GPS-Koordinate benutzt, sondern sich die ganze Cachegeschichte im Gerät befindet. Es ist beinahe ein Computerspiel ähnlich einem Textadventure, welches draußen gespielt wird. Bei ausreichend Mühe und Geschick des Cachelegers machen diese WhereIgos wirklich Spaß und verknüpfen virtuelle und reale Welt auf eine ganz besondere Weise miteinander.

Leider ist das Potential dieser Caches in der Realität eher gering, da die Firma Groundspeak, welche die größte Geocaching-Plattform (geocaching.com) betreibt und mit dieser auch die Heimat der WhereIgos (whereigo.com) besitzt, die Software für diese Cacheart schon seit vielen Jahren in einem schlechten Betastadium belassen hat. Sie scheinen einfach das Interesse dran verloren zu haben. Ihr eigener Builder (die Software, mit der man die Caches erstellt) hatte sein letztes Update im Mai 2008! Dementsprechend schlecht funktioniert er. Genau wie die Softwareversion die dank einer Partnerschaft zwischen den Firmen Garmin und Groundspeak auf manchen Garmin-GPS-Geräten zu finden ist.

Glücklicherweise gibt es aber längst OpenSource-Alternativen, sowohl für die cachende Smartphonefraktion (Android wie IPhone) als auch die Programmierer/Cacheowner. Unglücklicherweise sollte man aber natürlich für alle möglichen Plattformen programmieren, also schifft man momentan beim Basteln eines WhereIgo-Caches sehr unelegant an den vielen Stolperstellen der alten, schlechten Groundspeak-Garmin-Softwarevariante herum und wenn man mit einem Garmin-Gerät einen solchen Cache abläuft, sollte man das regelmäßige Speichern des Spielstands besser nicht vergessen! Genau wie ein Satz voller Akkus. Aus Gründen, die wohl nur im mystischen Bereichen zu erklären sind, laufen WhereIgo-Caches auf Garmins meist fehlerfreier, wenn die Akkus voll sind. Außerdem sollte man sehr, sehr viel Ruhe an den Tag legen und keinesfalls hektisch auf dem Garmins herumklicken, sonst stürzt es garantiert ab.

Derartige Probleme gibts auf den Smartphones meist nicht mehr, da hier die Software weiterentwickelt und von vielen Fehlern bereinigt worden ist. Dafür fehlt diesen oft die GPS-Genauigkeit. Not oder Elend? Am Besten nimmt man beides in Kauf, spielt parallel und bei packt für die den akkuhungrigen Smartphones gleich noch ein Akkupack mit ein.

Trotz alledem mag ich diese Caches und der Gedanke, einen zu programmieren, hat mir gefallen. Also las ich mich in die Thematik ein, besorgte mir einen von den Nutzern perfektionierten Builder (Urwigo), programmierte 1-2 der vielfach vorhandenen WhereIgo-Tutorials durch und bastelte mir meinen ersten WIG: Hexenschuß durch Kürbistorte.

Was jetzt doch irgendwie schneller und einfacher klingt, als es in Wahrheit gewesen ist. Das Suchen und mehrfache Ablaufen der Cachestrecke war dank der Rückenschmerzen eher schwierig, was aber nichts gegen den Zeitaufwand der Programmierung war. Natürlich dauert sowas beim ersten Mal sehr lange, immerhin muss man sich an die Software, die Programmierart (was mit dem Urwigo-Builder eher ein wenig informatiklastiges Klick-und-Schubs ist) und all die Hindernisse gewöhnen. So kann man zwar zum Beispiel Sounds einbauen, aber nur die Smartphones können mit mp3s umgehen. Für Garmins braucht man ein spezielles Sonderformat, was nur wenige Quitschtöne erzeugen kann. Immerhin kann man beide Soundarten gleichzeitig angeben und das jeweilige Gerät spielt nur die jeweils passenden ab. Leider blieben bei meinen Tests allerdings einige Töne einfach auf der Strecke. Ursache: bislang unklar. Bestimmte Dinge wie "Speichern und Beenden" (eingebaut nach einem Tod des Spielers) wollte auf keinem meiner Testgeräte funktionieren. Und vieles versagte einfach auf den Garmins. Mehr als 855 Zeichen in einer MessageBox bringen dieses unwiderruflich zum Absturz, ebenso wie die Nutzung von zu vielen Zonen (Bereiche, in denen etwas passiert), zu langen "Commands" (eine Art Befehlschaltfläche) und diversem, was an Position x funktioniert, bei Position Y jedoch einen Absturz provoziert. Und sowas gibts dann oft auch noch mit diesem schwer fassbaren "mal gehts, mal gehts nicht-Effekt". Von 5 Garmin Oregons kamen an einer Problemstelle meines Caches 3 weiter. Zwei blieben hängen. Wo ist der Unterschied? Und wie soll der Programmierer den finden und verändern? Eine ausführliche Liste der Dinge, die garantiert vermieden werden müssen, finden sich auf der auch sonst tollen Seite das-wherigo-handbuch.de.

