Ninas Schmierblo(g)ck

Konservierungsmittel...

Tauchen im Kreidesee Hemmoor

Geschrieben von Nina • Montag, 21. September 2015 • Kategorie: privates
In Hemmoor, einem Ort irgendwo im Dreieck Hamburg-Cuxhaven-Bremerhaven, gibt es Deutschlands vermutlich schönsten Tauchspot in der Grube eines ehemaligen Kreideabbaus. Dieser Ort ist unter Tauchern so beliebt, weil er häufig eine hervorragende Sicht unter Wasser bietet und weil es hier auch wirklich viel zu sehen gibt. Neben den technischen Gerätschaften, die nach dem Schließen des Kreideabbaus im See verblieben sind, wurden hier kleine Flugzeuge, Laster, Autos, Wohnwagen, Boote und sogar ein recht gigantischer Plastikhai zur Belustigung der Taucher versenkt.

Ich bin zwei Tage dort gewesen. Endlich mal!

Mitte September und damit in der Nebensaison ist der Trubel dort erträglich, der unter Wasser nur für schlechte Sicht durch aufgewirbelte Sedimente sorgt und auch an der Oberfläche nerven kann.

Kalt ist der 60 Meter tiefe See, einer der tiefsten Tauchseen Deutschlands, immer. Wir hatten grob 17 Grad Wassertemperatur in den oberen Bereichen, was nicht wesentlich weniger als die Außentemperatur gewesen ist. Weiter unten wurde es merklich kälter.

Dank Regen und Sturm war die Sicht unter Wasser allerdings leider nicht mal im Ansatz so fantastisch, wie sie in dem kalkhaltigen und daher pflanzenarmen Wasser sein kann. Spannung, Spaß und Abenteuer bot sich uns trotzdem. Sogar obwohl ich wegen einer Knieverletzung etwas bewegungseingeschränkt gewesen bin und daher von den fünf möglichen Taucheinstiegen nur den ersten nehmen konnte, bei dem keine Treppe und kein steiler Hang, sondern nur die ehemalige Straße mit sanftem Gefälle in den See hineinführt. Dieser Einstieg ist sogar rollstuhltauglich und damit eine absolute Besonderheit in deutschen Tauchgewässern. Die ehemalige Bergwerksstraße geht dann unter Wasser weiter und es ist schon etwas merkwürdig beim Tauchen einer Straße in die Tiefe zu folgen. Dafür macht es den Abstieg recht einfach, da man sanft tiefer geht und den Grund immer in gleicher Entfernung zu sich haben kann.

Bevor wir dies ausprobieren konnten, mussten wir uns aber erstmal in die Ausrüstung prummeln, was immer ebenso zeitaufwendig wie anstrengend ist. Da wir einen Wohnwagen auf dem zur Tauchbasis gehörenden Campingplatz gemietet hatten, konnten wir dies immerhin bequem im Vorzelt erledigen. Taucherflaschen und die schweren Jackets sowie das Taucherblei fuhren wir mit meinem unter der Belastung quietschenden Handwagen zum Wasser, wo ich den schweren Teil meiner Ausrüstung wegen der Knieprobleme erst im Wasser anzog. Dummerweise ging der Reißverschluss meines Halbtrockenanzuges nicht richtig zu, statt dessen verharrte der Verschluss im Zustand nicht-ganz-zu und liess sich nicht vor und nicht zurück bewegen. Kurz fürchtete ich, nur noch mit einer Schere wieder aus der Neoprenpelle zu kommen, da beugte er sich doch der Gewalt und bewegte sich wieder etwas. Ganz schließen lassen wollte er sich trotzdem nicht und so hatte ich beim ersten Tauchgang ungewohnt viel kaltes Wasser in meinem Anzug.

Sehr vorsichtig begann ich dann diesen ersten Tauchgang, da ich nicht wusste, wie mein Knie die Flossenbewegungen verkraftet und ob ich mit der Bewegungsschwäche überhaupt navigieren kann. Allerdings ging dies unerwartet gut, teilweise zwar einbeinig und langsamer als gewohnt, aber ich hatte nie das Gefühl, hilflos zu sein. Dafür funktionierte der Druckausgleich bei mir erstmal gar nicht. Bisschen erkältet? Vielleicht bin ich aber auch nur zu lange nicht tauchen gewesen?! Bei den späteren Tauchgängen ging dies wesentlich besser und ich fühlte mich da, weil ich wusste, dass ich mich ausreichend bewegen kann, auch sicherer. Nachdem der Reißverschluss mit einem 10-Euro-Fettstift gangbar gemacht worden war (Labello hätte es für 1/5 des Preises sicher ebensogut getan, hatte ich aber nicht dabei), war mir später auch nicht mehr so furchtbar kalt.

Zumindest nicht in den oberen Bereichen. Ab 12-15 Meter hatten wir eine Sprungschicht im Wasser, ab der es aprupt Eiswasser wurde. Aber in diesem See man muss ja gar nicht unbedingt immer in die Tiefe, es findet sich auch genug sehenswertes in den oberen Bereichen. Wobei wir nur wenig Lebewesen zu Gesicht bekamen, und von den wenigen waren die meisten Taucher. Ein Lachs, oder war es doch eine Regenbogenforelle?, erfreute uns beim ersten Tauchgang, später waren es nur noch winzige Schwarmfischchen, die in dem kargen Pflanzenbewuchs Schutz suchten.

Relativ nah des Einstieges sollte es freischwebend ein gelbes Flugzeug geben, was wir zwei Tauchgänge lang vergeblich suchten. Kein Wunder, dies liegt inzwischen 20 Meter tief am Grund. Und ich fürchtete schon, komplett unfähig in der Navigation bzw. dem Lesen der Seekarte zu sein.

Statt des Flugzeuges fanden wir irgendwann den Hai. Ebenfalls und tatsächlich frei schwebend vor dunkelblau-schwarzem Hintergrund materialisierte er sich aus der Dunkelheit. Woher die Filmmelodie just in diesem Moment kam, ist mir nicht ganz klar, aber dieses aufgerissene Haimaul vor dem dunklen Nichts sorgte trotz all meines Wissens um sein Plastikwesen in mir für nur schwer unterdrückbare Fluchtreflexe.

Ansonsten hatten wir noch eine Menge überaus friedlicher Reste der ehemaligen Kreideabbauanlagen und tote Baumreste, die sich in Richtung Seeoberfläche streckten.

Und natürlich die Abbruchkante. Ein Schild aus der Zeit, als der See noch keiner war, warnte uns davor und auch wenn es irrationale Ängste sind, die einem vor einem Abgrund unter Wasser warnen wollen, in dem man ja sowieso relativ schwerelos umherpaddelt, so brauchte ich zwei Anläufe um mich der Kante zu nähern und an ihr vorsichtig heruntergucken zu können. Man sah einen Hang, der sich in der Dunkelheit verläuft. Ein Fisch überquerte diese Kante vor meinen Augen ganz einfach und offensichtlich furchtlos, und das sogar ohne abzustürzen! ;)

Ich komme bestimmt noch einige Male wieder hier her. Wenn es dem Knie besser geht. Und vielleicht auch etwas länger, weil diese beiden Tauchtage doch rasant schnell vorrüber waren.


Farin Urlaub Racing Team 2015 - Hannover

Geschrieben von Nina • Donnerstag, 28. Mai 2015 • Kategorie: privates
Ich mag den großen, blonden Ärztefrontmann auch solo schon sehr lange und erinnere mich gern an spätabendliche Laufrunden vor sicherlich schon fast 10 Jahren mit "ihm" auf den Ohren.

Also wurde es gestern endlich mal Zeit, ihn live zu bewundern. Eineinhalb Stunden vor Konzertbeginn waren wir an der Stadionsporthalle, wo sich eine lange, ordentliche, deutsche Schlange gebildet hatte, die aber recht schnell voran kroch. Vor uns junge Leute, die mit einem Versprengten telefonierten („Wo bleibst du denn? Wir haben dein Bier und deine Karten hier!“). Das Bier wollten sie verschenken, weil sie es ja nicht mit reinnehmen konnten, aber niemand wollte das Krombacher *grins*.

Neben den schlangeführenden Metallgittern standen Tüten und Boxen zum Pfand sammeln. Dazugehörig abgerissene Gestalten beider Geschlechter und verschiedener Nationalitäten, die das Pfand den Leuten möglichst gleich direkt aus der Hand nahmen. Einer hatte – psychologisch sehr klug – einen Einkaufswagen an den Anfang des Metallgitters gestellt. Dies funktioniert in Deutschland hervorragend, die Leute sortierten artig ihren Glasmüll dort hinein. Lotgerecht nebeneinander gelegt und nach Flaschenarten und -marken gegliedert!

Am Einlass wurde ich von einer Person abgetastet, bei der ich mir der Zugehörigkeit des weiblichen Geschlechts nicht unbedingt sicher war. Es war eine unangenehme Prozedur, eher einem Verbrecher als einem Konzertbesucher würdig (ich kann mich nicht erinnern, bei so etwas einmal so grob betastet worden zu sein). Sogar die Mini-Täschlein meiner kleinen Leder-Bauchtasche musste ich öffnen. *kopfschüttel* Kamera, Springmesser und Alkoholika hätte ich trotzdem wie immer zwischen den Brüsten, im Hosengurt vorm Bauch oder den Socken hereinschmuggeln können... lächerliche Kacke!

Endlich unten im Innenraum angekommen war ich froh, dass es doch noch nicht so voll war. Die meisten Wartenden saßen vor der Bühne am Boden, wir so grob in der 6.-7. Menschenreihe, leicht links der Mitte. Dass es bei einem derartigen Konzert nicht klug ist, ganz mittig zu stehen, bestätigte sich später, als sich gefühlt zweihundert Menschen über die Massen nach vorne tragen ließen. Die natürlich immer genau mittig von den Ordnern in Empfang genommen zu wurden. Ach, die grimmig schauenden Herren vom Sicherheitsdienst stehen da gar nicht um die Bühne zu bewachen, die stehen da, um das angeschwemmte Publikum auf den Arm zu nehmen? *hihi* Einer von diesen Wächtern konnte trotz unbewegt in die Menge starrendem Gesicht seine Musikliebe aber nur schwer unterdrücken und zappelte ein wenig im Takt herum, als Farin später musizierte.

Aber erstmal hieß es warten. Was viele dazu brachte, aufs Smartphone zu starren und drauf rum zu wischen und zu tippen. Was hat man eigentlich früher in den Zeiten ohne Smartphone mit derartigen Wartezeiten gemacht? Vermutlich geredet, was der Typ neben mir leider auch zur Genüge tat. Nun weiß ich alles, was ich nie über den bevorstehenden Junggesellenabschied seines Kumpels wissen wollte, und einiges mehr, was zum Glück später mit der Musik aus meinem Hirn wieder herausgeschwemmt worden ist. Generell erschien mir das Publikum im Durchschnitt jünger als ich. Dafür verwirrenderweise aber auch dicker! Mag sein, dass subjektive Wahrnehmung hierbei eine entscheidende Rolle spielt, aber die "alten" Ärztefans sind eher nicht das Durchschnittspublikum von Farin. Möglicherweise gehen die aber auch schon lange nicht mehr auf Konzerte, weil sie mit dem Abbezahlen ihrer Einbauküche in ihrem Eigenheim ausreichend beschäftigt sind?

