Ninas Schmierblo(g)ck

Konservierungsmittel...

Das erste Mal Felsklettern

Geschrieben von Nina • Sonntag, 28. April 2013 • Kategorie: sportliches
Vor einem Jahr stand ich völlig ahnungslos aber begeistert in Löbejun, einem ehemaligen Steinbruch, unter den Felswänden und schaute den Kletterern zu. "Das will ich auch könnnen!" Aber wie beginnen?

Irgendwann hatte ich zwar schon mal einen 2-Stunden-Partnersicherungskurs in einer kleinen Kletterhalle gehabt, das war mir aber zu wenig gewesen um mich so auch sicher zu fühlen. Also machten wir über den Winter den DAV-Vorstiegskurs. Nur Hallenvorstieg, schon klar, aber irgendwie muss man ja weiterkommen und im Winter bleibt nunmal nur die Halle zum Klettern. Ein bisschen haben wir an den fünf Abenden sogar dazugelernt gelernt, vor allem, wie man mit den Expressen umgeht, also wie man clipt und wie man das Seil korrekt einlegt. Und das Wissen im Partnersichern verbessert und verfestigt. Nach dem Kurs bin ich mit Marko noch ein paar Mal in Hannovers einziger Kletterhalle gewesen, aber das ist.. naja... Schon spaßig, irgendwie! Aber auch zu klein, zu voll, und mein Trainings- und Terminplan gibt nur wenig Lücken her, die ich hiermit füllen möchte.

Aber Felksklettern wollte ich! Also kaufte ich ein Seil, 10 Expressen, einen Sportklettergurt und Kletterschuhe (letzeres beides schon während des DAV-Kurses) und wartete auf passendes Wetter. Das nahte nun. Mehrere Stunden Webrecherche zum Thema Anfängerfelsklettern später hatte ich auch ein Ziel: der Ith. Gut, das war jetzt irgendwie auch naheliegend, ist es ein sehr grosses, nahegelegenes Klettergebiet, was auch für Anfänger viel zu bieten hat. Aber welcher der Felsen dort bietet mir das, was ich möchte? Einfacher Vorstieg mit vielen Haken oder die Möglichkeit, das Seil von oben einzubauen und "Toprope" zu sichern? Für einen absoluten Neuling, der hierbei nicht auf das Wissen von anderen zurückgreifen kann, ist allein schon die Recherche nach dem "wo" eine Herausforderung. Es blieb eine gewisse Planungsunschärfe mit einem "Der Rest klärt sich sicher vor Ort, da gibt es ja genügend Felswände!".

Also los. Heute. Sonntag. Wo ich doch einen fiessen Muskelkater vom Joggen gestern in den Beinen habe! Aber es war so geplant und das Wetter war toll und die Kinder nicht da. Also auf!

Gegen 11 Uhr erreichten wir den bereits fast vollen Parkplatz, auf dem neben Hannoveranern wir uns auch Hamburger und sehr viele Holländer parkten. Neben uns packten grad zwei Kletterer ihre Rucksäcke. Wir taten selbiges und versuchten dabei nicht wie blutige Felskletteranfänger auszusehen. Dabei haben wir recht viel Erfahrung im Klettern, aber eher im Bereich Seilaufstieg/Industrieklettern. Das dafür angeschaffte Material harmoniert aber prima zum Sportklettern. Karabiner, Bandschlingen, Klemmknotenseil und Helme brauchten wir schon mal nicht extra zu kaufen.

Der Aufstieg zu den Kletterfelsen war verwirrend einfach, da wir mit dem Auto schon fast bis auf Kammhöhe gefahren sind. Also mussten wir nur ein bisschen den Kammweg entlang und dann den ausgeschilderten Wegen zu den durchnummerierten Felsen folgen. Ab hier wurde der Weg dann teilweise schon ziemlich haarig. Matschige, sehr steile Wege, und das mir mit den Muskelkaterbeinen, zusätzlich zu der mir typischen körperlichen Ungeschicklichkeit. Entgegen meiner Voraussagen erreichte ich aber jeden Felsen sturzfrei. Sogar die "Steinbruchriffe", deren Zugang über Wurzeln und Felsen schon selbst eine Kletterübung darstellten.

Zuerst ging es aber an den "Probierfelsen", 24a. Frisch mit vielen Haken ausgestattet, versprach mir die Felseninformationsseite des DAV. Und mit lauter einfachen Routen für Kletteranfänger. Dazu nicht sehr hoch. Perfekt!

Vor Ort waren schon drei Leute, von denen einer den anderen beiden das Klettern beibrachte. Ich hörte neugierig zu, wann immer es ging, wobei ich natürlich versuchte, trotzdem unglaublich erfahren und cool zu wirken. Als erstes plante ich, das neue, leuchtend rote Seil mal durch den Matsch zu ziehen, damit es keine Fragen wie "Das Seil ist aber heute zum ersten Mal am Fels, oder?" erzeugt. Ups, schon zu spät. Immerhin wirkten wir wohl nicht so leuchtend rot und sauber, um als blutige Anfänger eingestuft zu werden. Oder etwa doch???

Nein, das kann kaum sein, war die erste Route, die mein Kletterpartner affenähnlich (wenn auch viel langsamer ;) ) im Vorstieg (bei dem das Seil auf dem Weg nach oben mit den mitzunehmenden Express-Schlingen in die vorhandenen Bohrhaken eingehängt werden muss) bewältigte, schon eine recht anspruchsvolle. Ich schaffte sie zwar auch, aber nicht im Vorstieg, nur im dann schon eingehängten Seil gesichert. Das Klettern selber ist so fast genauso schwierig, nur muss man nicht noch mit der Ausrüstung hantieren und das Risiko von höheren Stürzen (in das Seil!) ist nicht vorhanden. Quasi die von mir eher ungewollte "Mädchenvariante" des Kletterns. Aber hey, es war das erste Mal!

Die nächste Route hingen wir gleich von oben ein. Bäuchlings auf dem Felskopf liegend konnte ich hier die Ringe zum Einbau des Seils erreichen. Die zweite Route war klettertechnisch anspruchsvoller (ich hoffe, das war keine von denen, die diese lustigen Sesamstraßen-und-Hein-Blöd-Namen hatten! ;)) und ich war froh, dass mein Sicherungspartner mich immer nur an der sehr kurzen Leine, sprich: einem sehr fest gezogenen Seil gesichert hat. Es ist schon ein Unterschied, ob ich in der Kletterhalle vor Plastikknubbeln abzurutschen drohe oder an Felswänden, die ja eigentlich ausschließlich aus spitzen, schmerzhaften Vorsprüngen bestehen. Noch eine einfache Route an diesem Fels und wir hatten erstmal genug vom Probierfelsen. Die anderen Kletterer waren inzwischen bei der Lektion "Abseilen im Doppelseil" angekommen. Wir verabschiedeten uns freundlich und bekamen noch netterweise eine Wegbeschreibung zum nächstgelegenen Anfängerfelsen.

Auf dem Wag dahin passierten wir die Steinbruchriffe, an denen aber schon den ganzen Tag hektische Betriebssamkeit zu herschen schien. Die Frau, die grad oben auf dem Felskopf liegend ein Seil eingebaut hatte, rief uns eine freundliche Begrüssung zu. Erst da bemerkte ich, dass es unsere DAV-Vorstiegskursausbilderin ist. Sie war grad mit einer Gruppe Jugendlichen zum Klettern hier und bot uns freundlicherweise ihre Seile mit an. Vorher schauten wir uns aber noch den Nachbarfelsen (das Biwakdach) an, der ebenfalls Toprope einzubauen ging, aber zu wenig Haken und noch weniger anfängergeeignete Routen hat. Die eine, die überhaupt möglich erschien, probierten wir. Erst ich, versagend. Es war nach wenigen Schritten einfach kein Halt mehr zu finden. Weder für die Hände, noch für die Füße. Dann probierte es Marko, mit viel Mühe nicht versagend. Dann wieder ich, erneut versagend. Wenn man nicht nur ungeschickt, schwach und zu schwer ist, sondern auch noch zu kurze Arme und Beine hat, ist klettern nicht grade einfacher *grummel*. Marko schummelte mir mit einer Bandschlinge an einem der wenigen Haken einen zusätzlichen Griff. Und siehe da, so kam sogar ich nach oben! (Wie gut, dass das keiner der "richtigen Kletterer" gesehen hat ;) ).

Zum Abschluß probierten wir dann doch noch die Kletterfelsen mit der Jugendgruppe, die Steinbruchriffe, aus. Etwas höher als die ersten beiden, aber ebenfalls über den Felskopf Toprope einzubauen. Dafür komplett ohne Haken. Rein optisch wirkte der Felsen gut und einfach zu klettern, hatte viele Vorsprünge, Griffe und Tritte. Aber erstmal mussten wir warten, bis sich der Trubel hier etwas legte und eine Route frei wurde. Dann gingen wir einmal hoch, und wieder runter (tatsächlich, eher ein einfacher Felsen), und ich merkte, dass ich für heute genug hatte. Die körperliche Erschöpfung mischte sich mit der psychischen und obwohl ich eigentlich den ganzen Tag über keine echte Angst gespürt hatte, war die Anspannung meinem Körper offensichtlich langsam zuviel. Beim letzten Abseilen lassen hatte ich gleich mehrfach Angst zu fallen, obwohl mein Kletterpartner mich sicher hielt. Ich konnte mich kaum noch in das Seil setzen, weil die Panik in mir immer wollte, dass ich mich sicherheitshalber doch am Felsen festhalten möge.