Solche Hindernisse und Abstürze sind für beide Seiten seeeehr unbefriedigend und auch einer der Hauptgründe, warum sich die WhereIgo-Caches nie wirklich durchgesetzt haben. Schade, sie haben so viel Potential! Monkey Island im heimischen Wald oder das altbekannte Scottland Yard Brettspiel in einer Großstadt nachspielen! Oder einfach einer armen Hexe mithilfe von Katzen, Raben und Gnomen eine Zauberzutat besorgen, damit sie von ihren Rückenschmerzen geheilt wird ;) .

Als ich mit dieser Geschichte endlich fertig war, sie etwa tausendmal Zuhause testete, ein paar reale Außenstationen gebastelt und zusammen mit einem recht netten Final versteckt hatte, zwei Betatestrunden mit Freunden erfolgreich hinter mich gebracht hatte, brauchte ich noch fast zwei Wochen Geduld, bis der Cache von den Reviewern endlich freigeschaltet worden ist. Und musste dabei dann geduldig zusehen, wie diverse langweilige Leitplankentradis, die später erstellt wurden, meinem vorgezogen werden. *argh* Aber auch diese Geduldsprobe hab ich fast ohne bleibende Schäden überstanden und hoffe nun auf einen Lohn meiner Mühen: viele, freundliche Logeinträge und möglichst wenig Probleme und Abstürze.

Ich glaube, das wird nicht mein einzige WhereIgo-Cache bleiben. Bei allem Frust hat es schon viel Spaß gemacht, auf diese besondere Art eine Geschichte mit Interaktionsmöglichkeiten zu erzählen. Auch wenn meine wohl etwas textlastig geworden ist ;) .

Wie wir ein Dorf von einem Tupper-Schrecken befreiten

Geschrieben von Nina • Sonntag, 12. Mai 2013 • Kategorie: Geschichten rund ums Dosensuchen
Beim Geocachen passieren einem ja ab und an mal merkwürdige Dinge. Aber das, was wir gestern in einem kleinen Dorf am Rande des Harzes erlebten, war noch ein bisschen seltsamer.

Auslöser war ein sehr spezieller Cache, Jacob's moving Cache. Eine Cacheart, die fast ausgestorben ist; Dosen, die wandern. Zu meiner großen Freude befand sich eine von diesen scheuen Gesellen in der Nähe der für diesen Samstag angepeilten LPC-Tour. Auch noch eine, die sich mit Vorliebe in Bäumen und an ähnlichen T5-Orten zu finden wünscht. Klang definitiv nach einem Zwischenstop.

Gedacht, getan. Auch wenn die Regenwolken an diesem sonst sehr sonnigen Tag kurz vor Erreichen des Dörfchens meine Vorfreude etwas zu mindern vermochten. Auf dem Parkplatz klickten wir uns durch die Wetterradarseiten. „Das ist nur ein kleines Regengebiet, gucken wir trotzdem, ob die Dose überhaupt noch da und ob sie halbwegs gut zu erreichen ist?“ Türlich guckten wir! Es waren ja nur 200 Meter und inzwischen war der Regen in Niesel übergegangen.

Die Bigshot (eine lange Stange mit einer Wasserbombenschleuder) und Pilotschnur (die man mit einem Wurfsack in den Baum schießen kann um später das Seil daran hochziehen zu können) nahmen wir schon mal mit. Falls wir uns wirklich entschließen sollten, die Dose herunterzuholen, könnten wir ja später noch die Klettersachen aus dem Kofferraum holen. Mit „kleinem Gepäck“ stapften wir die wenigen Meter in den Wald hinein. Tatsächlich, eine Dose, ziemlich weit oben in einer riesigen Buche, an einem gut treffbaren Außenast. Stammnäher wäre mir zwar lieber gewesen, aber der Ast war wirklich dick. Das Loch mitten im Baum allerdings auch. Aber bevor wir überhaupt beratschlagen konnten, ob wir das Einschießen probieren oder doch weiterfahren (immerhin waren zwei von uns vieren gar keine Klettercacher), kam ein älterer und etwas dicklicher Mann den Waldweg herunter. So wie er uns anschaute und mit Latschen gekleidet war, war gleich klar: der ist nicht zum spazieren gehen hier. Natürlich hielt er genau auf uns zu und fragte gleich los. Was wir mit der Stange hier im Wald vor hätten und warum da oben im Baum eine Dose hinge.