Ich bekam eingeschlafene Beine vom Sitzen auf dem Boden (ich bin zu alt für diese Scheiße), trank Bier und Cola aus 2-Euro-Farin-Urlaub-Plastikbechern (die ich später trotz Anbinden in meinem Jackenärmel leider verlor und mich nach Konzertende noch einmal für einen 2-Euro-Farin-umzingeltvonIdioten-Becher-mit-4,50-Euro-Colafüllung anstellen musste )..

30 Minuten vor Konzertbeginn weckten Bassgeräusche hinter dem Vorhang die Massen, worauf ein Lemming-Effekt einsetzt. Die Leute, die seit einer Stunde friedlich wartend am Boden saßen, erwarteten wohl einen Frühstart der Band, standen plötzlich auf und begannen nach vorne zu drängeln. Da bleibt einem kaum was anderes übrig als mit zu machen, sonst ist man platt oder weg...

Vor mir standen nun natürlich wie immer große Menschen. Trotzdem war ich nur wenige Meter von der Bühne entfernt und auch die Mauer aus großen Menschen hatte immer mal wieder Lücken im Sichtbereich. Kurzärmlig im Gedränge gab es schon vor der Bühnenshow immens viel Körperkontakt, und ich stellte wieder einmal fest, dass ich den in so einer Situation lieber mit Frauen als mit Männern habe. Vielleicht einfach, weil sie weicher sind und besser riechen? Noch roch es aber normal, unauffällig, nach Shampoo, Deo und Bier, später kam dann Schweiß in vielen Geruchsrichtungen hinzu. Aber kein Zigarettenrauch! Was bin ich froh, heute nicht auch noch gegen die Sucht anzukämpfen bei den inzwischen üblichen Nichtraucherkonzerten...

Punkt 20 Uhr ging's los. Ist das noch Punkrock? Ich glaube nicht...

Auf der Bühne neben Farin eine hübsche Gitarristin, eine noch hübschere Bassistin und die Schlagzeugerin, von dessen optischem Reizen man sich erst gegen Ende des Konzertes überzeugen konnte, weil sie bis dahin hinter ihrem Instrument fast unsichtbar gewesen ist. Weiterhin vier Sängerinnen und vier Bläser.

Es folgte Musik. Zwei Stunden und 20 Minuten lang. Zuviel vom neuen Album, was ich nicht so gern mag, aber auch ausreichend schönes aus den Alten. Ich war bis auf wenige Zeilen bei allem textsicher (ein paar Exoten hab ich in den letzten Tagen noch geübt *g*), und ich war damit bei Weitem nicht die Einzige! Das ganze Publikum, zumindest aber der Bereich, den ich überblicken und bedingt hören konnte, sang mit. Und tanzte. Und hüpfte. Und schubste. Und ich mitten drin...

Anfangs hatte ich bei diesen Massenbewegungen, bei denen einem nichts anderes übrig bleibt, als mitzuschwimmen und besser nicht zu stolpern, Angst. Normalerweise bin ich etwas weiter hinten, außen, wo mich derartiges nur am Rande berührt und eher belustigt betrachtet als denn dann gefühlt wird. Nicht bei diesem Konzert! Anfangs schwappte es nur im Mittelpunkt der Bühne und die wenigen Meter, die ich von diesem entfernt war reichten, um mich sicher zu fühlen. Aber irgendwann wurde auch von der anderen Seite geschubst und geschoben, zurückgeschoben und gehüpft und ich hatte Spaß, ein Teil dieser unkontrollierten Masse zu sein! Den Schweiß der anderen auf dem eigenen Shirt, nicht nur die eigenen Haare im Gesicht, im engen Körperkontakt zu allen Seiten, mithüpfend, wenn die anderen es tun, weil man beinahe physikalisch mit hochgezogen wird, zur Seite hüpfend, tanzend, drängelnd, zurück geschubst werden. Verwirrenderweise war dies alles nur selten schmerzhaft und obwohl ich mir gänzlich unbekannte Menschen permanent an allen möglichen Stellen anfassen musste, überhaupt nicht unangenehm! Und als besonderer Bonus kam ich durch dieses Schwarmverhalten immer weiter nach vorne!!! Die zweite Hälfte des Konzertes genoss ich in zweiter bzw. dritter Reihe mit einem sagenhaften Blick auf die Bühne :).

GEIL! :)

Als besonderen Nebeneffekt dieser Sing-, Tanz- und Schreitherpaieeinheit bin ich in Kürze immunisiert gegen den Großteil aller aktuell grassierenden Infekte. ;)

Farin spielte mit uns, ließ die viertausendfünfhundert Zuschauer springen, wenn er hüpf sagte, ließ uns seine Musik mit Gesten untermalen und trank zwischendurch Tee aus einem Keramikbecher. Was mich zu der Aussage: „Farin, ich will ein Tee von Dir“ brachte, die ich – leider? zum Glück? – nur für die um mich herumstehenden formulierte und nicht laut brüllte.

Einzig ein einzelner, furchtbar schlecht und dafür umso laut Mitsingender, dessen Körperkontakt (und Alkoholpegel) das normale Maß weit überschritt, nervte. Der eine und andere Besucher verkrümelte sich dafür nach den ersten Massebewegungen zügig nach hinten. So auch die beiden recht maskulin wirkende Frauen in weißen Anzügen, die schon optisch sehr deplatziert in der meist schwarzgekleideten Masse wirkten. Viel älter, viel bewegungsloser und ab und an beinahe fassungslos starrten sie zur Bühne. Mir ging es dabei ganz anders, ich war einfach ein Teil dieses Schwarms und hatte daran unerwartet erfreulich sehr viel Spaß!

Ich will nochmal!!!!

(und während ich dies alles schreibe, singt er noch immer in meinem Kopf davon, daß er sein Herz verloren und von Idioten umzingelt ist :) ).

Was bleibt?

Geschrieben von Nina • Donnerstag, 12. Februar 2015 • Kategorie: privates

Es war noch früh am morgen aber an dem Hauseingang standen schon Möbel zur Abholung bereit. Holzwände von Schränken und Regalen, die offensichtlich gewaltsam zerlegt worden waren. Demnach war das hier kein Umzug sondern eine Entrümpelung. Der weiße Transporter vorn an der Straße bewies diese Annahme mit seinem Aufdruck, der um schnelle, kostengünstige und wertberücksichtigende Wohnungsentleerungen warb.

Mein Blick glitt die Fenster des Hauses entlang. Um welche Wohnung geht es wohl hier? Rechts unten war Licht, aber es hingen auch Gardinen am Fenster. Eher ein gutes Zeichen. Gardinen waren allerdings auch an allen anderen Stockwerken. Ich hörte eine Tür im Treppenhaus zufallen und schaute auf die Treppenhausfenster um zu sehen, aus welcher Etage nun vielleicht Arbeiter kamen. Doch aus der beleuchteten Wohnung unten rechts. Dort, wo immer eine alte Frau am Fenster gestanden hat, um zusammen mit ihrem vereinsamten Wellensittich die Leute zu beobachten, die den schmalen Waschbetonpfad neben den Hauseingängen und der Garagenwand entlanggingen. Jeden Abend gegen 18 Uhr wurde das Vogelfenster durch eine Jalousie geschlossen. Jetzt war diese geöffnet und der Käfig verschwunden. Eine Deckenlampe aus braunem Glas beleuchtete das ansonsten bereits leergeräumte Zimmer, dessen Inhalt nun auf dem Gehsteig vorm Transporter stand. Korbstühle, Rattankörbe und ein gesticktes Reiterbild in einem massiven Eichenrahmen. Eine Kommode. Ein Vogelhäuschen auf drei Beinen, dass sicherlich in ihrem kleinen Garten gestanden hat.

Ein großer, blonder und ein kleiner, dunkelhaariger Entrümpler schoben unberührt Möbelleichenteile in Richtung Transporter. Das bleibt von einem Leben übrig, wenn man gegangen ist? Müll, der von Fremden zerlegt und abtransportiert wird?

Ist die alte Frau wirklich gestorben oder nur ins Altersheim umgezogen? Und was ist mit ihrem nun noch einsameren Vogel passiert?

Ich habe sie doch gerade noch, vielleicht letztes oder vorletztes Wochenende, vorne an der Straße stehen sehen!

Ein bisschen hat sie mich immer an meine Oma erinnert, die viele Jahre lang Geschichten aus ihrer Nachbarschaft erzählte, immer mit den Worten „Ich stand grad' zufällig am Fenster,...“

Bis sie eines Tages nicht mehr am Fenster stehen konnte.

Das Leben ist sicher nicht immer nur schön. Aber das es einmal enden wird, und nichts von einem bleibt, außer die Erinnerung in den Menschen, die einen gekannt haben, darüber möchte ich auch nicht allzu lange nachdenken.

Mein persönlicher Veggie-Day!

Geschrieben von Nina • Mittwoch, 19. März 2014 • Kategorie: privates

Fleisch mochte ich noch nie besonders gerne, ich war schon immer eher der Beilagenesser. Bei Schnitzeln ist mir die Panade am Liebsten, das Faserige an Fleisch find ich eher ekelig, Fett und Knochen sowieso und wenn ich schon Fleisch essen soll, dann eher Hühnchen oder irgendwas aus Mett.

Rein geschmacklich hab ich mich aber inzwischen sogar von gebratenem Mett entfernt. Nach einer unverträglichkeitsbedingtem Ernährungsumstellung, bei dem eher geschmacklich streng schmeckendes Rindfleischmett auf den Teller kam wurde, mochte ich plötzlich nicht mal mehr meine geliebte Bolognese-Soße. Und bei Wurst favorisiere ich, wenn überhaupt, Salami. Ganz selten mal Leberwurst. Bin aber eher der Käse-Esser.

Gestern fuhr ich dann in Gedanken an dem Einkauf fürs Abendessen durch Hannover, dachte an die für mich inzwischen seltsam schmeckende Bolognese-Soße und die Alternativen, als neben mir ein teurer Audi mit einem Anhänger auf der Linksabbiegerspur hielt. Ein „Lebendtransport-Aufkleber“ mit einer symbolischen Kuh erklärte mir das Ziel dieser Fahrt. Der Schlachthof am Pferdeturm. Vor meinem inneren Auge materialisierten sich die dazu passende Bilder; Blut, Gedärme und an großen Haken hängende Fleischklumpen, die entfernt an Tiere erinnern.

Neben meinem Autofenster befand sich das kleine Fenster des Rindes, was dort auf dem Anhänger seinem letzten Stündlein entgegen fuhr. Es guckte mich großen runden Augen an. Ich guckte zurück. Es blinzelte. Ich blinzelte zurück. Es schnupperte aus dem Fenster und ich sah die typische Nase und den befellten Kopfbereich und hatte schwer zu unterdrückende Knuddelreflexe. Kurz kam die Räubertochter in mir durch und in meinem Kopf spielte sich ein Rinder-Rettungsszenario ab. Aber wohin sollte ich mit einem solchen Tier, selbst wenn ich den Fahrer des Audis betäuben und sein Rindvieh klauen, also retten könnte? Und was würde es nutzen, wenn zeitgleich auf der ganzen Welt tausende dieser Tiere hingerichtet werden, um auf unseren Tellern zu landen?