Hier war für mich heute Schluß. Und nach einem netten Plausch mit den verbliebenen Kletterern in der warmen Frühlingssonne verließen wir den Ith wieder.

Hungrig, müde, kaputt aber irgendwie auch stolz und ein bisschen zufrieden.

Felsklettern auf absolutem Anfängerniveau kann ich jetzt auch. :)

Ich komme bestimmt bald wieder!
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Wie therapiert man Höhenangst?

Geschrieben von Nina • Montag, 10. Oktober 2011 • Kategorie: sportliches
Wie jede andere Angst auch, man stellt sich ihr. Etwas Therapie für mich war schon sehr häufig der Besuch der verschiedenen Kletterparks und Seilgärten gewesen. Gut angeseilt hatte die Angst fast keine Kontrolle über mich, auch wenn sie durchaus vorhanden war und leise wimmerte. Nun hatte ich noch eine weitere Motivation den Kampf gegen rationale Ängste mit irrationalen Ausprägungen aufzunehmen: ich wollte auch endlich (Geocaching-) Dosen aus Bäumen und anderen höher oder auch tiefer gelegenen Örtlichkeiten pflücken können!

Da traf es sich sehr gut, daß ich im September kurzfristig zwei Plätze in einem Seilkletterkurs beim Erlebnis-Projekt.de ergattern konnte. Samstag den Einsteigerkurs, Sonntag den Fortgeschrittenenteil. Anfangs war ich ja etwas skeptisch, ob ein Aneinanderreihen der beiden Kurse nicht etwas zu anstrengend werden würde, und natürlich hatte ich damit absolut recht (was mir der anschließend tagelang anhaltende Muskelkater bewiesen hat), allerdings war es trotzdem genau das Richtige, weil das am Samstag gelernte am Sonntag unter prüfenden Blicken gleich wiederholt werden konnte und sich somit wesentlich besser festigte. Übrigens hat sich das Gelernte so gut gefestigt, daß ich heute, Wochen später, noch immer die Worte und die Stimme von dem Trainer im Ohr habe und ähnlich penetrant wie er es bei uns tat, meinen Kindern die Seilzugangstechnikhandgriffe beigebracht habe.

Beim Samstagskurs, dem Einsteigerteil, waren wir zu sechst, Marko und ich sowie vier befreundete Cacher (drei Männer, eine Frau), die einfach mal in die T5-Klettertechnik reinschnuppern wollten. Im Gegensatz zu uns war bei ihnen erst mal kein weiteres Kursinteresse und auch kein gesteigertes Kaufinteresse an Seiltechnikzuberhör vorhanden. Was für uns den Vorteil hatte, daß wir den Fortgeschrittenenkurs am Folgetag "allein" zu zweit machen konnten.

Vor Kursbeginn war ich schon extrem nervös. Beim Autofahren brachte jeder Kilometer Näherung an das Ziel eine Steigerung meiner Atemnot und dem zerdrückenden Gefühl im Magen, der Übelkeit und dem Wunsch, schon wieder ein Klo zu suchen. Dabei habe ICH den Kurs gewollt! Und ich weiß und wusste, daß ich gut angeseilt in aller Regel nur wenig Angst habe. Aber ob mein Rücken das durchsteht? Ob ich das durchstehe? Was wenn ich umfalle? Was wenn ich nich mehr kann? Psychisch, körperlich, körperchemisch? Ängste lassen sich prima durch Ängste füttern und wachsen und gedeihen dabei prächtig...

Der Seilkletterkurs mit dem spannenden Namen "Geocaching-T5" fand in einer alten Fabrikhalle in NRW statt. "Ein erlaubter Lost Place!" war mein erster Gedanke als wir das alte Kesselhaus der ehemaligen Textilfabrik betraten. An den Decken hingen Seile, teils längs, teils quer, eine Seilbahn war aufgebaut, ansonsten war wenig Platz im unteren Bereich, aber oben auf dem alten Kessel standen Tische, Bänke, Kaffeemaschinen und Regale. Hier war unsere "Zentrale". Hier hatten wir nun erstmal eine zweistündige Einweisung, ein Kennenlernen, etwas Theorie. Und Kaffee! Meine Müdigkeit freute sich sehr über diesen, meine angespannten Nerven und die hyperaktive Blase nicht so.

Andy, der Trainer, ist ein ziemlich grosser, etwas zerknitterter, leicht angegrauter Ruhrpöttler. Ein menschenoffener, kommunikativer Mensch, der sehr gern redet. "Lehrer" ist tatsächlich ein guter Job für ihn (gelernter Erzieher und gelernter Polizist).

Unser "Drillinspector Andy" redete nun erstmal stundenlang. Über die Kletterhalle, seine Projekte, über sich, Jobs, Kinder, achja, und über Seilzugangstechniken. Wir würden nämlich gar nicht klettern, sagte er. Jaja, .... Dann gab es noch eine Vorstellungsrunde von uns. Ich war bei meiner Vorstellung sehr ehrlich, also sprach davon, daß ich viel Höhenangst habe, angeseilt diese meist unter Kontrolle ist und das ich diesen Kurs u.a. als Therapie betrachte.

Dann gab es eine Einweisung in den Gurt. Ich wollte eigentlich lieber raus, meine Blase entleeren (was eher schwierig war, weil es kein Klo gab. Aber Gebüsch und hey, wir sind doch Cacher unter uns *g*), wollte aber nix verpassen und schon gar nich als erste zum Klo (Mädchen!). Worauf ich plötzlich Vorführpuppe wurde. Diese Vorführung irgendwann aber wegen extremer Nervosität gepaart mit einer übervollen Kaffeeblase unterbrechen musste und meine Pinkelpause das andere Mädel gleich dazu brachte mit rauszugehen. Danach war ich wieder Anziehpuppe, ließ mich von Andy in den Gurt zwängen und erklären. Den Gurt, nicht mich! ;)

Danach bekamen alle anderen auch einen Gurt und einen Helm und wir gingen runter an die Seile. Andy erklärte die Technik. Er sagte, man solle die Geräte immer auf die gleiche Weise festhalten und benutzen, weil man sich nur so eine wirklich sicherer und richtige Handhabung aneignet, die auch in Paniksituationen noch funktioniert. Inzwischen war ich zwar immer noch nervös, aber nicht mehr so schlimm wie noch einige Stunden zuvor. Ich bemühte mich alles richtig zu machen und war viel zu sehr mit der Technik beschäftigt um mir ernsthaft Sorgen darüber zu machen, daß ich auf dem Boden aufschlagen könnte, wenn ich jetzt an einem, nein zwei 11 mm Seilen hochsteige.

Das erste Mal am Seil hoch war psychisch recht entspannt - ich war als eine der ersten oben, nachdem ich noch kurz versuchte, höhenangstbedingte Spezialregeln durchzusetzen:"Müssen wir wirklich bis nach ganz oben?" "SAGTE ICH GANZ HOCH???") Ok, dann gibt’s wohl kein Kneifen, dann ganz hoch....

Oben angekommen schaute runter und dachte: "hmm... das ist hoch!" Es waren bestimmt wahnsinnige 3-4 Meter *g* Angst war nicht da und der Gurt war tatsächlich ein bisschen bequem. Bis eben war mir noch sehr kalt gewesen (Nervosität!), nun wurde mir langsam warm, später meist sogar viel zu heiß.

Die nächsten Stunden spielten wir einbauen, ausbauen, hochgehen, runtergehen. Mal an der einen, mal an der anderen Seilstrecke. Mal am runden Schornstein, mal an der Wand gegenüber, die auf das Podest führte. Dort mussten wir hoch und uns ausbauen, nachdem wir uns vorher in die Sicherungsleine oben eingebaut hatten. Dann wieder einbauen und und wieder nach unten abseilen. Beim ersten Mal dieses über die Kante abseilen hatte ich vorher noch Sorge vor der Angst, die mich sicher fressen würde, wenn ich über die Kante trete. Dabei war es nichts schlimmes, eher lustig. Ich hatte volles Vertrauen in die Technik! Doppelt gesichert...

Wir spielten - nach einer Mittagspause - den Rest des Tages weiter ein- und ausbauen, Seilwechseln, Partner-Check. Irgendwann war das andere Mädel körperlich fertig und wollte nicht mehr. Ich war bedingt fertig, arg verschwitzt, aber ich wollte weitermachen, auch wenn das immer gleiche rauf und runter dann doch mal langweilig wurde! Für Knotenkunde blieb am Ende des Tages leider keine Zeit mehr. Im Abschlussgespräch erwähnte Andy noch, was man seiner Meinung nach an Ausrüstung brauchen würde. Seine Rechnung war höher als meine, sogar als meine pessimistische. Wobei ich auch nie von doppelten Sicherungen und Sicherungssystemen ausgegangen bin, die hier in diesem Kurs - gehalten von Industriekletterern - Arbeitsstandard und bei näherer Betrachtung auch sinnvoll sind.

