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Geocaching Mysteries lösen - Kapitel 5 - Bilderanalyse - Teil 1: Einleitung und optisches Verstecken

Geschrieben von Nina • Sonntag, 13. Januar 2013 • Kategorie: Mysteries lösen
Geocaching Mysteries lösen

5.1 Bilderanalyse - Teil 1: Einleitung und optisches

In Bildern lassen sich auf erschreckend viele Arten Informationen verbergen. Und auch die Bilder selber sind gar nicht immer auf Anhieb zu finden. Ein komplett weißes Hintergrundbild zum Beispiel muss man erst mal aktiv suchen, um es als vom Mystery-Ersteller integriertes Bild wahrzunehmen.

Befinden sich Bilder im Listing, sollte man immer - am sichersten per Quelltext * nachschauen, ob nicht noch weitere Bilder hinter diesem sichtbaren verlinkt worden sind. Man kann einen Link hinter ein Bild legen oder ein weiteres Bild. Gern auch das gleiche Bild in größerer Auflösung. Möglicherweise soll das größere Bild aber auch nur den Anschein wecken, genau gleich zu sein und enthält in Wirklichkeit den gesuchten Hinweis?

Etwas nervig sind die Bilder, bei denen nur ein winziger Bildpunkt mit einem Link versehen ist, was den Rätselnden dazu bringt, Ewigkeiten mit der Maus hin und her zu fahren, bis er diesen gefunden hat. Schneller erledigt man die Suche auch hier über den Quelltext. Hierzu beispielsweise mit dem Firefox den Bereich mit dem Bild markieren, mit der rechten Maustaste auf das Listing klicken, View Selection Source / Quelltext anzeigen klicken und nun den blau hervorgehobenen Bereich untersuchen. Ein Bild beginnt im HTML-Code mit < img src = " dargestellt, Links mit href = ".

Folgen dem Bild Eintragungen wie: < area shape = " rect" coords="0,0,603,105 " href = " befinden sich diese Verweis-sensitive Grafiken (Image Maps) hinter dem Bild. Die Links kann man nun über das Quelltextfenster direkt öffnen oder kopieren.

Liegen die verlinkten Bilder auf einem anderen Webspace, sind also nicht bei Geocaching.com hochgeladen, sind sie gleich ein Stückchen verdächtiger. Wo die Bilder im Internet liegen sieht man zum Beispiel im Firefox, in dem man mit der rechten Maustaste auf das Bild klickt und "view Image" oder "Bild anzeigen" wählt. Der Pfad, in dem das Bild zu finden ist, steht nun oben in der Adresszeile. Alternativ lässt sich diese Information auch über Eigenschaften (auch in anderen Browsern, sogar im Internet Explorer 10) anzeigen.

Wenn man Bilder bei geocaching.com oder Bilderhostern wie z.B. Imagehack hoch lädt, kann man den Dateinamen nicht beeinflussen. Anders bei eigenem Webspace. Findet man gar keinen Einstieg in das Rätsel, könnte hier dann auch der Bildername von Bedeutung sein. Rot13? Hex? Base64? Irgendwas, was man mit google entzaubern kann?

Liegt das Bild auf einem privaten Webspace, wäre es auch möglich, dass sich das im Listing verlinkte Bild zu bestimmten Uhrzeiten verändert, dann also ein ganz anderes zu finden ist. Gibt es im Listing oder im Bild einen Hinweis darauf, dann sollte man zur passenden Uhrzeit mal die ganze Seite neu laden. Dies am Sichersten, in dem man den in den Webbrowsern normalerweise verwendete Cache (gemeint ist hier der Zwischenspeicher vom Browser, keine Dosensuche ;) ) umgeht, sonst würde ein verändertes Bild gar nicht neu geladen werden. Drückt man (bei allen typischen Windowsbrowsern) die Taste Strg und F5 wird der Cache umgangen, die gesamte Seite neu geladen und ein eventuell verändertes Bild auch angezeigt.

Optisches Versteckspiel

Die einfachste Art, in einem Bild weitere Informationen zu verstecken, ist es, diese deutlich sichtbar einfach drauf zu schreiben. Hat dieses Bild eine sehr große Auflösung und wird daher auf dem Bildschirm stark verkleinert dargestellt, kann derartige Beschriftung - je nach Untergrund - fast unsichtbar sein. Sehr große Bilder sollten daher immer ganz besonders unter die - wortwörtliche - Lupe genommen werden, also in einem Bildbetrachter geöffnet und vergrößert angeschaut werden. Mein Lieblingsbildbetrachter ist seit einer digitalen Ewigkeit die Freeware IrfanView. Ebenfalls aus meiner kleinen Weltsicht empfehlenswert ist xnview. Von diesen beiden abgesehen gibt es aber eine Hülle und Fülle an weiteren, nützlichen Tools, die als Bildbetrachter gute Dienste leisten.