Die Ampel wurde grün. Das arme Rindvieh bog links ab. Seinem sicheren Ende entgegen. Ich hoffe nur, es war ein schneller Tod und keiner von denen, von denen man gar nichts wissen will, über die das Fernsehen aber doch ab und an berichtet. Rinder wären zu groß um sie mit einem Stromschlag sicher zu töten. Oft braucht es mehrere Anläufe, bis das Tier voller Panik und Schmerzen endlich stirbt. Und Schweinefleisch ist deshalb so histaminbelastet (und daher für mich sowieso eher unverträglich), weil die Tiere vor lauter Angst in ihren letzten Minuten jede Menge davon produzieren. Über die Haltungsbedingungen von Hühnern und Puten ist auch bereits mehr als genug geschrieben, fotografiert und gefilmt worden. Alles Dinge, die wir alle wissen, aber beim Anblick des verpackten Fleischs im Supermarkt und dem lecker gebratenen Steak auf dem Teller, verdrängen.

Ich möchte das nicht mehr. Nicht mehr verdrängen. Und keine Tiere mehr essen! Die ich doch viel lieber knuddeln und mit Gras am Weidezaun füttern oder beim Schlammsuhlen beobachten möchte!

Ich bin mal gespannt, ob mir Fleisch auf dem Teller überhaupt fehlen wird. Schwieriger wird das Einkaufen und Kochen aber sowieso nicht. Meine eine Tochter ist schon vor einer längere Weile plötzlich und ganz unerwartetet Vegetarierin geworden und dank meinen Unverträglichkeiten gibt’s für mich sowieso öfter mal eine „Extrawurst“. Jetzt wohl eher die Extragurke ;)

Gladdy

Geschrieben von Nina • Samstag, 10. November 2012 • Kategorie: privates
Einfach nur zwei schöne Fotos von meiner ganz besonderen Katze Gladdy. Sie hat geschnurrt bei der Fotosession und sich wohlig auf der Box gewälzt. Und das nur, weil ich mit der Kamera dort stand und mit ihr gesprochen hab. Dieses Tier liebt Aufmerksamkeit. Und Futter ;) .




Projekt X - Eine Radtour durch Deutschland

Geschrieben von Nina • Montag, 30. Juli 2012 • Kategorie: privates
Man sollte sich seine Träume erfüllen!

"Solange man noch kann", erweiterte der Pessimist in mir diese Aussage und wies mich irgendwann im Frühjahr darauf hin, dass ich bald mal wieder Geburtstag hätte. Auch noch einer, bei dem sich die vordere Stelle der Altersangabe hässlich verändert. Höchste Zeit endlich mal, wie schon so lange gewünscht, mit dem Fahrrad durch Deutschland zu radeln!

Gesagt, geplant, getan. Sieben Tage, 617 Kilometer, von Hannover bis nach Bad Ems. Mit dem Mountainbike und einem Einrad-Fahrradanhänger. Einfach nur so. Weil ich so etwas schon immer mal wollte. Weil ich gerne Rad fahre. Weil ich immer schon mal testen wollte, wie weit ich mit dieser Art der Fortbewegung wohl komme. Zumal wenn ich mich noch mit Gepäck belade. Und wie lange ich wohl brauchen werde, um das geliebte Fahrradfahren endlich mal satt zu haben.

Nun, beides dürfte ich geschafft habe. Meine körperlichen Grenzen habe ich an zwei der sechs Fahrtage definitiv erreicht und nach dem Ende der Tour hatte ich über Wochen keinen gesteigerten Bedarf empfunden, meinen malträtierten Hintern für längere Strecken auf einen Fahrradsattel zu hieven.

Die Streckenplanung hatte ich im Vorfeld mit der Freeware "Tyre" erledigt. Die hierbei erzeugten Tagesstrecken (ca 80-130 km pro Tag) auf mein GPS-Gerät übertragen, welches während der Fahrt an meinem Fahrradlenker steckte. Die Übernachtungen hatte ich weitestgehend in Jugendherbergen gebucht, nur zu meinem Geburtstag schlief ich umständebedingt in einer Ferienwohnung und die allerletzte Nacht hab ich mir in Ermangelung eines Jugendherbergsplatzes ein recht teures Hotelzimmer gegönnt.


Ein paar Tage vor meinem runden Geburtstag mitten im Mai ging es los. Mit etwa 15 Kilo Gepäck im Hänger. Nur das Nötigste! Kurze Wechselradkleidung (gewaschen wurde diese abends in der Dusche), lange Radkleidung für kalte Tage, Regensachen, "Zivilkleidung" für die Abende, ein möglichst sparsam gepackter "Kulturbeutel" (angebrochene Shampoo und Duschgelpackungen, fast leere Zahnpasta ). Außerdem dabei: etwas Technik wie Ladegeräte für Lampe und Handy, Ersatzakkus fürs GPS und die Kamera, etwas Fahrradwerkzeug und Ersatzschläuche für die meisten Eventualitäten. Und natürlich Essen und Trinken.

Für die erste Etappe hatte ich mir eine kleinere Strecke gewählt, etwa 80 km, kaum bergig. Und doch war gleich die erste Teilstrecke eine der schlimmsten. Gegenwind in Windstärke 4-5. Und das bei strahlendem Sonnenschein, der recht bald einen seltsamen Kontrast zu meiner Stimmung bildete. Ich kam gegen den Wind und mit dem Hänger kaum vorwärts. Nach nur 90 Minuten hatte ich schon das erste Mal die Schnauze von dieser Form von "Urlaub" voll. Mein Körper brauchte die erste Pause, ich fühlte mich schlaff, zittrig, kaputt, alle, und das JETZT SCHON! Nach gerade mal 30 Kilometern! Von mehr als 600! "Das schaff ich nie!" So dachte ich wenigstens einige Minuten, bis mich ein paar Pommes, Salat, Kaffee und etwas zuckerhaltige Limonade eines schottischen Fastfood-Tempels wieder etwas aufrichteten.

Der Rest dieses Tourtages wurde nicht unbedingt leichter aber doch noch besser und natürlich kam ich an diesem, wie an allen folgenden Tagen am geplanten Ziel an. Immer pünktlich genug um noch einzuchecken, meist so früh, dass ich nach einem Abendessen noch etwas von der Gegend sehen konnte. Wobei ich mit zunehmender Tourdauer immer weniger Interesse, Kraft und Lust hier zu verspürte.

Bei meinen Tagestouren sammelte ich den einen und anderen Geocache ein, hatte meine Zwischenziele oft auf gutbewertete oder interessante Caches gelegt, welche die sich schnell und ohne Ausrüstung bzw. Kletterei auch finden lassen. So waren dann viele meiner kleinen (und sowieso notwendigen) Pausen auch noch von sehenswerten Orten, spannenden LostPlaces oder witzigen Dosensuchen geschmückt. Ansonsten blieb mir bei 6-8 Stunden Fahrzeit täglich leider wenig Zeit um mir die Sehenswürdigkeiten und Städte näher anzuschauen. Aber das war auch nicht primäres Ziel meiner Radtour gewesen.

Die Einsamkeit während der vielen Stunden auf dem Fahrradsattel empfand ich als sehr angenehm. Kein "muss", außer dem Ankommen, niemand, dem ich zuhören, niemand, mit dem ich sprechen muss. Endlich mal kein permanent klingelndes Telefon! Nur ich, mein Rad, meine schmerzenden Muskeln, der permanente Hunger (aß ich zu wenig, bekam ich sehr hässliche Kopfschmerzen!) und der immerwährende Durst. Wenn mir zu langweilig wurde, hörte ich Musik oder Hörbücher. Ganz besonders gefallen hat mir Harpe Kerkeling "Jakobsweg", der mir einen ganzen, langen, sonnigen Fahrradtag sehr bildreich und lustig von seiner "Tour" erzählt hat.

Meine Nächte waren meist zu kurz. Ich stand früh auf um möglichst ohne zusätzlichen Zeitdruck fahren zu können. Ich schlief allerdings auch häufig eher schlecht. Teils sicher der Anstrengungen wegen, teils einfach weil die Betten schlecht waren oder die Nebengeräusche störten. Auf der optisch sehr eindrucksvollen Wewelsburg bekam ich kaum ein Auge zu, da die einzigen anderen Gäste, eine Klasse Jugendlicher, die ganze Nacht hindurch lärmten - und diese genau neben meinem Zimmer untergebracht waren. Und als ob das noch nicht schlimm genug gewesen wäre, gab es dann morgens im Frühstücksraum ein munteres Liedchen dieser Klasse, natürlich im Kanon. Dieses Erlebnis hatte ich gleich in zwei Jugendherbergen und so ist der Kanon und die Tatsache, dass Jugendherbergen offensichtlich fast immer ganz oben auf einem Berg abgestellt werden, das, was ich nun am meisten mit Jugendherbergen in Verbindung bringe.

Eindrucksvoll war auch die Nacht in der Oerlinghausener Jugendherberge. Nach einem langen, heißen Fahrradtag hatte ich mich hier den zwangsläufigen Schlußspurt-Berg hoch gekämpft, wünschte mir nichts mehr als eine Dusche, etwas zu essen (ganz egal was! Aber davon viel!) und ganz viel Schlaf, und stand vor verschlossenen Türen. An diesen ein Zettel mit einer Handynummer. Verwirrt rief ich an und eine fröhliche Frauenstimmer erzählte mir, sie sei auf dem Weg nach oben. Ich wäre hier in dieser Nacht der einzige Gast. Durfte mein Rad samt Anhänger im Flur parken, bekam einen Schlüssel für die Eingangstür und fühlte mich wie in Stephen Kings "Shining". Immerhin war diese Nacht sehr ruhig, ich schlief trotzdem schlecht. Und wie jeden Abend begann mein Körper beim Einschlafen zu frieren. Das Energiedefizit. So viel konnte ich gar nicht essen, wie ich verbrannt hatte.

An jedem Tourtag, egal wie lang und schön er gewesen war, fühlten sich die letzten 10-20 km furchtbar an. Mein Körper wollte nicht mehr, der Kopf auch nicht, die Muskeln taten bei jeder Tretbewegung, der Hintern sowieso, die Hände wollten sich nicht mehr auf den Lenker stützen und mein ganzes Denken zielte nur noch auf diesen einen Punkt: das Tagesziel. Endlich anzukommen. Für diesen Tag fertig zu werden. Ich suchte händeringend nach Ablenkung und Motivationsmöglichkeiten und zählte irgendwann meine Reststrecke in "15-km-Arbeitsfahrten-Etappen". Schließlich sind diese im Alltag total langweilig und strengen mich gar nicht an. Ob es genutzt hat?

Das Fahren mit einem Einradanhänger gestaltete sich als angenehm und einfach. Und hatte den Vorteil, dass der motorisierte Verkehr mich wesentlich ernster als Hindernis wahrnahm, als ich das auf normalen Fahrten ohne Hänger erlebe. Meist hielten die Autofahrer artig Abstand und warteten mit dem Überholvorgang auf ausreichend große Lücken. Es gab natürlich auch wenige Ausnahmen, aber auf 600 km Strecke waren das meiner Fahrraderfahrung nach überraschend wenig derartige Gefahrensituationen.

Wann immer es möglich war, benutzte ich Radwege. Häufig war ich aber auf Nebenstraßen unterwegs, auf denen es sowieso keine Alternative zur Fahrbahn gab. Allerdings auch weniger Verkehr, was das Fahren sowieso viel schöner macht. Der schönste Radweg auf meiner Tour war der Lahnradweg. Zumindest die erste Hälfte bei Marburg und Giessen. Er war toll ausgeschildert, führte durch eine sehenswerte Landschaft, blieb angenehm eben, da er dem Flussbett folgte und war nur vielleicht etwas zu bevölkert - an dem sonnigen Himmelfahrtstag, an dem ich ihn benutzte.