Dann musste Andy weg, er hatte abends einen Auftrag und wir hatten endlich Feierabend! Inzwischen war es weit nach 17 Uhr, wir hatten den Kurs um 1,5 Stunden überzogen! Ich war hungrig, müde, fertig, wollte nur noch essen (viel essen!) und schlafen!

Nach einer traumlosen Nacht voll tiefstem Schlaf ging der Drill weiter, im Fortgeschrittenenkurs. Diesmal nur wir zwei und Andy natürlich.. Wenn man nur noch zu zweit lernt, bekommt man auch mehr Aufmerksamkeit ab, was nicht immer gut ist. Wir haben viel Kritik abbekommen ( leider oft auch berechtigt!).

Eine der Aufgaben nach dem Warmklettern (rein, rauf, raus, rein, runter, raus, rein, … und immer den Arm unter die Lockersling! Das Seil nich zwischen die Beine! Wie fasst man in Hannover einen Stift an?), sollten wir ein Seil an einem Stahlträger einbauen. Andy schmiss uns einen Haufen Kram vor die Füße (Seile, Bandschlingen, Karabiner aber auch sowas wie eine Schwimmnudel, Metallstäbe, Holzlatten) und meinte, wir sollten damit nun ein Seil oben am Stahlträger einbauen. Taten wir, wobei wir erst spät merkten, daß 1/3 des Krams einfach nur zur Verwirrung aufgeworfen worden war. Andy saß derweil entspannt in seinem Sitz in einem Gurt am Seil und schaute uns zu. Marko und ich grübelten, testeten und bekamen irgendwie (ich hab die Details echt vergessen) das Seil oben eingebaut. Einer von uns musste an den Seilen hoch und die oben richtig befestigen. Ich tat dies und hatte dabei dabei leichte grössenbedingte Probleme, kam oben nicht gut an den Stahlträger, die Bandschlingen und Karabiner. Ich musste mich an meinem Seil hochzerren, gleichzeitig an dem eigentlich zu weit entfernten Rohr der Wand abstützen. Sehr kraftraubend. Aber ich habs geschafft! Unter den kritischen Augen von Andy..Eigentlich keine schöne Situation, aber ich wollte ja was lernen! Was dann auch gleichzeitig lustig, anstrengend, cool und furchtbar war *g*. Marko meinte hinterher, ich hätte ihm da leid getan, aber ich habs gar nich schlimm gefunden. Es war eine Herausforderung, ich habs geschafft!

Dann durften / mussten wir Seilbahn fahren. Fast problemlos, auch wenn Marko ewig brauchte um drüben anzukommen. Und ich ebensolche Ewigkeiten um mich am Seilbahnende umzubauen. Mir fehlte es immernoch an Länge (genau an der Stelle hatte ich grade die Seile eingebaut, mit denen wir uns nun ablassen wollten) und so musste ich mich erneut hochziehen um mich aus der Zwischensicherung auszubauen. Leider war meine Kraft schon am Vortag quasi alle gewesen und so war es alles arg mühsam. Bis Andy meinte, ich hätte doch eine Trittleiter dabei. Die Handsteigklemme mit Fusschlinge! Jepp, das ging! Total einfach und gut! *puh* (später erfuhr ich, daß an dieser Stelle des Kurses mindestens einer schon mal so versagt hatte, daß ihn jemand retten musste). Wie gut, daß mir das nicht passiert ist.

Die nächste Lektion war "Rettung". Andy rettete einen zufällig anwesenden Bekannten aus dem Seil. Das sah easy aus! Dann waren wir dran. Ich ließ mich zuerst von Marko retten und anschließend rettete ich ihn, auch das war technisch nicht wirklich schwierig! Am Seil hochgehen, ein bisschen höher als die HiLoPe (die hilflose Person). Diese mit den Beinen umgreifen (mit dem polnischen Klammerhaken, den man bei jeder beliebigen Bahnhofsnutte lernen kann *g*), die "Exe" (also ein Stück Bandschlinge mit zwei Karabinern) mit seinem Gurt verbinden, das "Ypsilon-Dingens" (eine Art Seil mit Karabinern) mit seinem Gurt verbinden, dann ihn langsam aus seinem Seilaufstiegsgerät herausfahren und ausbauen und uns zusammen mit meinem Gerät herunterlassen. Unten den Verletzten vorsichtig aufsetzen, keinesfalls legen!

Das Retten war mehr lustig und weniger schwierig und es ist sehr gut zu wissen, daß wir uns notfalls gegenseitig aus dem Baum pflücken können! Wobei es körperlich durchaus anstrengend war. Unten angekommen war ich körperlich dann dermaßen fertig, daß ich mein Seilaufstiegsgerät anstarrte und kurze Zeit nicht wusste, wie man es bedient! (Soviel zu der Lektion es immer gleich zu benutzen, damit man es in jeder Situation sicher benutzen kann!).

Die letzte Aktion, die wir noch hatten, war das "Traversieren". Wir sind gefragt worden, ich wollte es machen. Oben war längs der Halle eine Seilstrecke eingebaut. Da muss man lang und sich an 4-5 Punkten umhängen. Jeweils auf unglaublich dünnen Rohren stehend, aber natürlich auch noch im Seil gesichert. Immer zweifach gesichert! IMMER!

Marko ging zuerst, ich ging als zweites in die Seilstrecke, stand aber lange, seeeeehr lange unschlüssig am Start. Ich war längst total kaputt. Und hier hatte ich dann doch mal wirklich Angst! Und noch mehr als die Angst vor der Höhe und dem Versagen hatte ich Sorge, dass ich es körperlich einfach nicht mehr schaffen könnte. Außerdem war Andy mit Marko beschäftigt, was wenn ich mich falsch ein- bzw. umhänge? Eine dumme und unberechtigte Sorge, klar. Aber es ging mir hier wahrlich nicht mehr gut. Es wirkte so hoch, da oben auf dem Stahlträger - auch wenn ich im Fall eines Absturzes ja gar nicht bis Bodenniveau gefallen wäre, ich wäre auf das höher gelegene Podest geknallt. Mein Angstmechanismus peilte aber den tiefsten Punkt, den Boden an, der aus dieser Perspektive wirklich tief unten zu sein schien. Andy bemerkte mein Zögern, fragte nach und ich antwortete, ich wüsste grad nich, ob ich das hier schaffen könnte. Er meinte, dochdoch, da wäre er sich sicher, das schaffe ich. Auch körperlich? …

Ich weiß nicht, wie lange ich da stand, aber irgendwann war mir das Warten zu doof, ich wusste ja, was ich zu tun hatte, war auch schon längst eingehängt gewesen, ließ endlich los und zog mich rüber zum ersten Umhängepunkt Es war recht einfach, nicht so anstrengend wie befürchtet (ich hing ja entspannt in meinem Gurt, diesmal nur eben in der Waagerechten) und natürlich kam ich prima und ohne ein Rettungsszenario zu inszenieren drüben an. Die Höhenangst hatte ich im Griff, auch wenn es doch ein sehr eigentümliches Gefühl gewesen ist, da oben rumzuhängen bzw. an den Umhängepunkten auf gefühlt streichholzdünnen Rohren herumzustehen. Da ich aber sowieso zu sehr mit der Technik beschäftigt war, hatte ich gar keine Ressourcen für Panik über. Teilweise war es wieder etwas schwieriger mit meinen kurzen Armen und Beinen, letztendlich kam ich aber auf der anderen Seite an. Breit grinsend!

fast fertig!


Ungefähr hier war dann aber bei mir körperlich und psychisch Feierabend. Mir tat alles weh, also alle Muskeln - mein Rücken hat dieses Wochenende erschreckend gut überstanden!

Es gab noch eine Endbesprechung und noch etwas Knotenkunde sowie Seilbahnbautheorie bzw. eine Erklärung, wie man ein Seil unten um eine Brücke herum gebaut bekommt. Andy hat mich gelobt für den schwierigen Anbau der Seile bzw. mir an der Seilbahn und dafür, daß ich mich nicht wie ein "Mädchen" aufgeführt hab *g*.

Den coolen Schornstein haben wir leider nicht beklettert. Ich weiß gar nicht, ob ich ihn geschafft hätte - aber dank dem Regen und der Tatsache, dass wir keine Zeit mehr übrig hatten, ging es leider sowieso nicht. Schade, schade :( (Dann muss ich wohl noch mal da hin fahren ;) ).

Gegen 21 Uhr machten wir uns, mit dem Kofferraum voller frisch gekaufter Kletterutensilien, endlich auf den Heimweg nach Hannover.

Ich hatte anschließend zwei Tage lang einen der schlimmsten Muskelkater meines Lebens!