Da leugnen an dieser Stelle einem durchschaubaren Lügen gleichgekommen wäre, antworteten wir wahrheitsgemäß aber ohne Details preiszugeben, dass es sich hierbei nur um ein harmloses Spiel handeln würde, und wir gekommen sind, um die Dose - vielleicht - wieder einzusammeln.

Das wäre wohl auch besser, meinte der Mann. Man mache sich hier im Ort schon Sorgen, was das denn wohl wäre. Man vermutete eine Kamera (mitten im Wald, in einer Tupperdose auf 20 Metern Höhe???) und hätte schon mit vereinten Kräften und mehreren aneinandergebastelten Leitern versucht, an die Dose heranzukommen. Und als er da eben das Auto aus Hannover gesehen und uns mit der Stange in den Wald hat gehen sehen, habe er sich schon gedacht, dass wir deswegen gekommen wären.

Mehrere Leitern, derartige Höhen, paranoide, Stasi-gewohnte Ostdeutsche? Spätestens hier wurde uns klar, wir müssen die Dose retten! Nicht des Punktes, sondern der Sicherheit des armen, kleinen und vom Aussterben bedrohten Caches wegen!

Zwei von uns holten die Rucksäcke, ich schoß die Pilotschnur in den Baum. Ein Schuß, ein perfekter Treffer. Das kann ich wohl unter dem Blick von Anwohnern und nichtkletternder Begleitung besser als sonst ;) . Leider nutzte der erste, gute Schuß nichts, weil die Pilotschnur an der feuchten Astgabel nicht herunterrutschen wollte. Also noch einmal. Der nächste, perfekte Schuß. Und der nächste Anwohner, der sich zu uns gesellte, nachdem der ältere kurz zurück zu seinem Haus gegangen war und (ich schwöre, so ist es gewesen!) eine Glocke geschlagen hat! Wie im Mittelalter, als man sich mit derartigen, akustischen Zeichen zusammengerufen hat um Hexen zu verbrennen, Dämonen auszutreiben oder vor dem Angriff der Schweden zu warnen!

Der neue Anwohner war wesentlich jünger und trug Tätowierungen an beiden Armen. Was ich fast cool gefunden hätte, wenn da nicht Nazisymbolik weithin sichtbar seine Gesinnung gezeigt hätte. Auch dieser fragte uns neugierig aus und langsam wurde klar, dass die Anwohner durchaus mehr wussten, als ihre Fragen den Anschein machten. Sie kannten geocaching.com, sie wussten, dass die Dose Teil eines GPS-gestützten Spieles war, kannten sogar das Listing dieses Moving-Caches und das es englisch war.

Ob dieses Schußgerät (die Bigshot) nicht unter das Waffengesetz fallen würde. Der Nazi wirkte imponiert, wie hoch man damit schießen kann. Er selbst hätte die Dose mit den Leitern ja fast erreicht, dann wäre sie weggewesen. Fast triumphierend blitzten seine Augen bei diesen Worten auf. So ähnlich fühlen sich wohl auch Kindergartenkinder, wenn sie sich gegenseitig die Sandburgen zertreten...

Inzwischen hatten wir endlich das Seil im Baum und Marko kletterte unter den prüfenden Blicken von inzwischen drei Anwohnern und zwei Kindern das Seil hinauf. Kommentiert wurde unsere Freizeitbeschäftigung gegenüber den Kindern damit, dass wir wohl keine Kartoffeln und Holz machen müssten und daher Zeit für derartiges hätten. Tja, dem scheint wohl so zu sein...

Marko pflückte das leidgeprüfte Döschen und brachte es nach unten. Umringt von den Dorfbewohnern präsentierten wir den harmlosen Inhalt samt der harmlosen Pilotschnur zur Befestigung, die doch kein Kabel gewesen ist, worauf sich die Menge recht bald auflöste. Nur der ältere Mann blieb bei uns, bis wir alles wieder verpackt hatten und geleitete uns zurück zum Auto. Wir fühlten uns eskortiert, als wollte er sichergehen, dass wir jetzt wirklich wieder fahren und nicht auf die furchtbare Idee kämen, die Dose einfach an einen anderen Baum in diesem Wald zu hängen.