Der vierte Tag war mein erster Regentag und der erste, an dem ich ernsthaft über einen Abbruch nachdachte. Ich war schon im Regen gestartet, wie an jedem Tourtag war die gefahrene Strecke schlussendlich 10-20 km länger als geplant, ich war nass, kalt, hungrig, und müde. Irgendwann spielte auch mein Kreislauf nicht mehr mit, mir wurde übel und zu allem Überfluss kam ich in ein heftiges Gewitter mit Hagelschauer. Dankenswerterweise konnte ich mich in einem Bushäuschen unterstellen. Zog mir dort erst mal eine weitere Schicht trockene Kleidung über, zitterte aber weiterhin und blickte sehnsüchtig auf das gegenüberliegende Haus in der Hoffnung, da würden liebe Menschen wohnen, die mich hereinbitten, mir einen Kaffee anbieten und bei denen ich mich etwas aufwärmen könnte. Menschen gab es dort. Aber denen war ich frierendes Häufchen Elend in der Bushaltestelle offensichtlich vollkommen egal. Ich begann über ein Taxi nachzudenken, was mich die letzten 20 KM zu meiner Unterkunft fahren könnte. Oder gleich einen kompletten Abbruch der Tour - ein Anruf, und man würde mich abholen! So war es als Notfallszenario abgesprochen. Allerdings wäre das ja aufgeben. Versagen! Nein, so was hatte ich überhaupt nicht eingeplant *kopfschüttel*. Also weiter.... Mit "Zaubertrank" in Form von Cola. Die wirkt fantastisch in solchen Momenten, der Zuckerspiegel steigt, mir war sofort etwas weniger übel. Zusätzlich hatte ich das große Glück, dass die Straße die letzten 20 km leicht bergab verlief und so rollte ich im Schneckentempo meinem Tagesziel entgegen. Dort kam mein Rad und ich schlammig und nass und ich völlig erledigt an. Ab unter die warme Dusche, dann erst mal ins Bett. Psychisch und körperlich total am Ende. Es dauerte sehr lange, bis ich überhaupt die Kraft fand, mir etwas zu essen aus meinem Gepäck herauszusuchen.

Der folgende Tag war mein Geburtstag und ein sportlicher Ruhetag. Ich hatte Gelegenheit meine körpereigenen Kohlehydratspeicher nicht nur an meinem Geburtstagskuchen aufzufüllen und meine Muskeln konnten sich ein wenig regenerieren. Sollte ich eine derartige Tour noch einmal planen, werde ich nie mehr als zwei, maximal drei Tage am Stück fahren und dann meinen Körper einen zur Erholung geben.

Nach dem Ruhetag folgten die beiden anstrengendsten Tage. Sowohl von der Kilometerzahl als auch den zu leistenden Höhenmetern her. Bergfahren mit Hänger ist unglaublich anstrengend, ich bin sehr oft abgestiegen und habe mein Gespann kraftsparend hochgeschoben um dann an den starken Gefällstrecken auch noch abbremsen zu müssen. Der vor zwei Tagen noch hochgelobte Lahnradweg wurde immer schlechter, war überhaupt nicht mehr flach und verschwand zwischendurch vollkommen. Statt dessen wurde der Radfahrer auf eine der wenigen, vielbefahren, engen Straßen iin der zerklüfteten Schiefergebirgsgegend gelotst. Optisch durchaus reizvoll, aber ich war inzwischen weniger an den Landschaften interessiert, als denn dann daran, möglichst bald diese letzten zwei harten Etappen hinter mich zu bringen.

Die letzte Übernachtung hatte ich in einem Hotel gebucht (was - natürlich - ebenfalls auf einem Berg lag), da die Jugendherbergen des Brückentages Himmelfahrt wegen ausgebucht waren. Damit hatte ich ungewohnt großen Luxus. Dazu ein Abendessen, mit Blumen (!) dekoriert, welchse mir von einem übereifrigen Kellner serviert wurde. Nach einer fantastischen Nacht in dem guten Hotelbett bekam ich ein himmlisches Frühstück mit einer Kanne Kaffe, einer Zeitung und glutenfreiem Brot. Endlich mal keine Reiskekse...

So startete ich ausgeruht und satt in den letzten Tag, schnallte meine gelbe Reisetasche wieder in den Hänger, füllte meine drei Trinkflaschen auf und packte mir noch einen Hotelapfel in den Rucksack. Muskeln und Hintern muckten wie immer am Start, gaben aber schnell auf, weil ich sie sowieso nicht beachtete. Nach einigen Kilometern Fahrt begann es leicht zu nieseln. Ich rang mit mir, ob es sich lohnt, wegen dem bisschen Feuchtigkeit anzuhalten, den Hänger nach den Regensachen abzusuchen und sie anzuziehen, aber das Wetter half bei der Entscheidungsfindung. Der Regen wurde stärker. Und hielt die ganzen, letzten einhundert Kilometer an. Von der Helmmütze bis zu den Überschuhen war ich mit einer wasserabweisender Schicht bedeckt, die aber nach kurzer Zeit ihre Aufgabe nicht mehr zuverlässig erfüllte. Ich wurde immer feuchter, kälter und genervter. Irgendwann gab mein Tacho den Wassermassen wegen auf, das GPS war aber glücklicherweise ausreichend wasserfest. Irgendwann am späten Nachmittag saß in ich zitternd in einer Tankstelle in Bad Ems. Vor mir ein XXL-Kaffee mit vier (!) Portionen Zucker, weiterhin Marzipan, Gummibärchen und eine zuckerhaltige Limonade. Bis hierhin und nicht weiter! Ich rief meinen "Besenwagen" an. Der wollte mich, so war es von vornherein geplant gewesen, in Lahnstein einsammeln. Nun musste er mir noch ganze 8 km weiter entgegenkommen. Leider ein eher hässliches Ende dieser tollen Tour!

617 km in sieben Tagen.

Ich werde es wieder tun!
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klickmich

Geschrieben von Nina • Donnerstag, 19. März 2009 • Kategorie: privates
Kennen Sie diese Art von Warnmeldungen auf dem Computer? Diese Warnmeldungen, auf denen klar und deutlich etwas steht, was definitiv Aufmerksamkeit verdient? So in etwa wie diese hier?



Und nun raten Sie mal, auf welchen der beiden Buttons ich grade eben gedrückt hab...

Dinge, die man an einem Montag nicht tun sollte: mal eben den Rechner neu installieren.

Geschrieben von Nina • Montag, 22. September 2008 • Kategorie: privates
Mein Arbeitsrechner spinnt schon eine ganze Weile (eher Monate als Wochen) Teilweise hängt die Netzwerkverbindung, teilweise der ganze Explorer, beim Runterfahren gibt’s die seltsamsten Fehlerfenster, und alle Reparaturversuche und Aufräumexperimente brachten mich nicht weiter. Also muss ich die Kiste irgendwann mal neu installieren, dachte ich mir, immerhin läuft das System schon einige Jahre und hat in der Zeit schon einiges mitgemacht (das passiert eben, wenn man im Job Softwareverteiler ist und trotz aller virtueller Testmaschinen doch zuviel - mal eben - auf dem eigenen System erledigt). Immerhin muss ich Windows XP zugute halten, das sich die Neuinstallationen im Vergleich zu seinen Vorgängern wirklich in Grenzen halten. Und mir selbst muss ich zugute halten, dass eine Neuinstallation auf der Arbeit dank meiner automatisierten Installationsabläufe gar kein sooo großer Aufwand ist. Zumindest bis zu einem Standardsystem (inkl. Office und co), die persönliche Spezialsoftware muss ebenso wie das Backup der eigenen Dateien und ähnlichem dann noch händisch nachgezogen werden. Trotz alledem ist das eigentlich etwas, was man im Groben in 2 Stunden erledigt haben sollte, die Feinarbeiten kommen dann in den nächsten Wochen immer Mal Stück für Stück.

Soweit die Theorie (in der Theorie sind ja auch Theorie und Praxis gleich…). Praktisch sollte man dies wohl nicht an einem Montagmorgen durchführen…

Ich habe artig ein Backup von den wichtigsten Dingen gemacht (Firmenscript schiebt das auf einen Backupserver) und andere Dateien auf einer anderen Partition zwischengesichert (teilweise sind diese einfach zu groß für das normale Backupverfahren, z.B. meine VMWare-Systeme und ein grösseres TrueCrypt-Archiv). Dann hab ich die Installations-DVD eingelegt und dabei gedacht: "das ist eine gute Gelegenheit, die neue Version zu testen". Die neue Version ist noch in der Testphase und beruht auf einem anderen Konzept, also einer ganz anderen Grundlage (wird nicht mehr von mir sondern von Dell zusammengestrickt) und fragt, ganz im Gegensatz zu der seit Jahren eingesetzten alten Version, nicht mehr nach, wohin es sich installieren soll. Montagsmüde wie ich war dachte ich natürlich, es grabscht sich einfach die erste Partition - und musste dann mit Entsetzen feststellen, dass es in Wirklichkeit die ganze erste Platte nahm. NA TOLL! Die erste Platte waren zwei Partitionen, auf der zweiten lag das Backup meiner "nicht ganz so wichtigen aber trotzdem wichtigen Dateien"!

Ich dachte ziemlich laut für einen Gedanken ein nicht zitierfähiges Wort und hab über ein anderes System Software gesucht, die meine wegpartitionierten Daten retten kann. Jedes Schreiben auf der Festplatte mit den zu rettenden Dateien kann diese zerstören, also war Vorsicht angesagt (möglichst wenig agieren, möglichst nichts installieren, nicht klicken, nicht surfen, nichts tun, was sich irgendwie vermeiden lässt!).

Meinen ersten Rettungsersuch startete ich ganz naiv mit undelete-plus ( http://www.undelete-plus.com/ ) welches kostenlos ist und dazu noch als Version verfügbar ist, die keine Installation vorrausetzt, also direkt zu starten ist. Ab auf den USB-Stick damit und auf dem zu rettenden System suchen lassen. Leider findet undelete-plus nichts, was sich in gelöschten Partitionen befindet, dafür ist es leicht zu bedienen, kostenlos und funktioniert prima mit Dateien, die aus versehen einfach mal weggelöscht worden sind.

Nächster Versuch: Test Disk (http://www.cgsecurity.org/wiki/TestDisk) - eine OpenSource Software unter GPL, die u.a. gelöschte Partitionen wiederherstellen kann. Test Disk lässt sich im laufenden System starten (Programm läuft mit einem Kommandozeilenfenster, also im Textsytem), analysierte die Festplatte (in meinem Fall ja die Systemplatte) und fand die beiden gelöschten Partitionen. Nach dem Markieren dieser Partitionen, dem auswählen des Punktes "wiederherstellen" kam der Hinweis, dass ich nun neu starten müsste. Tat ich und hatte tatsächlich meine alte Partition zurück. SAMT ALLEN DATEN! Dachte ich zumindest… Samt aller Daten bis auf das eine Verzeichnis. DAS Verzeichnis, mit dem großen TrueCrypt-Archiv, also einem der Hauptgründe für das Recovery-Szenario. Also weiterprobieren…

Als Nächstes hab ich, weil sich auf der teils geretteten Platte nun kein Betriebssystem installieren und starten lassen wollte und ich nicht durch einen Fehler die weitestgehend wieder vorhandenen Daten verlieren wollte, Knoppix (www.knoppers.net) von CD gestartet (das ist eine Live-CD, also ein Betriebssystem, was sich ohne Installationen von CD bzw. DVD aus starten lässt). Hiermit konnte ich immerhin die lesbaren und wichtigen Daten auf einen anderen Rechner kopieren. Das eine Verzeichnis blieb aber unbelehrbar. bzw. eigentlich unleerbar, lt. dem "Knoppix-Linux" war es leer. NTFS-undelete, bei Knoppix gleich dabei, fand auf der Platte zwar viele, interessante Dateien zum Wiederherstellen - aber leider nicht die in dem "kaputten" (leeren) Verzeichnis.