Als der abgeklungen war machten wir unseren ersten eigenen Baumkletter-Cache. 16 Meter, ein simpler Baum. Alles ging prima :) . Seit dem sind noch 9 weiterer Klettereien in immer grösseren Höhen gefolgt und ich freu mich schon auf den nächsten. Auch wenn ich oben in den Bäumen immernoch ein sehr flaues Gefühl im Magen habe und mich sehr häufig frage, ob es wirklich not tut, was ich da tue. Den Rest der Zeit grinse ich, wenn ich ans Klettern denke, träume davon und freue mich auf den nächste Kick. Morgen vielleicht wieder? ;)

Drillinspektor Andy ist auch Wochen später immer noch in meinem Ohr und ich spreche im Geiste noch immer sein "Gebet" mit der Reihenfolge der Handgriffe, die wir beim Umbau von "hoch" nach "runter" durchführen müssen.

Der Kurs war sein Geld definitiv wert gewesen! Das Wissen, all die kleinen und großen Dinge und das Selbstbewusstsein, das Vertrauen in die Technik und das Vertrauen in mein Wissen - ich weiß, was ich tue, wenn ich mit den technischen Hilfsmitteln Bäume und ähnliches erklimme.... Das war es definitiv wert gewesen!

Velo Challange - mein erstes (Jedermann-) Rennen

Geschrieben von Nina • Sonntag, 27. Juni 2010 • Kategorie: sportliches
Nina Velo
Heute war die Velo Challange, das erste Jedermannrennen in Hannover. Führte genau über meine "Haus- und Hofstrecke" zweimal durch das Dörfchen (STADT!), in dem ich jetzt wohne und genau über meine klassische Trainingstrecke zwischen Hannover und dem Deister (ein kleiner Höhenzug). Es gab eine große (110 km) und eine kleine (60 km) Runde. Die große ging zweimal über den Deister, ich hab es vorgezogen meine erste Rennsituation besser auf der kleinen Runde zu bestreiten. Ich musste mir für das Rennen sogar noch ein neues Rad kaufen, mein altes hat einen Triathlonlenker, die sind für Rennen (außer Triathlons) nicht zugelassen. Aber ein neues Rad zu kaufen hatte ich sowieso früher oder später vorgehabt, da kam mir die Velo nur grade recht.

Der Start des Rennens war in der Stadt am Maschsee. Gestern waren dort schon viele Buden aufgebaut, Verkaufsstände für Räder, Kleidung und ein winziger AOK-Stand, wo jedem Interessierten einen Sattelüberzug mit dem AOK-Schriftzug geschenkt wurde - den aber niemand haben wollte. Das durschnittliche Publikum war ja nich so der Sattelüberzugbenutzer ;) .

Gestern konnten wir Fahrer schon unsere Startunterlagen abholen und bekamen einen roten Sack mit der Startnummer, dem Transponder für die Zeitmessung, einer Trinkflasche und ein bisschen Schnökerkram.

Der Start für die kleine Runde war heute morgen um 9 Uhr, bis 8:45 Uhr sollten alle Fahrer da sein. Ich war es etwa schon um 8:20 Uhr, und bereits die Anfahrt war recht spannend. An jeder Kreuzung stand Polizei für die in Kürze nötigen Sperrungen, überall waren Beschilderungen und die Straße am Maschsee war schon komplett für den Verkehr gesperrt, wodurch man auf der breiten Straße und über rote Ampeln fahren konnten. Der Polizist an der einen Kreuzung musste ziemlich grinsen, als ich meiner mich zum Rennen begleitenden Tochter sagte, daß sie jetz mal nich drauf achten sollte, was wir gleich tun werden, also bei Rot über die Ampel fahren und das auch noch, wenn da die Polizei neben steht *g*.

Vor dem Start der Velo Challange
Beim Start angekommen, stellte ich mich in die schon leicht gefüllte Masse Rennräder und Fahrer. Es war schon ein Bekannter mit seinem Arbeitskollegen da, und so warteten wir gemeinsam. Und warteten, und warteten und warteten. Es wurde langsam heißer. Die Reihen füllten sich. Lauter Rennräder, neue, alte, teure, nich so teure, ältere Stahlrenner aber auch relativ viele normale Räder, Trekkingräder, Mountain Bikes und sogar ein Mountain-Bike-Tandem standen da. Genauso gemischt war das Teilnehmerfeld, von jungen, schlanken, athletischen Fahrern in Team-Trikots über normalo-Rennradfahrern wie ich es bin bis hin zu relativ stark übergewichtigen und/oder recht alten Fahrern war alles dabei. Frauen auch, wie viele kann ich schwer schätzen, wir waren stark unterrepräsentiert, aber es gab schon einige Frauen in dem Bereich, den ich einsehen konnte.

Start Velo Challange
Dann war es endlich 9 Uhr, seit 10 Minuten schielte ich schon zu den Dixi-Klos rüber, die ich vielleicht doch vorher noch mal hätte nutzen sollen. Ausserdem wurde es langsam unangenehm heiß. Countdown und Startschuß für den ersten Block, zwei Minuten später startete der zweite, also meiner. Es rollte alles langsam los (die Zeitaufnahme startete dank der Technik beim Durchfahren des Start-Ziel-Bogens) und ein hunderfaches "Klicken" ertönte, als alle (fast alle) ihre Schuhe in ihre Pedale einklickten. Meine größte Sorge, ein Massensturz am Massenstart, hat sich zum Glück nicht bewahrheitet, zumindest in dem Bereich, den ich sehen konnte. Die ersten vier Kilometer ging es mehr oder minder geradeaus, eine Verkehrsinsel mit einem wild winkenden und pfeiffenden Ordner war die erste Schikane, die wir alle sicher umfahren konnten. Das Tempo erhöhte sich langsam, dann die erste, richtige Kurve, 90 Grad mit anschließender Brücke und 500 Meter extrem schlechte Wegstrecke. Das Fahrerfeld war noch sehr eng, Schlaglöchern ausweichen war nicht möglich, also grade drüber mit 30 km/h. Mein armes Rad!

Die nächsten Kilometer zog sich das Feld immer weiter auseinander und ich habe gefühlte tausend Radfahrer überholt. Ein geiles Gefühl! Die meisten schnelleren Fahrer waren wohl entweder gleich vorne gestartet (vermutlich waren die Startblöcke nach der Selbsteinschätzung der Fahrer geteilt, ich also in dem langsameren) oder sind die große Runde gefahren. Oft überholt wurde ich in der Anfangsphase nicht.

Die Strecke selber kannte ich ja sehr gut, bin sie in der letzten Woche noch zwei Mal abgefahren, hab mir alle Schlaglöcher und Hindernisse eingeprägt, das war aber meist gar nicht nötig gewesen. Die Fahrenden gaben die gewohnten Handzeichen, niemand fuhr aggressiv oder rücksichtslos, es ging alles sehr gesittet zu. Und das Fahren hat einfach unglaublich viel Spaß gemacht. Bei strahlendem Sonnenschein, leichtem Wind, an den Straßenrändern überall Zuschauer, die einen anfeuerten, riefen, pfiffen, winkten. Man fühlte sich fast wie bei einem "richtigen Radrennen". :D

Der coolste Zuschauer fuhr draußen auf dem Gehweg auf seinem Rollentrainer und feuerte uns "entgegenkommende" an *g*

Zwei Autofahrer sind auf meinen 60 km ins Fahrerfeld gekommen, das ist wohl unvermeidlich, auch wenn wirklich jede kleinste Seitenstraße an der Rennstrecke abgesperrt war. Vor parkende Autos, die mit ihren Besitzern dann einfach mal losfahren, ist man aber trotzdem nicht geschütz, und so hatte ich zwei nicht sehr witzige Streckenabschnitte mit dazwischenfahrende Autos. Es dauerte bei beiden Fahrern ein bisschen, bis diese begriffen, daß nicht WIR ihre Straße belegen, sondern SIE unsere Rennstrecke. Der erste hielt dann irgendwann links in einem Ort, nachdem ein Ordner ihn angeschrien hat. Grade an der Stelle parke aber rechts auch ein Auto, so daß sich das Fahrerfeld, hier noch relativ kompakt, dazwischen durch drängeln musste. Der zweite Fahrer, fast am Schluß, fuhr etwa einen Kilometer zwischen uns, hatte wohl schon verstanden, daß er da besser mal weg fährt, hatte nur keine Chance gehabt, sich und sein Auto zu entfernen und so hatte ich das unwahrscheinliche Pech, genau hinter der Blechkiste durch einen Kreisel zu müssen. Eh eine der haarigeren Momente, dann noch das bremsende Auto vorne vor... Nach dem Kreisel "parkte" es besser mal in einer Bushaltestelle...

Ich hab lange Zeit Windschattenspringen gemacht und mich so immer weiter nach vorne vorgearbeitet (wo nun ganz vorne war, konnte ich die ganzen 60 km nicht sehen, es waren immernoch jede Menge Fahrer vor mir). Grüppchen für Grüppchen arbeitete ich mich weiter. Mal fuhr ich vorne, zog ein paar hinter mir mit, manchmal liess ich mich in diese Gruppe zurückfallen, um irgendwann doch wieder durchzustarten und vorbei zu ziehen. Ab etwa Kilometer 20 begegnete ich einer Frau in einem blauen Trikot, die den Rest der Tour mal vor, mal hinter mir war. Ebenso zwei Spanier, die sich beim Fahren miteinander unterhielten (wenn man beim Fahren noch lustige Liedchen pfeiffen kann, ist man m.E. zu langsam unterwegs :D ). Ein paar Andere sah ich auch immer mal wieder, verlor sie, überholte sie wieder, ...