Cachen in Ostdeutschland – nicht nur den tollen Lost Places wegen immer wieder ein besonderes Erlebis ;)



Cachen ist nicht mehr das, was es mal war

Geschrieben von Nina • Donnerstag, 18. April 2013 • Kategorie: Geschichten rund ums Dosensuchen
Ich halte mich mit Meinungsbekundungen auf diesem Blog ja eher zurück, aber...

Ich hab das ständige Gejammer langsam satt!

"Cachen ist nicht mehr das, was es mal war."

Damals! In den goldenen Zeiten. Als Mutti noch das Etrex und Pappi noch Haare hatte. Als man noch 30 km für eine Dose fahren musste und die ganze Cachergemeinde einer Großstadt persönlich kannte.

Ja, iss so. Findet euch damit ab! Kommt damit klar oder lasst dies Dosensuchspiel einfach sein.

ABER JAMMMERT NICHT PERMANENT HERUM!

Cachen ist kein geheimes Hobby mehr. Ja, iss so. Lässt sich auch nicht wieder ändern. Und ist auch nicht die Schuld einzelner, sondern der Lauf der Dinge. Tausende von Leuten, die das gleiche Spiel spielen und fasziniert davon in ihrem Umfeld berichten. Von diesem Umfeld sich widerum eine Teilmenge rekrutieren lässt, die fasziniert von diesem Spiel ihrem Umfeld berichtet... Exponentielles Wachstum, wir sind Bewohner eines völlig überfüllten Kaninchenbaus geworden. Und die Vermehrung um uns herum hat keineswegs aufgehört. Entweder bauen wir an oder ziehen aus...

Zum Cachen braucht man kein superteure Weltraumtechnik mehr. Ja, iss so. Das ist eine Folge des technischen Fortschritts, den ihr in vielen Lebensbereichen mit Sicherheit zu schätzen wisst! Änderbar ist die Masse der neuen Smartphonecacher nicht.

Die Welt ändert sich. Nichts ist mehr so, wie es vor ein paar Jahren gewesen ist. Ihr auch nicht!

Aber es ist keineswegs alles schlecht!

Viele Cacher bedeutet viele Caches, bedeutet natürlich auch viele schlechte Caches aber auch viele gute. Ignoriert doch einfach, was und wen ihr doof findet!

Viele Cacher bedeuten viele Caches, bedeuten, daß auch viele, besonders sehenswerte Orte bedost worden sind.

Viele Cacher und viele Caches bedeuten auch viele Mysteries von denen viele einfach toll sind, Spaß beim Lösen machen, meine Logik, meine Interessen und meine Anerkennung finden.

Viele Cacher bedeuten viele Ideen, auch Versteckideen, Ideen für Geschichten, Verschlüsselungen, Finalverstecke. Und dank der Bewertungssysteme wie Favoriten und Gcvote können wir uns die Rosinen einfach herauspicken. Was andere auch tun. Und wo viele Menschen sind, sind prozentual betrachtet auch viele Idioten. Iss so. Geht doch mal in ein Fußballstadion...

Viele Cacher bedeutete, daß man relativ betrachtet viel mehr Menschen in diesem Hobby findet, die so sind, wie die Menschen, die man mag. Ignoriert den Rest, so funktioniert das problemlose Zusammenleben doch meistens! Wenn ihr Statistikcacher, Tradisucher, 1/1-lieber, Smartphonecacher, Filmdosen-in-Müllecken-verstecker und Mysteriekoordinatenverräter nicht mögt - ignoriert sie dich einfach! Und ignoriert das, was sie auslegen. Was so ist wie das, was diese mögen oder kennen. Ändern könnt ihr diese Menschen kaum. Nur vielleicht auf problematische Versteckorte und -arten hinweisen. Und legt dafür selber tolle Caches und tolle Dosen mit tollen Listings und tollen Rätseln um zu zeigen, wie es besser geht. Schreibt schöne Logbeiträge statt dem häufigen "Auf der Tour mit xy gut gefunden. DFDC".

Aber jammert nicht ständig, daß nichts mehr so ist wie es war und früher ja alles sowieso viel besser war.