Nächster Versuch: ich hab die betreffende Platte in ein anderes System eingebaut und dieses gestartet. Auch hier war die gelöschte und wiederhergestellte Partition größtenteils lesbar und unversehrt, bis auf das eine, verflixte Verzeichnis! Beim Zugriff auf dieses erschien nun, mit Windows XP als Betriebssystem, eine Fehlermeldung (Zugriff nicht möglich). Bis hierhin hatte ich die Hoffnung, dass es nur ein ACL-Problem (Berechtigungen) wäre, aber auch ACLs liessen sich nicht setzten, dabei war ich mit der Domänenkennung eingeloggt, die bislang grade auf diesem - natürlich für mich sehr wichtigen - Verzeichnis Vollzugriff hatte. Bei dem Versuch über die Windows-Boardmittel den Besitz zu übernehmen, passierte irgendwann gar nichts mehr. Windows selbst schlug klugerweise vor, einen CHKDISK (Check-Disk) laufen zu lassen. Gute Idee, dachte ich, und tat dies. Leider ohne Erfolg.

Ein zweites CHKDISK mit der Option "Fehlerhafte Dateien suchen und wiederherstellen" lief mehr als zwei Stunden, ich hatte mittlerweile die Geduld verloren und in mein Produktivsystem eine neue Platte eingebaut, das Windows dort mit meinen alten Vollautomatik-DVDs neu installiert. Aber, oh Wunder, CHKDISK hat mich gerettet! Das Verzeichnis ist wieder da, MIT INHALT!!!! Bislang ohne, daß ich irgendwelche Verluste bemerkt hätte! Ich habe fertig!

Dabei hätte ich noch bacula, DataRecovery und ntfsundelete zum Testen gehabt - auch alles Freeware zur Datenrettung und nach Meinung diverser Menschen durchaus gut. Naja, ich legs mir an die Seite, fürs nächste Mal. Werds aber ins eins der automatisch gesicherten Backupverzeichnisse legen, damit der Zugriff beim nächsten Datenverlust einfacher wird… ;)

Manch Einer mag sich jetzt vielleicht fragen, wen dieser Text hier nun interessieren soll? Das weiß ich auch nicht so genau, aber irgendwie musste ich, nachdem ich meine beiden Systeme lahmgelegt hatte, die Zeit herumkriegen, bis sie wieder in nutzbar waren. Und immerhin wäre es ja möglich, dass die Eine oder der Andere mal vor einem ähnlichen Problem steht wie ich heute Morgen und dank dem Orakel google auf diese Zeilen trifft.

Aus der Reihe "Dinge, die man nicht haben muss": unverhofft ins Krankenhaus

Geschrieben von Nina • Dienstag, 8. Juli 2008 • Kategorie: privates
Es war am letzten Freitag, 16-17 Uhr, fast alle Kollegen waren längst im wohlverdienten Wochenende, ich saß noch an einem Projekt, was ich fertig machen musste. Gut, "muss" ist immer relativ, ich hätte auch am Montag noch ein bisschen Zeit gehabt aber ich wollte es auch fertig kriegen und als alles nicht so klappte wie es sollte, wurde ich schon leicht unruhig. Oder auch arg genervt. Das Wochenende, deren Beginn sich immer weiter nach hinten verschob, war ein kinderfreies, terminloses. Bis auf Sport, rumhängen, faullenzen, lesen, spielen und erholen stand da nix weiter auf der Tagesordnung. Aber es wurde immer später und ich nicht fertig. Ich kann mich so wunderbar selber unter Druck setzen, völlig unsinnig auch noch. Freitag hab ich das gemacht.

Irgendwann wurde mir leicht übel, küselig, komisch im Kopf. Besonders, wenn ich ihn schnell bewegt hab. Gut, muss ich in meinem Job ja nur selten, ich hab weitergearbeitet und sogar schon, in Erwartung auf den nun aber doch bald kommenden Feierabend, meine Radklamotten samt Pulsuhr angezogen. Plötzlich wurde mir schlecht, richtig schlecht! In Kopf und Körper. Ich hatte das Gefühl als ob ich gleich zusammenklappe. Der Blick auf die Pulsuhr bestätigte dies, der Puls war unvermittelt bei sitzender Tätigkeit von ungefähr 60 auf weit über 100 gestiegen; in mir machte sich zusätzlich Panik breit. Ich war ganz allein im Rechenzentrum, bis Montag kommt da auch niemand mehr vorbei! Einzig im Außenbereich war sicher noch der Kollege da, der sonst auch immer länger bleibt; ich bin zu ihm rüber (ich und irgendwen um Hilfe bitten? Das passiert erst, wenn ich schon fast tod bin. In dem Moment fühlte es sich aber an, als könnte ich es bald mal werden... ). Auf seinem Besucherstuhl war mein Puls bei 160 angekommen, sank dann aber langsam wieder. Die Übelkeit blieb. Und mit ihr die Angst. Vor zwei Wochen hatte ich sowas schon einmal gehabt, abends, liegend auf dem Sofa. Ich lag dort eingekuschelt als mir übel wurde, ich wollte zum Klo gehen, bin aufgestanden, mir wurde schwarz vor Augen und ich habs zum Glück noch wieder bis zum Sofa geschafft, bevor ich bewusstlos wurde. Nur einige Sekunden, dann wurde ich aus diesem unverhofften Schlummer wieder geweckt, aber das Gefühl war widerlich. Bewusstlos zu werden, die Übelkeit vorher, hinterher, das Herzrasen, die Angst... Mein Freund wollte mir seinerzeit einen Arzt rufen, aber ich hab besser drauf verzichtet... Nur weil man einmal umkippt??? Ich hab geschworen, wenn das wiederpassiert, gehe ich zu einem Arzt. Und letzten Freitag, keine 2 Wochen später, konnte ich diesen Schwur dann einlösen. Wenn auch nur ungern...

Mein Freund hat mich von der Arbeit abgeholt, und nach langem hin- und herüberlegen (und insgesamt 3 oder 4 Schübe mit plötzlichem Herzrasen, wenn auch nicht mehr in der Intensität des ersten) sind wir zum ärztlichen Notdienst gefahren. In ein Krankenhaus wollte ich nicht, die hätten mich doch sicher eh nur gleich dabehalten wollen... Genutzt hat das nicht viel, ergab nur einen Umweg und eine "lustige" Fahrt im Krankenwagen; der Doc beim Notdienst hörte sich meine Geschichte an, maß den Blutdruck (viel zu hoch), den Puls (nicht mehr so rasend aber auch zu hoch) und meinte, es wäre wohl angebracht, diese Sache etwas näher zu beleuchten. Auf 'nen Freitag? In ein Krankenhaus? Wo bis Montag ja doch erstmal nix gemacht wird??? Gefiel mir gar nicht, ich hab, wie so viele andere, eine ausgeprägte Krankenhausabneigung und der Gedanke mein kinderfreies Wochenende mit Sport und Spaß gegen Krankenhaus und Langeweile einzutauschen gefiel mir noch viel weniger. Aber der Arzt war ziemlich überzeugend in seinen Argumenten, so hatte ich in Kürze einen Infusion und zwei nette Sanitäter standen mit einer Trage im Flur. Krankenwagen bin ich bislang erst einmal gefahren, irgendwann in der Kindheit. War relativ OK, nur die Aussicht ist etwas mager... ;).

Im Krankenhaus durfte ich meine Geschichte dann erneut erzählen, insgesamt bis heute gefühlte dreihundert Mal. Besorgnis auch bei dieser Ärztin, ich kam ans EKG, Blut abgenommen und durfte erstmal warten... Das Herz hatte sich beruhigt, keine Rasereien, ich war nur irgendwie müde und mir war weiterhin schlecht. Mehr als zwei Stunden später waren die Blutwerte da, alles in Ordnung, auch sonst erstmal nix zu finden,... Frau Doc meinte, es wäre besser wenn ich bliebe, aber bis Montag würde vermutlich nichts gemacht werden, außer mich zu überwachen. Mir gings zwar nicht topfit, aber ich wollte auf keinen Fall bleiben, wenn es gangbare Alternativen gibt. Ich musste das Versprechen geben, nicht alleine zu bleiben und sofort wiederzukommen, wenn es wieder auftritt und am Montag sofort zum Hausarzt zu gehen und mich von dort zum Kardiologen schicken zu lassen - und durfte nach Hause. Aber nicht lange...

Zuhause angekommen hab ich mich mit meinem Blutdruckmessgerät aufs Sofa gelegt, hin und wieder gemessen (je länger ich lag, um so niedriger wurde Puls und Blutdruck, alles fast normal für meine Verhältnisse), ich bekam Abendessen, Tee, ... und plötzlich, nach nicht mal zwei Stunden kam dieses komische Gefühl wieder. So eine Art Kribbeln im ganzen Körper, vor allem Arm und Bein, der Schwindel, das Herzrasen, der Puls stieg - im Liegen! - von 60 auf 120, mein Körper fing an zu zittern (ich schäzte, das war nur die Angst), ich musste dringend zum Klo... Danach hatte ich sitzend einen Blutdruck von weit über 220/135, den Pulswert weiß ich gar nicht mehr... Ich hatte glaub ich noch nicht oft so viel Angst, dieses Gefühl vom Herzen her... Widerlich, schrecklich...

Wir haben uns die Schuhe wieder angezogen und sind die 5-6 KM zum Krankenhaus gefahren, die mir sicher nie wieder so lang vorkommen werden, wie an diesem Abend. Die Notaufname (Doc wie Schwester) meinte nur: "Sie kennen wir doch schon" und "diesmal bleiben sie aber". Jo... mein Bett war sogar noch da, ich bekam wieder ein EKG, einen "frischen" Arzt (die Ärztin von vorhin war schon im Feierabend), durfte nochmal die ganze Geschichte erzählen, wieder waren die Rythmusstörungen natürlich nicht mehr feststellbar (ich wäre mir wie ein Hypochonder vorgekommen, wenn ich nicht einen glaubwürdigen Zeugen vorzuweisen gehabt hätte!). Und bekam eine Ecke in einem 5-Bett-Zimmer der Aufnahmestation. Nur für die eine Nacht, wurde mir versichert, dann würde ich verlegt werden.