Am einzigen Hügelchen, dem Gehrdener Berg, gab es oben einen Verpflegungsposten. Halten und Picknick machen wollte ich heute aber mal nich ;), hab dafür den angebotenen Becher mit... verwässertem Apfelsaft?... gern im Vorbeirollen entgegen genommen. Allerdings stellte ich danach fest, daß trinken grad gar nicht möglich war, das Hügelchen war schon ein bisschen anstrengend gewesen, ich war etwas am keuchen und ohne Atemluft geht trinken nun mal (bei dem Babyalter entwachsenen) Menschen nicht. Es ging nun wieder bergab, anderthalbhändig mit dem Becher in der einen Hand, diese auf dem Lenker. Die Abfahrt recht rasant, dazu ein paar geschwindigkeitsbeschränkende Bodenschwellen, Schlaglöcher und mein ergattertes Getränk befand sich weitestgehend auf meiner Hose. Gut, es war sehr warm, ein wenig Abkühlung war auch ganz nett.

Unten angekommen hatte sich Puls und Muskeln wieder beruhigt und ich noch immer mehr als genug Kraft für die letzten 20 km. Einige Zeit fuhr ich erst allein, dann vorne vor einer grösseren Gruppe und gegen den (leichten) Wind. Als das nicht mehr ging, ich mich in die Gruppe wieder einfädelte, war es mir eigentlich zu langsam. Uns so mehr freute ich mich, als uns von hinten, etwa 6 km vor dem Ziel, eine große und schnelle Gruppe überholte. Mindestens zwanzig-dreißig Fahrer surrten an uns vorbei (das Geräsuch von vielen Rennradreifen auf dem Asphalt ist unbeschreiblich cool!), ich fädelte mich dort mit ein und es ging sehr viel schneller Richtung Ziel. Die schlechte Wegstrecke vom Anfang war mit weniger Fahrern besser zu bewältigen und an der 90 Grad Kurve, etwa 4 km vor dem Ziel, war ich plötzlich wieder ganz vorne. Schulterzuckend gab ich Gas und die anderen fädelten sich hinter mir ein, bis etwa 1-2 km vor dem Ziel. Dann überholten mich etwa fünf aus der Gruppe wieder und ein paar hundert Meter vor dem orangen Zielbogen gab es dann den zwangsläufigen Endspurt. Ich stellte fest, daß ich noch immer Kraft habe, trat ebenso in die Pedale wie die um mich herum fahrenden Männer und *schwups*, schon war ich wahnsinnig breit grinsend im Ziel!

Breit grinsende Zieleinfahrt
Dieser Endspurt, die Zieleinfahrt war Adrenalin pur, war einfach nur - sorry - GEIL! Ich brauchte sehr lange, um das Grinsen wieder aus meinem Gesicht zu bekommen und dachte, nein denke (!) nur: DAS will ich bald nochmal!

An den Zelten der Organisation hingen kurze Zeit später schon die ersten Listen mit Zeiten und Platzierungen. Ich stellte verwundert aber auch stolz fest, daß ich die 35. der Frauen bin und die 14. der Frauen meiner Altersklasse 30-40 (!). Wie viele Frauen die 60er Runde gefahren sind, und die wievielte von allen ich denn bin, weiß ich noch nicht, die Ziellisten sind noch nicht online. Etwa 600 Fahrer waren es wohl auf der kleinen Runde, etwa 2000 insgesamt.

Ich brauchte 1h 47' für die 58 km, 32,52 km/h . Meine bisherige Bestleistung! Okok, ganz viel Windschatten und sonst optimale Bedingungen, aber trotzdem, eine für mich wirklich gute Leistung. Und ich bin noch nicht mal richtig fertig, hätte durchaus noch etwas mehr Kraft investieren können. Das nächste Mal! Wann ist das nächste Jedermannrennen??? ;)

Frühmorgendlicher Maximalpuls

Geschrieben von Nina • Mittwoch, 23. Juni 2010 • Kategorie: sportliches
Ich fahre eben mit meinem Rad zur Arbeit, auf der Schierholzstraße in Hannover, mit fröhlichen 30-32 km/h. Kommt von hinten ein Hupen angefahren. Nich mal kurz ein Frusthupen, dass kennt Frau ja schon, ein ca. 20 sekündiges Hupen. Mit dem Hupen überholt mich ein älterer Golf, am Steuer eine Frau (ich möchte meinen so 25-30 Jahre alt) , schreit in ihrem Blechkasten bei geschlossenen Fenstern zu mir rüber. Sogar ohne die leise Musik in meinem einen Kopfhörer hätte ich sie nich verstehen können, aber das war auch nicht nötig, den Inhalt solcher Beschimpfungen kenn ich ja schon. Meist spiel ich bloss "lächeln und winken" und fahre weiter. Hier war dies etwas schwierig, Madam setzte ihr Auto vor mich und bremste. Wenigstens keine Vollbremssung, wenigstens hatte ich ne Chance, auch zu bremsen, tat ich auch leicht und überholte sie. Warum sollte ich auch stehen bleiben??

Sie kurbelte ihr Fenster runter, ich brüllte sie nur im vorbeifahren an: "Hier IST nicht mal ein Radweg!!!". Das hat sie aber offensichtlich nicht einsehen wollen. An der Stelle gibt es einen relativ breiten Fußweg, der auch optisch einen abgetrennten Bereich hat, den man als unbedarfter Fahrradhasser sicher gern mal als Radweg bezeichnen würde - nur fehlt diesem Weg das blaue Schild mit dem weißen Hollandrad, was ihn zu einem benutzungspflichtigen Radweg macht!

Nein, ich möchte nicht mein Leben wegen Besserwisserei aufs Spiel setzen, ich fahre an dieser Stelle manchmal sogar über den Fußweg, der wie ein Radweg aussieht, aber das kommt immer drauf an, wie schnell ich grad unterwegs bin. Im 25 km/h Bummeltempo stört der schlechtere Fußweg nich, heute war ich schneller unterwegs und kam auch noch aus einer Richtung, das die Straße nich nur das strassenverkehrsrechtlich Richtige war, sondern auch das Logischere.

Wie auch immer, die Frau überholte mich wieder, offensichtlich wutentbrannt, und drängte mich beim Überholen nach rechts, fuhr also deutlich langsam an mir vorbei und kam mit ihrem Auto immer weiter nach rechts, da wo ich war, wo neben mir der Bordstein war, an dieser Stelle auch noch ein Geländer, was Fahrbahn von Fußweg trennt. Ich bremste, sie fuhr weg. Meine Pulsuhr piepte warnend, mein Puls war bei 190 angekommen.. Ich brüllte ihr noch hinterher, dass ich sie anzeige. Und eben dies halte ich auch weiterhin - sogar in Ermangelung von Zeugen - für richtig.

So ein Verhalten ist lebensgefährlich! Wer nicht in der Lage ist, seine Aggressionen unter Kontrolle zu halten und statt dessen seine gefühlte Übermacht wegen Rechthaberei an schwächeren Verkehrsteilnehmern auslässt (völlig unabhängig davon, dass ihre vermeintliche Rechthaberei auch noch falsch war - ich durfte völlig frei jeglichen Schuldgefühls auf der Straße fahren), dem gehört der Führerschein und das Auto weggenommen!!!

Und falls das nicht geht, weil eben Aussage gegen Aussage steht, dann möge sie wenigstens zukünftig solche Aktionen unterlassen!

Wo ist mein Baldrian?

Ein Neues!!!

Geschrieben von Nina • Samstag, 6. März 2010 • Kategorie: sportliches

Fast vier Jahre ist es her, daß ich mir mein kleines, schwarzes Triathlonrad gekauft und stolz vorgezeigt habe. Einige zehntausend Kilometer hab ich darauf abgestrampelt und ganz langsam wurde ich etwas unzufrieden, was die maroder werdende Technik angeht. Immerhin war das Rad schon gebraucht, hatte sogar zwei Vorbesitzer, bevor ich es kaufte. Es wurde langsam Zeit in etwas neues zu investieren. Ja - nick - ganz bestimmt wurde es das ;)

Und auch wenn es tatsächlich beinahe nötig war, in neue "Hardware" zu investieren (oder viel Geld und Zeit um das Triathlonrad wieder auf Vordermann zu bringen), hätte ich gleich noch einen guten (guten?) Grund vorzuweisen, warum ich mir ausgerechnet jetzt und überhaupt ein neues Rad kaufen muss: um damit an (Jedermann-) Rennen teilzunehmen! Mein altes Rad hat einen Triathlonlenker, diese sind bei Rennen (ausser den Triathlons) nicht erlaubt. Und da es dieses Jahr das erste Mal überhaupt in Hannover ein Jedermannrennen gibt, was auch noch auf meiner Haus- und Hof-Trainingsstrecke stattfindet, war ich ja beinahe fast schon gezwungen, mir ein neues Rad zu kaufen.