Wenn ich gucke, welche wirklich fantastischen Caches ich gemacht habe, dann sind das nicht die "Oldies" aus den Anfangszeiten des Geocachings. Davon haben wir hier auch noch einige, aber von diesen ist kaum einer etwas Besonders. Die technisch und fantasivollen Meisterstücke sind aus den letzten 1-3 Jahren. Aus der Zeit, von der ich jetzt mal wieder lesen muss, daß es schon das Endzeitalter des Geocachings sein soll. Ja, klar. Aber höchstens, weil man die eine oder andere Cacheidee einfach nicht mehr toppen kann!

Ich cache noch immer gerne! Ich bin froh darum, auf meinen Radtouren und Spaziergängen Dosen einsammeln zu können, die zu einem schönen Multi oder einen tollen Mysterie gehören. Ich mag es, wenn ich fremde Städte und Gegenden über die Dosen erkunde und mir von den Einheimischen ihre Stadt aus ihrem Sichtwinkel zeigen lassen kann! Der kleine Judenfriedhof an der Nordsee, die Whereigos in der Magdeburger (Alt-)stadt, der zweite, tote Bahnsteig in Hannovers Unterwelten, die unglaublichen Orte, die uns auf Menorca über das Dosensuchspiel gezeigt wurden, all die Lost Places, Bunker, Fabrikanlagen ... Deswegen gehe ich geocachen! Und weil ich ohne dies nie auf die Idee gekommen wäre, mit Seilen auf Bäume zu klettern, mich von Steinbrüchen oder in alte Brunnen abzuseilen oder mit Wathosen in irgendwelchen Wasserkanälen herumzulatschen.

Und ich liebe es, sowas zu tun! Noch immer. Aber vermutlich verstehe ich das Gejammer nur nicht, weil ich nie Teil der "absolut geheimen Neuzeit-Geocachercommunity" war. Ich kam erst 2009 aktiv dazu. Da scheint, wie ich grad mal wieder lesen musste, ja doch schon alles vorbei gewesen zu sein.

Für mich ist es das noch lange nicht.

Aber das Gejammer nervt!

Abenteuer Geocaching

Geschrieben von Nina • Samstag, 2. Januar 2010 • Kategorie: Geschichten rund ums Dosensuchen
Zu Weihnachten haben wir uns ein GPS-Gerät gewünscht und tatsächlich auch bekommen. Zum Geocachen. Diese elektronische Schnitzeljagt fand ich schon 'immer', also seit ich davon vor einigen Jahren hörte, lustig. Vor kurzem hat uns eine Bekannte dann noch den Mund wässrig erzählt, sie "cacht" schon eine Weile und in jeder freien Minute. Zumindest klangen ihre durchaus bildhaften Erzählungen so. Und es klang auch durchaus nach Spaß. Und es klang nach einem familientauglichen Geschenk, also eins für uns alle. Im Nachgang hab ich feststellen müssen, daß dies nicht ganz der Wahrheit entspricht; stark pupertierende Mädchen machen sowas natürlich NICHT mit bzw. wenn, dann nur mit Freundinnen, nicht mit der Familie. Ist klar, das wäre sonst ja auch zu peinlich .;)

Wir anderen drei fanden es nicht allzu peinlich und so sind wir am eisigen ersten Weihnachtstag losgezogen, den ersten Cache zu suchen. Praktischerweise befindet sich der wenige hundert Meter von der Wohnung entfernt, hinter einem ehemaligen Einkaufsmarkt. Selbstverständlich haben wir unseren ersten Cache beim ersten cachen nicht gefunden, Auslöser für dieses Versagen war aber rein technischer Natur - man muss dem GPS-Gerät einmalig vor der Benutzung einen Bezugspunkt konfigurieren, diesen hatten wir falsch gewählt. So suchten wir zwar hinter dem Ex-Extra, fanden aber nichts. Zumindest keinen Cache.

Was wir aber fanden war ein aufgebrochener, leerer Supermarkt. Die Glastür zum Vorraum, eine Schiebetür, war aufgedrückt, die Glastür zum Innenraum eingeschlagen. Überall war Löschpulver auf dem Boden verteilt und die Feuerlöscher, aus denen dieses offensichtlich stammte, standen und lagen - neben einigen leeren Bierflaschen - überall verteilt.

Fussabdrücke waren, vor unseren, auf dem weißen Bodenbelag nicht sichtbar. Diejenigen, die dieses Chaos veranstalteten, hatten ihre Spuren mit dem Pulver wohl selbst unkenntlich gemacht.