Die erste Nacht war schrecklich! Die Türen waren offen, also von unserem Zimmer (ausser mir lag eine schwer gestürzte ältere Dame mit im Zimmer, früh am Morgen kam noch eine 18-jährige Schnapsleiche mit 1,8 Promille dazu), aber auch aus den anderen Zimmern. Gepiepe, Gelaufe, Gerede vom Gang, die Omi musste mitten in der Nacht aufs Klo, besser auf den Stuhl, braucht ein Schmerzmittel, und direkt neben dem Krankenhaus ist das Schützenfest. Das grösste Schützenfest der Welt, jawohl! Demnentsprechend laut war der Rummel auch, "Bumbumbum" gings bis spät in die Nacht. Geschlafen hab ich ganz beschissen, die durchgelegene Matratze machte daran auch nix besser. Dazu hatte ich auch noch wirklich starke Angst davor, daß der Quatsch wieder anfängt, daß mein Herz wieder unvermittelt zu rasen beginnt, das mir wieder so übel wird, es sich anfühlt, als würde ich gleich mal eben beim Sterben zu tode kommen, ... Tat ich aber nicht, sonst könnte ich hier auch kaum schreiben ;)

Lange vor sieben Uhr wurde ich wieder geweckt, es dauerte sehr, sehr lange bis es Frühstück und vor allem Kaffee gab. Bei der Visite gleich zwei bekannte Gesichter, Frau und Herr Doc vom Vorabend, Frau Doc war reichlich erstaunt mich wiederzusehen und meinte, sie hätte im Nachhinein auch starke Zweifel daran gehabt, das es gut gewesen wäre, mich gehen zu lassen. Ich bin ja wie versprochen wiedergekommen, hab ich geantwortet. ;) Rätselraten bei den drei Ärzten was jetzt zu tun ist aber wenigstens das Versprechen, das Wochenende nicht völlig ungenutzt zu lassen und mir ein Langzeit-EKG zu besorgen. Das ist am Wochenende keineswegs üblich, hat aber funktioniert. Mir war immernoch übel, eigentlich den ganzen Samstag, ich bin trotzdem später auf eigenen Beinen neben meinem Bett hergegangen, als dies in die entgültige Station gebracht wurde. Fast das komplette Krankenhauspersonal gehört übrigens positiv erwähnt, die meisten waren wirklich sehr nett und freundlich! Zweibettzimmer, fünfter Stock und tolle Aussicht, bescheidenes Essen (Gemüseintopf! *ieks*), eine nette Zimmernachbarin (zwar mindestens 10 Jahre älter als ich aber wir beide haben dennoch den Altersdurchschnitt der kardiologischen Abteilung stark gesenkt!), Krankenbesuche und besorgte Kinder - bis Montag ist nicht viel passiert. Das Herzrasen kam nicht wieder... Natürlich... trotzdem war ich ziemlich froh, im Krankenhaus zu liegen statt zuhause. Mir war weiterhin teilweise schlecht, komisch, küselig, ich bin mir sicher, viel davon war einfach Angst. Aber es ist doch beruhigend zu wissen, daß wenn es wieder passiert, man wenigstens in fachkundigen Händen ist. OK, relativ zumindest. Ich schätze, fast die meisten Menschen sterben in Krankenhäusern, oder? :D

Montag, ich hatte inwzischen zwei weiter Ärzten und mindestens 3-5 Schwestern mehr oder weniger ausgibig erzählen müssen, warum ich den Rundumservice hier geniessen darf, gab es dann ein Ultraschall von Schilddrüse, Bauch und Niere, eins vom Herzen (Echokardiogram oder ähnlich?), noch ein EKG, dafür durfte ich das Langzeit-EKG endlich abgeben (die blöden Klebeteile haben auch schon voll gejuckt und duschen durfte ich damit auch nicht!), ich hab noch einige Liter Blut spenden müssen, dann die ernüchternde Diagnose: ich bin gesund, topfit, es ist - beinahe - nichts feststellbar! Das Beinahe kam beinahe in letzter Minute, die Detailtests auf mein Schilddrüsenproblem - Hashimoto Dingens. Der eine Wert, auf den üblicherweise getestet wird (TSH) war ganz normal, zwei andere, auf die ich erst später getestet wurde, aber nicht (der eine Wert hat 1000 statt 0-35 ?!), ein Dritter wird noch per Post nachgeliefert, das Ergebnis dauert wohl ein Weilchen.

Drei Ärzte beruhigten mich insofern, als das solche Herzrythmusstörungen eigentlich nix wirklich schlimmes wären, wenn man sonst gesund ist. Gut, mal so umklappen ist nicht prickelnd, aber es hat sich ja beide Male angekündigt. Und es war beide Male nicht unter Belastung sondern eher in Ruhepasen (körperlich, ich arbeite ja mehr mit den Fingern, vor allem dem Zeigefinger der rechten Hand :D). Ein Herzkatheter (?) hab ich erstmal abgelehnt, so furchtbar war es dann doch wieder nicht und ohne ein EKG von der Rythmusstörung macht das auch nur bedingt Sinn (so sagte immerhin einer von drei Ärzten). Nun bekomme ich ein ganz tolles technisches Spielzeug, einen Event-Recorder, der, wenns wieder passiert, von mir ans Herz gelegt wird und die Störung aufzeichnen soll. Übertragen kann ich die Aufzeichnung dann per Telefon oder Internet. Cool 8) . Den bekomme ich aber erst nächste Woche, vorhin bin ich aus dem Krankenhaus wieder entlassen worden und soll morgen sogar wieder arbeiten gehen. Frechheit! Und wo krieg ich mein verlorenes Wochenende wieder? ;) Wirklich gut geht es mir ehrlich gesagt aber nicht. Irgendwie ist mir schlecht, küselig, die ganze Zeit. Ich denke, hoffe, das ist nur die Angst, daß es wieder passiert. Komischerweise ist mein Blutdruck hier Zuhause auch wieder relativ hoch, das war er im Krankenhaus nicht. Aber das Herzrasen ist weg, seit Freitag...

Als vorerst letzte Krönung sagt mein Auto seit heute keinen Mucks mehr (kein Bild, kein Ton, kein Lämpchen, kein Husten, NIX!), aber ich reg mich da jetzt nicht weiter drüber auf. Gut, dann darf ich morgen wohl mit dem Rad zur Arbeit, aber hey, ich bin ja auch gesund... :roll:

Ein Trackball für Mausschubser mit Handgelenksproblemen

Geschrieben von Nina • Montag, 28. April 2008 • Kategorie: privates
Nach Monaten Handgelenksschmerzen (samt "Knackgeräuschen" im selbigen), die immer dann besser wurden, wenn ich Urlaub hatte und immer schlechter wurden, wenn ich arbeiten musste, hab ich mir vor 3 Wochen einen Trackball (Logitech) gekauft. 45 Euro die es wirklich wert waren! Die Schmerzen sind weg, der Mauszeigerbewegungskomfort ist in etwa wie bei einer guten Maus, der "Spieleffekt" an dem Ball ist dafür irgendwie grösser :D. Apropos spielen, das geht damit auch, ich hab mit dem Trackball grad Two Worlds durchgespielt.

So etwas kann ich jedem Menschen mit Handgelenksproblemen nur weiter empfehlen. Wobei ich damit alternative Mäuse im Allgemeinen meine, nicht unbedingt diesen einen Trackball von Logitech. Es gibt tatsächlich so einiges, von einer Art "Joystick", über Trackballs mit Daumen- oder Mittelfinger-Ballführung oder das Pen Tablet (vor Jahren - vor den optischen Mäusen - mein heißgeliebter Favorit).

Am Allerliebsten hätte ich jedoch etwas, was ich noch nirgends zu kaufen gesehen habe: eine Art Handballenauflage an der Tastatur, die mittig einen Trackball integriert hat (ich habs nur mal mit Tasten gesehen, Tasten zur Maussteuerung?). So bräuchte ich meine Hände nicht immer aus der 10-Finger-Tipphaltung nehmen, nur um den Mauszeiger woanders hinzuschubsen (was ja nun manchmal leider nötig ist, auch wenn vieles ohne Maus und mit Shortcuts bzw. Tab o.äh. funktioniert).

Was bei mir nur leidlich funktioniert hat, war das umerziehen auf die linke Hand als Maushand. Geht auch, aber sobald es schnell gehen muss oder stressig wird, klebe die Maus doch schwubbdiwubb wieder an der rechten..

Arbeit! Und auch noch so viel...

Geschrieben von Nina • Mittwoch, 19. Dezember 2007 • Kategorie: privates
Mein letzter Arbeitstag vorm Winterurlaub, Weihnachtsurlaub. Seit Anfang November arbeite ich Vollzeit. Plötzlich und fast unerwartet ging nun doch, was so lange angeblich nicht ging, allerdings ist es nur befristet bis Ende 2008. Was danach kommt, ist wieder mal offen...

Nach 11 Jahren kinderbedingter Teilzeitarbeit ist das Vollzeitarbeiten es eine ganz schöne Umstellung in meinem, in unserem Lebensablauf. Ich hab das ja so gewollt und möchte mich keineswegs beschweren! Das Geld, was ich nun mehr kriege, können wir verdammt gut gebrauchen! Und ich kann so nun irgendwie wesentlich entspannter (und effektiver) arbeiten. Weil nicht ständig der frühe Feierabend drängt und der Gedanke an die unversorgte "Brut" zuhause, die sich, wie wir grad alle feststellen, auch wunderbar ohne meine direkte Anwesenheit versorgen kann. Und die sich, mit einer kurzen Eingewöhnungsphase, auch sehr schnell an die veränderten Umstände gewöhnt hat. Ebenso wie ich. Wobei ich allerdings leider nun eine Menge von Zuhause, den Kiddies, der Schule und den Freunden gar nicht mehr mitbekomme. Und die Mathe-Fünf, die meine Grosse (11) gestern mitbrachte, führt in mir drin zu einem Berg von schlechtem Gewissen. Als ob ich sie geschrieben hätte... Ich wüsste gar nicht, wie ich dies hätte verhindern sollen. Meine Tochter hat vorher von der Arbeit erzählt und war voll und ganz davon überzeugt, daß diese ganz einfach wird, daß sie alles weiß. Dem war ganz offensichtlich nicht so, aber ich hätte es so oder so auch nicht wirklich verhindern können. Ich weiß auch noch immer nicht so genau wo hier die Grenzen sind. Wie weit ich mich in die Schule meiner Sechstklässlerin einmischen muss und soll, wie viel Eigenverantwortung sie aufbringen muss (immerhin ist es ihre Schule, sind es ihre Noten, ...). Letzten Endes stehe ich vor den gleichen Fragen und ähnlichen Problemen bei meiner kleineren Tochter auch. Diese ist 9, geht in die vierte Klasse und wird im nächsten Jahr auf eine weiterführende Schule wechseln. Aber welche? Und wie weit schafft sie es eigentständig zu lernen, zu arbeiten, ohne das Mama hinter ihr sitzt und dirigiert, korrigiert, motiviert und rummault? Im nächsten Jahr ist auch die Zeit des Kinderhorts für sie vorbei, dann hab ich zwei Schlüsselkinder, die ihre Hausaufgaben alleine erledigen müssen, mittags alleine essen müssen...

Und sonst? Bleibt bis auf das Arbeiten von meinen Tagen kaum etwas übrig... Was gar nicht so schlimm ist, immerhin weiß ich momentan auch gar nichts mit mir anzufangen. Bis auf Sport, klar. Fahrradfahren, momentan fast nur die Arbeitsfahrten, am Wochenende noch ein bisschen Rollentrainer, Sonntags meist eine grössere Jogging-Runde, zwischendrin Gymnastik, Hanteln, Rudern, Stepper all der alternative Kram. Zeitgleich mit meiner Vollzeittätigkeit hat der Winterpokal wieder angefangen. Im letzten Jahr hat mich dieses Punkterennen ziemlich gut motiviert, von den fast 1.500 Teilnehmern habe ich mich meist im Bereich um die Plätze 50-100 aufgehalten. In diesem Jahr bin ich ungefähr 100 Plätze schlechter, wobei ich vermute, daß dies für jemanden mit Familie und Job noch immer gut ist. Mehr könnte ich zur Zeit aber sowieso kaum (wobei ich ja gewisse Hoffnungen in die jetzt anstehende Urlaubszeit lege :) ).