Oder sollte ich jetzt noch schreiben, daß ich mit dem Kauf doch nur die Konjunktur ankurbeln wollte? ;)

Helmträger

Geschrieben von Nina • Montag, 15. Juni 2009 • Kategorie: sportliches
Am Wochenende wollten wir mit den Rädern ins Schwimmbad und als wir alle vor der Tür uns in die Sättel schwingen wollten musste ich feststellen, daß ausser mir niemand einen Fahrradhelm aufhatte. Wenigstens meiner eigenen Brut gegenüber musste ich da dann doch mal laut werden, machen Helme ja im Falle eines Unfalls durchaus viel Sinn (ja, ich kenne die Gegenargumente! Die Diskussion erinnert mich ein wenig an die Gurtpflicht oder das Handyverbot beim Autofahren. Dessen Sinnhaftigkeit wird inzwischen nur noch selten angezweifelt). Natürlich find ich selbst einen Helm weder sonderlich hübsch noch wirklich praktisch. Aber sinnvoll! Und man gewöhnt sich wahrlich schnell dran. Ohne fühl ich mich schon lange ziemlich nackt auf dem Kopf. Also... zumindest sofern ich auf dem Rad sitze!

Passend dazu musste ich mich grad etwas aufregen über diese "Modekolumne" . Hallo? Was soll den der Helme-sind-hässlich-und-Mode-geht-immer-vor-allem-anderen-Grundton dieses Artikels? Ist die Autorin so doof? Fährt sie Motorrad auch nich mit Helm, weil der ja bekanntermassen blöd aussieht und ausserdem die Frisur kaputt macht? Geht die eigene Sicherheit nich vor der Optik? Sollte sich im allgemeinen Stadtbild nicht langsam der helmtragende Radfaherer soweit eingebürgert haben, daß man auf solche dummen Texte verzichten kann? Selbst wenn ihr Kopf gerne auf dem nächsten Bordstein zermatscht werden kann, warum hackt sie auf anderen Leuten herum, die Helme tragen damit ihnen sowas nicht passiert? Und warum ist ein rosa Helm mit selbst aufgeklepten Sternchen (ieks) hübscher als ein ganz normaler? Braucht man etwa verschiedene Helme um sie der jeweiligen Kleidungsfarbe anzupassen?

Ich mein, von mir aus kann doch jeder fahren, wie er mag. Mit und ohne Helm, von mir aus auch mit einer dicken Strickmütze (hörte ich mal als Ausrede keinen Helm zu nutzen - dämpft aber ja auch den Aufprall) oder ganz ohne Haare. Das ist mir echt egal. Bei meinen eigenen Kindern natürlich nicht. Aber sonst. Aber grade darum find ich die "Modekolumne" dermaßen daneben. Man mache sich mit Helmen zum Gespött? Ja gehts noch??? ...

Wobei mir grad noch ein Rennradfahrer in den Sinn kommt, der allen Ernstes einen pferdeschwanztauglichen Fahrradhelm für seine Freundin suchte. Sie sträubte sich dermaßen gegen einen Helm, daß ihre Standardfrisur als Ausrede herhalten musste. Als ob man sich nich für die Fahrt die Haare weiter unten zusammenbinden könnte. Wobei ich natürlich nicht weiß, ob sie sich nur so gegen den Helm gesträubt hat, um nich mit ihrem Partner fahrradfahren zu müssen... ;)

Das erste Mal

Geschrieben von Nina • Samstag, 5. April 2008 • Kategorie: sportliches
Das erste Mal

Heute war ich in einem Fitness-Studio. Das erste Mal in meinem Leben. Zu Weihnachten hab ich bei einer hannoverschen Zeitung einen Gutschein für eine 10er Karte gewonnen und seit dem schiebe ich die Einlösung von diesem vor mir her... Gut, ich hatte ja auch gesundheitliche Gründe, wollte nicht mit einer Kniebandage verschandelt da hin um dann nur einen Teil der Geräte nutzen können. Vor allem sträubt sich in mir aber immer etwas, wenn es darum geht, Sport vor anderen / mit anderen zu machen. Zu wenig sportliches Selbstbewusstsein...?! Und der Gedanke in einem Fitness-Studio von lauter Leuten begafft zu werden, hat mir gar nicht gefallen. Andererseits hat es mich ja schon sehr gereizt, auch wenn ich vieles auch ohne ein teures Studio mache. Radfahren, laufen, rudern, Krafttraining mit Hanteln und Bändern, Gymnastik und wenn die Zeit es erlaubt (in letzer Zeit viel zu selten :( ) auch noch schwimmen. Alles meistens einmal die Woche, Radfahren beinahe jeden Tag... Und auch wenn ich offensichtlich keinesfalls ein irgendwie genetisch bevorzugter Sportler bin, von einem absoluten Schlaffi hab ich mich weit entfernt.

Und trotzdem, es kostete Überwindung, den Gutschein endlich mal einzulösen (meine Ausreden waren allerdings langsam auch mal alle). Alleine wollte ich (zumindest beim ersten Mal) auch gar nicht, meine Gutscheine kann ich aber auch anderen zur Verfügung stellen. Also nahm ich mir heut Verstärkung, meine frisch gekaufte "Fitness-Studio-Tasche" (*hrhr*) und den Gutschein um mich der Herausforderung zu stellen.

Es war auch gar nicht schlimm! Ganz im Gegenteil, es hat sehr viel Spaß gemacht. 30 Minuten aufwärmen am Crosstrainer, 60 Minuten Krafttraining an sehr vielen Geräten und 30 Minuten laufen zum Abschluß. Meine Arme tun jetzt, 1-2 Stunden danach, schon so weh, daß ich sie kaum aufrecht am Laptop halten kann ;).

Das Publikum war recht gemischt, von Kraftfreaks über "Tussen" bis zu ein paar älteren Damen und Herren. Beobachtet oder irgendwie gestört fühlte ich mich von niemandem. Und obwohl ich immer dachte, daß grade am Wochenende viele Leute ins Studio gehen, war es überhaupt nicht voll.

Sobald ich mich wieder bewegen kann, geh ich da wieder hin! Wobei ich bezweifele, daß ich allzuoft Gelegenheit haben werde. Arbeit und Familie belegen schon einen nicht unerheblichen Teil meiner Zeit...

Bilanz 2007

Geschrieben von Nina • Dienstag, 1. Januar 2008 • Kategorie: sportliches
10.459 km Rad, 572 km laufen, 69 km schwimmen und 6520 Minuten sonstige sportliche Aktivitäten

Gar nicht so übel, wie ich finde :)

Allerdings wird es schwierig, dies 2008 nochmal zu überbieten. Dafür hab ich kürzlich eine 10er-Karte für ein Fitness-Studio gewonnen. Mal schauen, ob ich mich so etwas zu grossen Leistungen motivieren kann, bislang war ich eigentlich davon überzeugt, daß ich sowas nicht brauche ("Heimtrainer", Rudergerät, Hanteln etc. hab ich Zuhause ja auch).

immernoch Trainingspause

Geschrieben von Nina • Mittwoch, 10. Oktober 2007 • Kategorie: sportliches
Heute ist Tag 11 der Trainingspause. Meine Muskeln haben sehr lange nicht glauben können das ich wirklich pausiere und taten in der erste Woche fast ohne an Intensität zu verlieren weh - so als hätte ich Sport gemacht. Weitestgehend in den Beinen, ein bisschen aber auch in den Armen und an anderen Körperstellen. Aber langsam lässt dieses Gefühl (ich würde ja Schmerz schreiben, aber so intensiv ist es nun auch wieder nicht) nach. Kleinere Belastungen wie die Arbeitsfahrten im Schneckentempo oder das Streichen am letzten Wochenende wirkten bislang noch körperlich stärker nach als sie das nach meinem Empfinden tun sollten. Wirklich "erholt" fühle ich mich eigentlich auch noch nicht, wobei ich nicht genau weiß, wohin mich diese Pause führen soll, wie sich das anfühlt, wenn der Körper sich ausreichend regeneriert hat.