Sehr neugierig stand ich in der aufgeschlagenen Ex-Extra-Tür und spähte in den leeren Raum des ehemaligen Supermarktes. Wirklich spannend war er aber nicht, einige Säulen, ein Büro und weiter hinten links eine Tür zu einem weiteren Flur waren zu sehen und ein seltsames Rauschen zu hören. Mein Hirn wollte mir weissmachen, daß hier eine Lüftung läuft, was aber rein logisch betrachtet in einem seit Jahren leerstenden Gebäude wenig Sinn macht. Näher erkunden konnte ich den Supermarkt an diesem Tag aber nicht, meine 11-Jährige Tochter hielt mich fast panisch davon ab. Das dürfe man nicht!!! Hmmm.. Schade. Auch nicht, wenn es so spannend erscheint?

Wir überlegten noch ein Weilchen, ob wir die Polizei rufen und ihr davon erzählen, letztendlich erschien mir aber eine eingeschlagene Tür und kein wirklicher, finanzieller Schaden als zu wenig Grund - zumal ja vielleicht ein paar Obdachlose im hinteren Teil des Marktes ein halbwegs warmes Plätzchen gefunden haben könnten. Ausserdem ist es ja sehr menschlich immer zu hoffen, daß jemand anderes etwas tut, was man selbst grad nicht tun möchte. Worauf wir durchaus hoffen konnten, weil irgendein Alamrgeber an oder in dem Gebäude hilferufend vor sich hin piepte. Ein Geräusch, was auch draußen definitiv zu hören war.

Am nächsten Tag waren wir noch einmal am Ex-Extra, ausgerüstet mit dem GPS-Gerät und inzwischen passender Software und wieder auf der Suche nach dem ersten Geocache. Diesmal fanden wir ihn auch, oben auf dem Dach in einer Öffnung eines Metallträgers. Wenn man es weiss und klettern kann (eine Klappleiter oder eine weitere Person dabei hat), isses fast einfach *hrhr*.

Da diesmal kein Kind dabei war, hab ich mich noch mal in den Eingang des aufgebrochenen Extras gewagt und bin diesmal auch rein. Und folgte dem komischen, rauschenden Geräusch nach links in einen kleinen Flur. Hier war der Boden nicht mehr mit Löschpulver sondern mit Wasser bedeckt und mir wurde jetzt auch klar, was das Rauschen verursachte: laufendes Wasser. Der Flur war einige Zentimeter voll mit Wasser, trotzdem stapfte ich vorsichtig hindurch um die Ursache zu finden und ggf. abzustellen. Links gingen einige Räume von dem Flur ab, ehemalige Aufenthaltsräume und Toiletten. In einigen sah ich Fußspuren, und hier fiel mir zum ersten Mal auf, daß sich in den Räumen vielleicht noch die befinden könnten, die dieses Chaos hier verursacht haben. Und das diese vielleicht gar nich so glücklich darüber sein könnten, daß ich hier herumschnüffel. Aber zu dem Zeitpunkt war ich schon fast am Ende des Flurs angekommen. Hier lag der Boden etwas höher, das Wasser war also nicht mehr so tief. Ich bin mit einem mulimigen Gefühl im Bauch schnell bis ans Ende vom Flur getappst. Und hab dort, in dem letzten Raum, die Ursache des Wassers gefunden: Es spritzte fröhlich 1-2 Meter in dem Raum, der wohl früher die Toilette war, aus einem Rohr an der Wand. Somit war der Auslöser nicht nur ein aufgedrehter Wasserhahn, den ich einfach hätte beheben können und ohnehin lag dieser Raum tiefer als der Flur und war somit ohne Gummistiefel oder Erkältungsgefahr nicht zu betreten. So groß war meine Abenteuerlust hier auch nicht mehr, ich hab den Rückzug angetreten und dies Mal habe ich, wieder Zuhause angekommen, die Polizei informiert. Die - so lasen wir einige Tage später in der Zeitung, die Feuerwehr zum Auspumpen rief. Welche, so stand es dort, mit über 20 Mann eben dies taten. 20 Leute um einen Flur und ein paar Nebenräume eines ungenutzten und vermutlich in Kürze abzureissenden Ex-Supermarkt trockenzulegen? Ja ne, iss klar. Die hatten am zweiten Weihnachtstag sicher die Schnauze voll von ihrer Familie und waren froh, einen Grund zum Flüchten und etwas Abwechselung zu haben ;)

Ich hatte diese sicher!

Geocaching ist echt spannend ;)
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