Dazu kommt noch, daß mein Lieblingsrad momentan außer Betrieb ist, ich brauche neue Laufräder oder die alten müssten mindestens neu eingspeicht werden. Sie knacken fürchterlich, egal wie sehr ich mich bemühe die Speichenspannung zu perfektionieren. Auf den ersten Blick scheinen die Speichen zwar nicht kaputt zu sein aber die Laufräder haben sowieso schon eine vermutlich ziemlich große Laufleistung, alleine ich bin mit ihnen schon fast 10.000 KM gefahren, die Vorbesitzerin wahrscheinlich noch sehr viel mehr. So bot es sich an, nach einem eBay-Schnäppchen zu schauen, so hoffte ich wenigstens (Neukauf ist preislich z.Zt. eher unmöglich). Allerdings sind die 26-Zoll Räder, die ich hier brauche, eher selten und so war ich nach einigem gucken, suchen, warten und immer mehr knackenden Rädern bereit, beinahe 100 Euro in einen Sofortkauf von passablen Rädern zu investieren. Ich bin ja schon wirklich lange bei eBay angemeldet und habe inzwischen fast 300 Bewertungen, hab sowohl verkauft wie auch vor allem gekauft und meine schlechten Erfahrungen halten sich in winzigen Grenzen. Das ich aber ausgerechnet hier und jetzt, wo ich grade diesen Kaufgegenstand wirklich händeringend brauche, Probleme bekomme, hätte ich (auch mit Blick auf die Bewertungen des Verkäufers), dann doch nicht erwartet. Die vor drei Wochen bezahlten Laufräder sind noch immer nicht da, Kommunikation mit dem Verkäufer funktionierte erst, als ich eBay eingeschaltet habe. Da kamen dann Ausreden aber immerhin das Angebot, das Geld zurückzuerstatten. Und da stehe ich jetzt mit der Frage, warte ich weiter auf die Räder oder nehme ich das Geld zurück (was sicher auch eine Weile dauern wird bis ich es habe!) und suche neu? Immerhin brauche ich jetzt erst in 2-3 Wochen wieder ein fahrbereites Rad, in meinem Urlaub werde ich kaum draußen fahren...

iiiiiieh! LÄUSE!!!

Geschrieben von Nina • Donnerstag, 4. Oktober 2007 • Kategorie: privates
Na, kribbelt und kitzelt es schon überall? Mir schon. Meine Tochter kam letzten Freitag mit Kopfläusen nach Hause. Genauer gesagt: letzten Freitag haben wir die Läuse gefunden. Eine erwachsene Laus und etwa 5 Läusebabys, dazu noch ein paar Nissen (Läuseeier). Ich bin ja froh drum, daß ich es diesmal so schnell bemerkt habe, als meine andere, grössere Tochter vor zwei Jahren Läuse hatte (die vierte Klasse scheint sich hier zu einem Klassiker für Läusebefall zu entwickeln), bemerkte ich es erst, als es auf ihrem ganzen Kopf schon krabbelte (*boah* mich kribbelts sogar beim Schreiben überall!).

Es ist mir ein Rätsel, daß wir eine dermaßen fortgeschrittene Gesellschaft wenigstens behaupten zu sein, aber so etwas triviales wie Läuse nicht in den Griff bekommen. Ganz im Gegenteil, diese entwickeln immer mehr Resistenzen gegenüber den herkömmlichen Läusegiften, so daß zumindest hier in Hannover-Döhren von bestimmten Mitteln schon abgeraten wird. Die nutzen nix mehr, sagt man (gehört hab ich das in einer Arztpraxis wie auch von diversen anderen "Läuseeltern").

Meine Eltern behaupten, daß es so viel Läusealarm in meiner Kindheit nicht gegeben hätte, sie erinnern sich aber (im Gegensatz zu mir) auch an eine Läusebehandlung, irgendein blaues (?) Zeug, was lange auf den Haaren blieb... Vielleicht wird heute aber auch einfach häufiger gewarnt (das Schild "Ein Kind hat Kopfläuse" an der Kindergartentür war beinahe Standard). Und doch ist es noch immer ein Tabuthema, viele Eltern verschweigen Läuse, schon allein um sich kein Attest vom Arzt holen zu müssen um das Kind wieder in Kindergarten oder Schule schicken zu können. Dabei haben Läuse gar nichts mit Hygiene zu tun, angeblich fühlen sie sich auf frisch gewaschenen Köpfen und Kopfhaut sogar wohler. Läuse sind schnell und rasen so beim Kuscheln und spielen einfach so und ohne sich über gesellschaftliche Grenzen Gedanken zu machen von Menschenkopf zu Menschenkopf. Allerdings wartet eine Laus aufs Erwachsenwerden, bevor sie ihren Wirtskopf verlässt. Am wohlsten fühlen sie sich direkt an der Kopfhaut bzw. da im Schläfen-, Ohr- und Nackenbereich (der Wärme wegen).

Wer Läuse hat, krazt sich häufig am Kopf, weswegen mich Menschen, die sich am Kopf kratzen, inzwischen sehr nervös machen (es juckt schon wieder ;) ). Das liegt daran, daß Läuse sich vom Blut der Kopf ernähren und beim Beissen (ähnlich der Mücke) ein gerinnungshemmendes Sekret aus seinen Speicheldrüsen in die Wunde gelangt. Das löst über eine allergische Reaktion dann den typischen Juckreiz aus.

Wir nutzen zur Läusebekämpfung Infecto Pedicul (*1), ein Läusegift aus der Apotheke, was angeblich Läuse und Nissen abtötet bzw. so schädigt, daß sie sich nicht mehr fortpfanzen können. Wobei ich zumindest bei dem ersten Läusebefall vor 2 Jahren auch mit diesem Gift nach Tagen noch lebende (Baby-) Läuse auf dem Kopf meiner großen Tochter fand. Vielleicht waren die aber wirklich geschädigt, auf jeden Fall waren und sind die Haare extrem lang gewesen, was den Kampf gegen die Läuse nicht grade einfacher macht. Übrigens haben drei von vier Bewohnern in unserer Wohnung extrem lange Haare. Die zur Zeit sehr regelmässig nach neuen Läusen und Läuseeiern abgesucht werden. Mit einem speziellen Läusekamm/Nissenkamm, in dem Laus wie Ei angeblich hängenbleibt. Angeblich schreibe ich deshalb, weil ich bei der Bekämpfung vor zwei Jahren tagelang die Eier mit den Fingern aus den Haaren gezogen habe. Im Kamm blieb da so gut wie nichts hängen! Ich vermutete lange, daß man aus dem Stoff, mit dem die Laus ihre Eier anklebt, sicher einen superwasserfesten Klebstoff entwickeln könnte...

Erwachsene Läuse (Ektoparasit Pediculus humanus capitis) sind 2 bis 3,5 Millimeter große, leben etwa einen Monat und legen etwa 5 Eier pro Tag. Diese kleben sie direkt an die Haarwurzel, womit man sehr gut sehen kann, ob die aufgefundenen Nissen sehr frisch oder doch schon älter sind - je nach dem, wie weit sie von der Kopfhaut entfernt sind. Gefährlich sind nur die durchscheinenden Eier nahe an der Kopfhaut; die auffälligen, weißen Nissen, die mehr als einen Zentimeter von der Kopfhaut entfernt sitzen, sind harmlos, weil leer oder tot. Läuse schlüpfen nach etwa 8 Tagen und sind nach weiteren 10-12 Tagen geschlechtsreif, was bedeutet, die Behandlung mit dem Gift kann man (in hartnäckigen Fällen) nach etwa 8-10 Tagen noch einmal wiederholen. Sofern man beim ersten Mal alle lebenden Läuse erwischt hat, kann man sich so relativ sicher sein, daß zumindest auf dem behandelten Kopf keine weiteren Züchtungen entstehen. Weswegen man natürlich vor erneuter Fremdansteckung auf dem Schulhof oder über das eigene Kinderzimmer noch immer nicht sicher ist. Es ist bei Läusebefall immer sinnvoll und nötig, die Bettwäsche, Handtücher, benutzte Kleidung bei mindestens 40 besser noch 60 Grad zu waschen (ab 40 Grad sterben Nissen wie Läuse), alles gut abzusaugen und alle Stofftiere und alles, was irgendwie Läuse beherbergen kann und nicht in die Waschmaschine darf, in Plastiskäcken für ein paar Wochen in Karanthäne zu geben (unser Balkon ist voll davon...). Läuse können etwa 2 Tage ohne Nahrung auskommen, aus den Eiern wird etwa nach 10 Tagen eine Laus schlüfen (sofern es nicht zu kalt oder zu warm war), rein rechnerisch reichen also 2 Wochen ohne die Lieblingskuscheltiere aus. Alternativ funktioniert zumindest bei manchen, kleineren Gegenständen auch "einfrieren", evtl. befallenes einfach 24 Stunden in die Gefriertruhe legen. Bürsten, Haargummis und ähnliches muss natürlich auch gereinigt werden (auskochen, einfrieren, wegpacken).

Der Kampf gegen Läuse direkt auf dem Kopf kann neben dem bekannten Läusegift auch auf natürlichere Weise geführt werden. Zum einen natürlich (und in jeden Fall!) mit dem Läusekamm und häufigerem Kämmen (Läuse sind extrem schnell und flüchten schnell in den Schatten, wenn man die Haarsträhnen hochnimmt - ausserdem sind die Babys verdammt klein und ziemlich hell). Übrigens hatte ich beim Kämmen immer eine kleine Schale mit Wasser dabei um gefundene Läuse direkt ersäufen zu können - und bei allem anderen, was nicht identifizierbar war, immerhin sicher zu sein, daß es ertrinkt, sofern es eine Laus ist ;) . Weiterhin soll es sinnvoll sein, die Haare mit Essig zu behandeln (Läuse mögen den PH-Wert so gar nicht). Dafür einfach die Haare nach dem Waschen mit purem Haushaltsessig reichlich beträufeln, evtl. noch eine Tüte oder ein Handtuch drüber und schön lange einwirken lassen (30-60 Min.). Danach ausspülen und - wieder - kämmen. Der Essig soll auch helfen die festgeklebten Läuseeier einfacher abzubekommen, diese Erfahrung konnte ich (siehe weiter oben) leider nicht machen.

Kokos,- und Sojaöl helfen auch auf natürliche und sehr einfache Weise: die Läuse ersticken und trocknen dann aus (das Öl verklebt ihre Atemwege). Hier gibt es einige (keineswegs günstige) Produkte auf dem Markt: Shampoo und Umgebungsspray. Das Shampoo lässt man einfach 60 Minuten auf den Haaren und wiederholt die Anwendung alle paar Tage. Erscheint mir zumindest sinnvoller als der regelmässige Einsatz von Giften, gegen die Reisistenzen entwickelt werden können.

Hitze mögen Läuse auch nicht, ab 40 Grad sterben sie ab. Deswegen gibt es auch noch den alternativen aber umstrittenen Ansatz, Läuse mit Trockenhauben den Garaus zu machen. Einfach 20-60 Minuten unter der möglichst heißen Haube sitzen bleiben, grade kleinere Kinder werden dies natürlich nicht problemlos mitmachen. Und wie bei allen Läusevernichtungsmethoden muss auch diese hier möglichst wiederholt werden und in den Tagen und Wochen nach dem Befall immer wieder nachgeschaut werden, ob nicht doch etwas überlebt hat.