Dafür fehlt mir inzwischen das Radfahren! Heute Morgen musste ich mich schon ein wenig zusammenreissen, um nicht schneller zur Arbeit zu fahren. Das wurde nicht grad besser, als ich auch noch von so einem ganz normalen Stadtradbenutzer überholt wurde ;)

Samstag wären 2 Wochen Pause rum. Halte ich so lange noch durch? Halte ich noch länger durch? Schaff ich es überhaupt noch bis dahin? Ich weiß es nicht... Freitag hab ich frei und überdenke einen Sporttag. Oder wengistens schwimmen gehen? Samstag/Sonntag sind die Kinder weg, renoviert hab ich jetzt, was mach ich denn sonst bloss mit meiner Zeit? ;)

Okay, ich könnte einfach das tun, was ich schon eine ganze Weile mache. Seit das Studium rum ist und ich nicht mehr das ständige schlechte Gewissen Namens "Du musst aber noch lernen!!!" im Nacken sitzen habe: Ich verschwende meine kostbare Zeit an Computerspielen... Baphomets Fluch 3 (amüsant aber ohne Komplettlösung wäre es mir an der einen und anderen Stelle zu nervig gewesen), Thief 3 und Splinter Cell (beides nett aber dieses ständige Rumschleichen nervte mich in beiden Spielen nach einer Weile), Cultures (Aufbaustrategie mit niedlichen Wuselmännchen, kommt an das Nivau von Anno oder Siedler keineswegs heran, macht aber trotzdem furchtbar viel Spaß und ich bin einfach nicht in der Lage, dieses Spiel wieder auszumachen! Furchtbar! ;) ), Heros of Might & Magic 3 (älteres, langwieriges, rundenbasiertes Spiel mit einer für heutige Verhältnisse unglaublich schlechten Grafik - was aber dennoch sehr viel Spaß macht und noch mehr Zeit raubt) und nun auch noch Black & White, was seit Jahren darauf wartet, daß ich mal die Zeit finde, es zu spielen. Die habe ich nun und es gefällt mir gut, hier Gott zu spielen. Die Steuerung ist etwas ungewöhnlich, ein bisschen innovativ und ein bisschen nervig. Manches gefällt, das Wunder über bestimmte Mausbewegungen erzeugen zum Beispiel (man "schreibt" mit der Maus einfach bestimmte Zeichen für bestimmte Wunder) oder das Loslassen eines Gegenstandes/Wunders, in dem man mit der Maus "schüttelt". Die Bewegung über das Land in dem man mit der Hand Gottes sich darüber hinwegzieht ist meiner Meinung nach eher nicht so toll gelungen. Der Tempel mit seinen dreidimensionalen Speicherplätzen gefällt, weil's einfach mal was anderes ist, das andauernde "Füttern" der Gläubigen ist dafür einfach nur nervig. Genauso wie das ständige "Death"-Geflüster, wenn ein Bürger stirbt. Und das tun sie andauernd, meist einfach aus Altersschwäche...

Mir fällt auf, daß all die von mir genannten Spiele alt bis ganz alt sind... Was wohl beweist, daß ich mich in den letzten Jahren wenig für diese Art des Zeitvertreibs interessiert hab. Oder das ich alt geworden bin ;)

Trainingspause!!!

Geschrieben von Nina • Donnerstag, 4. Oktober 2007 • Kategorie: sportliches
Trainingspause!!!

Bislang hab ich mir sowas wie eine mehrwöchige Herbst-/Winterpause ja immer verkniffen, aber in diesem Jahr brauch ich offensichtlich eine längere Ruhephase. Von einigen krankheitsbedingten kürzeren Aussetzern hab ich selten mehr als 1 oder 2 Tage am Stück keinen Sport gemacht. Und das seit Sommer letzten Jahres, da hab ich mal fast 2 Wochen urlaubsbedingt pausiert. Aber sonst habe ich nur versucht, alle 2-3 Tage mal einen Ruhetag einzuschieben um meinem Körper die Möglichkeit zur Regeneration zu geben. In letzter Zeit habe ich mehr Pausen gebraucht, immer öfter mal einen zusätzlichen und ungeplanten Ruhetag gemacht, weil ich einfach keine Motivation hatte, mich zu irgendwas aufzuraffen. Ich hab grad irgendwie keine Kraft mehr. Und im Moment nicht mal wirklich Lust. Normalerweise macht mir der Gedanke an eine mehrwöchige Pause eher angst, inzwischen gefällt er mir sogar. Zwei Wochen schaff ich das. Die meisten "Experten" sprechen eher von vier Wochen Winterpause. Aber ich muss es ja nich gleich übertreiben ;)

Zwei Wochen nur Rekom-Radfahren (also langsam und kurz - nur die Arbeitsstrecken), bisschen Gymnastik und nicht viel mehr... und danach gibts erstmal eine ganze Weile nur Ausdauertraining (lang aber wenig intenisv). Radfahrend und laufend, bis dahin hab ich dann wohl auch meine Sporteinlagen. Nach mehreren Jahren der festen Vorsätze habe ich mir endlich ein Rezept dafür geholt und hoffe mit diesen auch längere Strecken ohne Knieprobleme laufen zu können.

Übrigens bin ich in diesem Jahr schon etwas über 8000 km radgefahren und fast 500 km gelaufen. Durchschnittliche Wochenleistung 14 Stunden Sport, ca. 210 km Rad, ca. 12 km laufen, Rest Schwimmen/Rudern/Alternatives.

Heute, am Tag 5 der Trainingspause tun mir meine Bein- und Armmuskeln noch immer ein wenig weh. So als hätte ich Sport gemacht. Dafür haben sich meine Knie, die in letzter Zeit mal wieder etwas stärker und häufiger kleinere Probleme gemacht haben, fast völlig erholt. Noch fehlt mir der Sport auch nicht sonderlich, ich kompensiere den Mangel mit Arbeit und Computerspielen (seit mein Studium vorbei ist, habe ich keine gute Ausrede mehr, um mich von süchtig machenden Spielen fernzuhalten ;) ). Allerdings fühle ich mich irgendwie fett... Und sogar meine Tochter meinte, daß ich in der Pause jetzt sicher etwas "pfündiger" werden würde. NEIN! WEHE!

Motivation

Geschrieben von Nina • Samstag, 8. September 2007 • Kategorie: sportliches
Ich bin grade einen Rekord auf meinem Rollentrainer gefahren :)

Und das sogar obwohl ich heut Morgen müde und völlig schlapp aufstand, meine Muskeln von gestern am ganzen Körper murrten (gestern hatte ich ne hübsche aber nur bedingt anstrengende Mischung aus Rudergerät, Ausdauer auf der Rolle, Gymnastik) und Motivation für Sport gar nicht vorhanden war.

Aber dann... dann war da ein Radrennen, direkt vor meiner Haustür (aus dem Küchenfenster konnte man auf die etwa 200 Meter entfernte Rennstrecke gucken). Ein halbes Stündchen hab' ich denen auch von nahem zugesehen (und sie auf der regenassen Straße mehrfach stürzen sehen - autsch! ).

Danach war ich dann motiviert genug für eine kleine Krafteinheit... ;)

RTF "Sieben Berge"

Geschrieben von Nina • Sonntag, 26. August 2007 • Kategorie: sportliches
Endlich mal wieder ne RTF, warum fahr ich so selten? Es war einfach nur... GEIL!!! *g*

Ich bin die grössere Runde mit ausgeschriebenen 115 km gefahren (wobei ich die Entscheidung über die Länge der Tour erst fast direkt am dem Schild traf, bei dem sich die Routen teilten *g*). Hab gestern extra einen (lange aufgeschobenen) Ruhetag eingelegt und fühlte mich, als ich endlich unterwegs war, ziemlich fit. Darum bin ich dann auch mit dem Rad und nicht mit dem Auto zum Startpunkt gefahren, also noch weitere 31 Kilometer.

Ich bin noch nie so gefahren wie heute! So lange so intensiv, alleine 2,5 Stunden im Kraftausdauerbereich, 1,5 GA2 . Der Schnitt war mit 26,5 km/h gar nicht so berauschend, allerdings war es relativ windig und hügelig. 650 Höhenmeter sind zwar keine Bergtour, aber das ständige auf und ab raubt durchaus Kraft, macht allerdings bei den schöneren Abfahrten auch verdammt Spaß! :)

Ich habe nicht gedacht, daß ich so lange Kraftausdauer fahren kann. Gefehlt hat mir dazu wohl nur die Motivation, die ich hier und heute hatte. Einfach ausgelöst durch das Wissen, wie lang die Strecke ist, daß ich mir keine Gedanken um die Routenplanung machen muss (ausser natürlich, daß ich die Schilder nicht übersehen darf ;) ) und durch die vielen anderen, die genau wie ich sich quälen und gar nicht alle schneller sind.

Überhaupt bin ich überraschend selten überholt worden. Offenbar war ich aber vom Hauptfeld weit entfernt, obwohl ich bereits um viertel vor Neun, also eine Viertelstunde vor dem offiziellen Start, vor Ort war und kurz nach neun Uhr auch gestartet bin, waren die meisten wohl schon weg (so auch die Meinung im Rennradforum). Doof... ebenso wie die lange und langsame Schlange beim Anmelden... Bedeutet wohl, ich muss noch früher bei der nächsten RTF sein... Noch früher... Als ob die nicht eh schon so früh beginnen...

Aber fahren werde ich bestimmt bald wieder! Es war einfach zu schön! Ich habe unterwegs, ganz entgegen zu meinen sonstigen Touren, kaum einen Gedanken ans Aufgeben oder dem "Nicht-Schaffen-können" verschwendet, meine Kraft hat gut ausgereicht. So gut, daß ich ganz am Ende nochmal ordentlich Gas geben und meinen Schnitt um 0,5 km/h erhöhen konnte - als der Wind endlich mal von hinten bliess und das stark hügelige hinter mir lag.

Ich bin meist alleine gefahren, also nur selten und wenn nur kurz im Windschatten anderer. Ich wollte einfach mein Tempo fahren, nicht warten wegen anderen und mich auch nicht hetzen wegen anderen (und Angst bekommen, so nicht durchfahren zu können). Beim Überholen hab ich weiterhin eine Schwäche, bleib lieber dahinter aus Angst, nach dem Überholen das Tempo nicht halten zu können. Meistens nur Blödsinn und mangelndes Selbstbewusstsein...