Ich hoffe hier in Kürze wieder mit dem ständigen Kämmen aufhören zu können. Und das meine jetzt befallene Tochter nicht die gleichen Probleme bekommt wie meine Grosse vor zwei Jahren; da hat mindestens eine Klassenkameradin und Freundin überaus bescheuert reagiert und die anderen hübsch mit aufgestachelt (es ist nicht grad angenehm den ersten Tag wieder in die Schule zu dürfen, natürlich mit dem Läusefrei-Attest, und Kinder schreiend vor einem weglaufen... )

*1: Die Zeitschrift Öko-Test hat es in einem Produktvergleich im März 2006 Infecto Pedicul zwar als am besten wirksam empfohlen, allerdings nur mit der Note ausreichend, denn die Ökotester äußerten Bedenken wegen der giftigen Wirkung auch auf Warmblüter wie den Menschen. Quelle: Wikipedia.de

Kurzurlaub - Campen am Doktorsee

Geschrieben von Nina • Mittwoch, 8. August 2007 • Kategorie: privates
Wenigstens ein bisschen Urlaub fern unseres Balkons haben wir uns verdient. Und so verschwanden wir für fünf Tage im Weserbergland, das kleine Auto vollgeladen mit zwei Zelten, einem Mini-Campingkocher und dem wichtigsten an Kleidung und Unterhaltungsmaterialien. Die selbstgesetzte Beschränkung auf nur zwei Bücher fiel meiner grossen Tocher ungefähr so schwer wie mir selbst. Zum Glück passte das kleine Gummiboot zum Schluß und entgegen aller Befürchtungen doch noch ins Auto, es wurde von uns allen recht häufig auf dem relativ grossen Doktorsee in Rinteln benutzt. Stühle oder Tische passten natürlich nicht mit in den Tigra, der eher mit einem Köfferchenraum als denn dann einem richtigen Kofferraum daherkommt. Für fünf Tage war das aber kein Problem, gefrühstückt haben wir die meisten Morgende an einem Pickniktisch direkt am See, den Rest der Mahlzeiten aßen wir eben auf dem Boden sitzend oder - welch Luxus - in einem Restaurant.

Die Erlebniswelt Steinbergen haben wir besichtigt, in diesem ehemaligen Teilbereich des noch aktiven Steinbruches konnte man neben allerlei Wissenswertem (so man denn Interesse daran hat) über Steine, Steinbrüche und ähnlichem kleine Mineralien, "Edelsteine", Gold und echte, ca. 18 tausend Jahre alte Haifischzähne ausbuddeln und mitnehmen. Und ganz oben auf dem Berg angekommen hatte man eine wunderbare Aussicht von einer metallenen Aussichtsplattform - die für meine Begriffe eindeutig viel zu hoch oben war ;)



Das Schloß in Bückeburg war auch einen Vormittagsausflug wert, ebenso wie der Klippenturm in Rinteln (den wir natürlich an einem Montag besichtigen mussten, an dem das kleine Cafe am Turm Ruhetag hat...). Ansonsten haben wir gefaulenzt, in dem etwas arg algigen See gebadet, sind mit dem Gummiboot gepaddelt und haben die Nächte etwas unruhig auf dem unbequemen Unterlagen verbracht. Ich glaube, für harte Isomatten bin ich langsam doch zu alt... Außerdem dauerte das Kaffeekochen morgens auf dem kleinen Minikocher eindeutig zu lange!

Mit dem Wetter haben wir dafür offenbar viel Glück gehabt. Bei der Ankunft war es noch etwas kühl, die ersten zwei Nächte beinahe Ar...kalt, wärmte es sich auf, bis an die 30 Grad am Sonntag/Montag auf. Bei der Abfahrt am Dienstag war die Sonne schon wieder weg und ein grosses Regengebiet zog auf. Aber es hat gewartet bis wir alles Gepäck und uns selbst im Auto verstaut hatten, bevor es mit dem Regen begann. Wenn Engel reisen... ;)

Mein rechter Fuß

Geschrieben von Nina • Mittwoch, 18. Juli 2007 • Kategorie: privates
Mein rechter Fuß ist mir in meinem Traum heute nacht einfach abhanden gekommen. Wobei mein Kopf im Traum das so "einfach" auch wieder nicht gestaltete, eigentlich war ich in Narkose wegen irgendeiner Kleinigkeit und das Krankenhaus wurde in der Zeit evakuiert. Irgendein Verrückter ist da geblieben und hat mir einfach meinen Fuß abgeschnitten! Was ich im Traum wie auch im Wachsein als ungemein störend empfand und empfinde. Im Traum habe gedacht: "wie soll ich so denn noch Fahrradfahren können?" Sehr realistisch...

Ich war heilfroh, als ich endlich aufgewacht bin. Und jetzt, viele Stunden später, bemerke ich immer wieder zu meiner Beruhigung, daß ich zwei Füße habe!

Sollte mir jemand eine sinnige Deutung dieses Traums geben können, wäre ich sehr dankbar darüber. Sollte ich demnächst einen Unfall haben und meinen rechten Fuß dabei verlieren, hab ich hiermit den Beweis erbracht, daß man in die Zukunft träumen kann. Ehrlich gesagt wäre ich in diesem Fall aber lieber einfach nur ein fantasievoller Träumer ;)

Jobaussichten

Geschrieben von Nina • Dienstag, 26. Juni 2007 • Kategorie: privates
Seit November letzten Jahres arbeite ich nur noch halbtags. Das liegt vor allem daran, daß mein Arbeitgeber, das Land Niedersachsen, exessiven Stellenabbau betrifft. Vorher war ich immerhin 3/4 beschäftigt, vovon wir immerhin - im Gegensatz zu Heute - halbwegs leben konnten. Seit mein befristeter 1/4-Vertrag im November ausgelaufen ist, hangel ich mich finanziell an der Hartz4-Grenze durchs Leben. Mein Auto muß durch den TVÜ (und vor allem vorher ein wenig restaur... ähm... repariert werden), meine lütte Tochter hat kein Fahrrad und von soetwas wie einem (zahmen) Rechnerupdate oder irgendwelchen anderen Extras brauch ich gar nicht erst träumen. Das Geld reicht für Miete, Nebenkosten und Essen sowie Kleidung, sofern wir nicht allzu anspruchsvoll sind. Was wir nicht sind...

Alles in Allem ein unbefriedigender Zustand, den ich vor allem deshalb bislang nicht geändert habe, weil mein Chef mir die Hoffnung auf baldige Mehrbeschäftigung gemacht hat. Irgendwann Anfang des Jahres schon. Allerdings ohne einen Termin, das dauert eben. Ist mir klar. Ich kenne die Stellenpolitik und überhaupt die Mühlen öffentlicher Verwaltung. Wenigstens ein bisschen. Bin ich doch wirklich schon 8 Jahre in diesem Job, in diesem Landesamt. (weiha!)

Eigentlich arbeite ich sogar gerne dort. Falls man überhaupt gerne arbeitet. Von all meinen bisherigen Jobs ist das der Beste. Meine Kollegen und Vorgetzte sind durchaus in Ordnung, der Arbeitsbereich ist immerhin etwas, was mir bedingt Spaß macht. Auch wenn ich nach einigen Jahren automatisierter Softwareverteilung auch ganz langsam ein wenig die Nase voll davon habe. Andere Arbeitsgebiete gibts aber zur Zeit nicht, was auch daran liegt, daß ich nur so wenige Stunden in der Woche arbeiten "darf". Aber auch, weil es keinen Nachfolger für meinen Arbeitsbereich gibt. Somit denke ich, werde ich auf lange Sicht (sofern ich dort bleibe) den gleichen Schmarrn machen und sollte ich irgendwann wieder mehr als jetzt arbeiten dürfen - vielleicht sogar ganztags - würde ich höchstens noch nebenbei ein paar andere Aufgaben dazubekommen. Würde, wenn und aber...

Fakt ist: es gibt keine Stelle. Weiterhin nicht, noch immer nicht. Dafür kann ich bald wahrscheinlich und wieder befristet 1/4 mehr arbeiten, also wieder 3/4. Wahrscheinlich schreib ich nur, weil ich den Vertrag noch nicht unterschrieben hab. Den bekomme ich aber, das ist die Vertretung einer Kollegin, die kinderbedingt ihre Vollzeitstelle nicht ausnutzt und die ich schon seit Anbeginn meiner Zeiten dort vertrete. Rein stellentechnisch zumindest. Pausiert hat diese Vertretung nur weil man nach deutschem Arbeitsrecht nicht länger als 5 Jahre (am Stück) befristet tätig sein darf.

Wieder befristet, wieder nur 3/4. Passt mir ehrlich gesagt gar nicht! Das ist nicht ganz Not gegen Elend - aber mit meinem Hintern ein Stückchen höher komm ich so auch nicht. Dafür habe ich mehr Zeit - für Kinder und Haushalt. Schon klar. Aber die Kinder sind langsam in einem Alter, in dem sie auch ohne mich auskommen können, zumindest stundenweise. Und ich habe ganz langsam die Nase voll davon, mir alles verkneifen zu müssen! Geiz ist gar nicht geil, wenn er eine Form des Überlebens darstellt...

Ich hätt mal gern wieder Urlaub... *seufz* Und eine grössere Wohnung mit einem eigenen (Schlaf-)Zimmer! Mit einer Tür! (fast schon unverschämt, oder? ;) ). Und ganz viele andere Dinge, bei denen ich grad in den letzten Monaten öfter mal gedacht habe: "naja, bald kann ich mir sowas ja vielleicht leisten." Pustekuchen...

Vermuitlich bin ich ganz schrecklich undankbar... Der Job, den ich habe, ist ja okay. Nur halt zu wenig. Dafür hab ich viel Zeit für mich. So viel, daß ich zur Zeit tatsächlich etwas ähnliches wie Langeweile verspüre; ich weiß zeitweise einfach nix mit mir anzufangen! Ich möchte nicht schreiben "ich hab zuviel Zeit", man kann eigentlich sowieso nie zuviel davon haben, zumal man sowieso immer gleichviel Zeit hat ;) Aber bei dem Projekt "Mehrarbeit gegen Geldsorgen" würde ich schon gerne mitmachen. Und das bitte mehr als jetzt und auch mehr als in den letzten Jahren! Nebem dem finanziellen und der Zeit gibt es da sowieso noch einen weiteren Faktor, der für eine Vollzeitstelle spricht: als Teilzeitkraft wird man nie voll akzeptiert, läuft immer irgendwie nebenher, kriegt vieles gar nicht erst mit. Dafür wird man auch aus vielem rausgehalten, was durchaus auch ein Vorteil sein kann. Aber mir wäre es anders grad lieber (ich hoffe, daß ist nicht nur so wie mit dem Gras - nicht DAS Gras! ;) - auf der anderen Wiese...).

Allerdings möchte ich eigentlich gar nicht auf Jobsuche gehen. Wobei... ein Teil von mir möchte das durchaus. Endlich mal was anderes, was neues und nicht für den Rest meines Lebens die gleiche Routine, die gleichen Leute, der gleiche Weg, ....

Ich weiß auch nicht... *seufz* Ich les jetzt erstmal meine Mails, da sind vorhin 3 Jobangebote angekommen...
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