Eigentlich hab ich immer gedacht, wenn ich eh alleine fahre, brauche ich keine RTF. Aber dennoch war der Motivationsschub heute immens. Psychisch bringt das für mich wohl wirklich viel!

Und psychisch war ich nach der Fahrt total aufgekratz *g*. Und stolz bin ich. Auf mich und meine Leistung. Kaputt bin ich allerdings auch. Nicht völlig am Ende aber kaputt. Und hungrig. Obwohl ich schon 3 Pfannkuchen und einen Teller Nudeln hatte...

Während der Tour waren die Verpflegungsposten sowie die kurzen Pausen übrigens auch sehr hilfreich. Noch ein Punkt für RTFs. Und ich bin endlich mal wieder ausserhalb meiner üblichen Routen gefahren, und habe mich weit, weit von diesen entfernt. :)

Wann ist die nächste RTF? ;)

Hey Hund

Geschrieben von Nina • Freitag, 13. Juli 2007 • Kategorie: sportliches
Hunde sind ja die natürlichen Feinde des Radfahrers. Zumindest manche. Wobei ich den armen Hunden hier unrecht tue, eigentlich sind es ja eher die Besitzer. Manche zumindest... Ich bin immer froh wenn ich sehe, daß ein Hundebesitzer mich gesehen hat und seinen Hund zu sich ruft, kürzer an die Leine nimmt oder am Halsband festhält. Vors Rad sind mir schon einige Hunde gelaufen, passiert ist bislang zum Glück noch nie etwas. Meistens reicht es ja auch, wenn der Hund mich sieht und mir dann nicht aus Versehen vors Rad rennt. Weswegen ich meistens, wenn mir ein unangeleinter und unachtsamer Hund begegnet, diesem etwas zurufe. Dann erschreckt er weder mich noch sich, rennt mir nicht vors Rad und beißt mir auch nicht in die Waden.

Der Hund gestern reagiert völlig anders, wenn auch eigentlich relativ argerecht und somit gar nicht so überraschend. Er trottete, einige Meter vor mir, aus einem Seitenweg auf den breiten Radweg, mitten in der Eilenriede - dem hannoverschen Stadtwad. Seine Besitzer waren ein gutes Stück hinter ihm und ich rief "Hey Hund". "Hund" schaute hoch, freute sich sichtlich und raste los. An mir vorbei und halb schräg vor meinem Vorderrad. Sich immer wieder zu mir umschauend. Ich bin mir eigentlich schon ziemlich sicher, daß dieses Exemplar wirklich nur spielen wollte, war mir aber nicht sicher, ob er mir deswegen nicht trotzdem zwischen die Speichen gerät. Einige hundert Meter später hat er das Rennen aber aufgegeben. Da er noch nicht erschöpft wirkte denke ich mal, seine Menschen haben ihn gerufen.

Egal, das Rennen hab ich somit aber trotzdem gewonnen ;)

Und brauche wohl eine andere Hundetaktik im Wald...

Bei der Gelegenheit auch gleich eine gegen radwegverstopfende, halbtaube Menschen. Meine Klingel ist wirklich keineswegs leise, für manche aber offenbar noch immer unhörbar. Vielleicht brauche ich doch noch sone Tröte, wie sie in Fußballstadien benutzt wird. Im besten Fall springen die zweibeinigen Verstopfungen dann vor Schreck direkt vom Radweg in den Matsch daneben *hehe*.

Helden der Landstraße

Geschrieben von Nina • Montag, 16. April 2007 • Kategorie: sportliches
Manche Dinge werde ich nie verstehen. Warum Männer so gerne überholen zum Beispiel. Also ich verstehe es schon (der schnellste sein, andere besiegen, ...) , ich kann es nur für mich nicht nachvollziehen. Ich mein... es mutet schon sehr komisch an, wenn 3 Rennradfahrer sich die Mühe geben, auf einem etwa 2 KM langen Stück Landstraße die geschätzt 200-300 Meter Abstand zwischen mir (vorneweg fahrend mit ca. 27-28 km/h, Gegenwind) und sich einzuholen um mich zu überholen (was ja ihr gutes Recht ist, wenn sie schneller sind - zumal sie auch noch sooo freundlich gegrüsst haben), nur um dann direkt danach, abgebogen auf einen kleineren Feldweg, nur noch mit 25-27 km/h (hier jetzt ohne Gegenwind) vor mir her zu schleichen. Ich bin kein Überholer, ich hab langsam aufgeschlossen. Ich mag nicht überholen, schon gar nicht, wenn ich denke, daß die anderen gleich wieder Gas geben und ich ihnen dann wieder im Weg bin, sie mich schon wieder überholen müssen. Aber die drei hatten es plötzlich gar nicht mehr eilig, ich bin an ihnen vorbei und hatte an der Ampel im nächsten Ort laaaange warten müssen, bis sie von hinten wieder angeschlichen kamen. Aber am Ortsausgang wieder das gleiche Spiel, sie mussten unbedingt nochmal Gas geben. Inzwischen aber nur noch zwei der drei Rennradler, der dritte blieb zurück. Worauf die beiden "Sprinter" im nächsten Dorf auf ihn warten mussten und ich gar nicht anders konnte als wieder an ihnen vorbeizuziehen.

Ein paar Kilometer weiter bog ich ab auf eine lange, breite und von Autos nahezu gar nicht befahrene Seitenstraße, von hier wären es noch maximal zwei Minuten, bis ich Zuhause wäre - zu wenig für das gesteckte Ziel von 60 Minuten, also hab ich am Ende der Straße gedreht und bin wieder zurück. Und wer kam mir da nach einigen hundert Metern wieder entgegen? Na? Die 3 Überholer...

Muskelkater!

Geschrieben von Nina • Donnerstag, 4. Januar 2007 • Kategorie: sportliches
Mir tun die Beine weh! An ganz vielen unterschiedlichen Stellen *g*. Und die Arme auch. Und eigentlich überall son bisschen! Ich glaube, Mitschuld an den ungewohnten Muskeln, die sich hier laut beschweren, dürften die Fitnessbänder sein, die es da neulich ganz billig bei Penny gab. Sieht alles etwas lächerlich aus (aber welche Gynmastik oder Kraftsportübung tut das nicht? ), wirkt aber offenbar trotzdem.

Und ich glaub, mein gesteigertes Training bringt dann doch was :). Teilweise zweifel' ich ja daran, grad auch, wenn der Zeiger der Waage sich so gar nicht bewegen will oder ich trotz relativ häufiger Belastung nicht besser, schneller zu werden scheine.

Aber hey, an Tagen wie heute, wo es so angenehm bei jeder Bewegung zwickt, weiß ich wieder, warum ich das tue und das es was bringt! Und grad auch in der momentanen Intensität. Wer weiß, wie lang ich das machen kann. Wann das Studium rum ist, ist ja schon klar, Mitte des Jahres hab ich wieder einen Arbeitstag mehr (muss dafür nicht mehr ständig ans Lernen denken...). Und ich hoffe ja weiterhin wieder auf einen längeren Vertrag. Auch wenn sich das finanziell zum Mehraufwand eher weniger lohnt. 19 % krieg ich netto weniger, bei 33% weniger Arbeit. Doofe Rechnung!

So lange es geht, werde ich weiter so viel extrem sporten wie jetzt. Aber ohne mir selbst Druck zu machen! Das tu ich offenbar manchmal tatsächlich... Und weiter mit bewußten Ruhetagen! So wie heute. Ach, ups, ist ja ein Arbeitstag. Naja, ist ja irgendwie fast das gleiche... ;) Nach 4 Stunden auf der Arbeit hatte ich, an meinem ersten Tag in diesem Jahr, auch schon genug. Lieber nach Haus und die Ruhe geniessen. Morgen kommen die Kids wieder, dann isses mit der Ruhe vorbei. Zum Glück sind die Ferien das dann auch...

Eine Trainingspause liegt noch vor mir. 4 Wochen etwa, nur ein bisschen Rekom (also mit sehr geringer Belastung) radeln, bisschen Gymnastik, vielleicht ein bisschen laufen, schwimmen... Ich hab die Pause geschickt zwischen die beiden Klausuren gebastelt, dann hab ich fürs Lernen für die zweite Klausur etwas mehr Luft. Und danach auch noch ein wenig. Ich wollte und muss dringend renovieren!

Oder doch umziehen? Hier lande ich immer, wenn ich ans drängende renovieren denke... Wir brauchen ein Schlafzimmer!!! Momentan haben die Kiddies je eins (ein Zustand, den ich so eigentlich gerne belassen würde) und wir schlafen und leben im - grossen - Wohnzimmer. Mit einem Hochbett dort drin und vielen Computern drum herum. Aber umziehen will ich doch eigentlich gar nicht. Bin ein Gewohnheitsmensch und ausserdem gefällts mir hier. Bis auf so manches eben... Das fehlende Zimmer, das manchmal ätzende Haus bzw. die ätzenden Nachbarinnen, die "Jugendgangs" vor der Tür... Obs anderswo besser ist? Heut glaub ich daran wohl weniger als früher...
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