Eine durchaus klassische, optische Methode, Informationen in Bildern zu verbergen, die schon lange vor Geocachingspielereien genutzt worden, ist, ist das Anbringen von kleinen Details in einem Bild, die sich, wenn man den Code kennt, entschlüsseln lassen. Ein Beispiel ist dieses Bild mit den Grashalmen am Bachlauf (wegen unklaren Besitzverhältnissen an den Rechten hab ich es nur verlinkt und nicht selbst im Blog dargestellt).

Die kurzen und langen Grashalme sind Morsecode und ergeben den Text:
"Compliments of CSPA MA to our chief Col. Harold R.Shaw on his visit to San Antonio May 11th 1945."

Einen Gruß an den damaligen Chef der US Zensurbehörde, die sich viel Mühe gegeben hat, die Post auf Auffälligkeiten zu untersuchen. Überliefert sind so nette Geschichten wie die, dass man bei einer Lieferung von Uhren alle Zeiger verstellt hat, da man fürchtete, in der voreingestellten Uhrzeit wäre einen Code verborgen. In einem anderen Brief fand man ein Strickmuster und lieferte diesen erst aus, nachdem eine Mitarbeiterin dieses nachstrickte und somit bewies, dass es wirklich einen Pullover ergibt. Niemand geringerer als Charles Dickens hat eben diese Verschlüsselungsform in einem seiner Romane, "Eine Geschichte aus zwei Städten" benutzt und damit vermutlich auch erfunden. Umgekehrt wurden im zweiten Weltkrieg von deutschen Agenten in England Pullover verschickt, die, beim Geheimdienst wieder aufgeribbelt, Fäden ergaben, in denen in bestimmten Abständen angebrachte Knoten einen Code enthielten.

Punktchiffres sind historisch belegt und wurden schon vor 400 Jahren benutzt. Hierbei wird ein Achsenkreuz benutzt, wobei eine Achse die Buchstaben und eine die Reihenfolge dieser Buchstaben im Text ist. Als Punkte können dann zum Beispiel Sterne wie in Blaise de Vigeneres Buch "Traicte des Chiffres, ou Secretes Manires d Escrire" oder Bienen wie in der französischen Zeitschrift Spirou benutzt und mit ausreichend Tarnung zu einem Bild verknüpft werden.

Man kann von den Geheimdienstmethoden der Zeit und die beiden Weltkriege und den kalten Krieg viel lernen, waren computerbezogene Verschlüsselungen ja noch unbekannt und mussten Informationen gut verborgen und verschlüsselt übertragen werden. So ist es geheimdiensttechnisch klassisch, bestimmte Buchstaben oder Wörter eines Textes unauffällig zu markieren. Mit einem fast unsichtbaren Punkt über bestimmten Zeichen oder einem verrutschten Schreibmaschinenbuchstaben, einer fast zufällig angebrachten Verschmierung auf dem Papier. Irgendwas, was Teile des Textes von anderen unterscheidet. Das Verstecken von Informationen in irgend gearteten Containern (zum Beispiel Bildern oder Texten) nennt man Steganographie. Eine Unterart davon, das Verstecken in Details dieser Texte und Bilder hat den schönen Namen Semagramm.

Hat man das Verschlüsselte gefunden, oder weißt das Bild sowieso sehr deutlich darauf hin, wo es die für die Koordinatenermittlung benötigten Informationen enthält, muss man diese ja "nur noch" entschlüsseln. Am Einfachsten, in dem man erst mal die bekanntesten Techniken und Codelisten dagegen hält. Wie viel unterschiedliche Codezeichen gibt es denn? Zwei? Dann vielleicht Dualzahlen, Morse, Braille, (siehe Binärcodes). Oder muss man etwas bestimmtes Recherchieren und hierbei benutzten? Dann ergibt das Listing, der Titel oder der Hint hoffentlich einen kleinen Stubser in die richtige Richtung.

Hat man nichts gefunden, kann man es ja mal mit dem folgenden Beitrag, der technischen Bilderanalyse versuchen

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Weiter mit Teil 2, technische Bilderverstecke

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11 Kommentare

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  1. Hallo Nina,

    ich bin auf deinen Block gestoßen und finde diesen echt super *Daumen hoch*. Man bekommt einen Überblick und Ansätze um Mysteri-Caches zu lösen. Ich bin noch Anfänger vorallem bei Mysteri. Ich sitze gerade an einem Cache und versuche diesen zu Lösen und habe auch schon verschiedene Dinge die Du beschreiben hast ausprobiert. Leider habe ich noch keinen passenen Ansatz gefunden. Hast Du vielleicht einen Tipp für mich? Ich habe den Link zum Cache unten angefügt und hoffe, dass das in Ordnung geht

    (edit: Link herauseditiert...)

    Für ein wenig Hilfe wäre ich sehr dankbar - Viele liebe Grüße
    Hatamoto-Skyks
  2. moinmoin,

    das Bild endet nicht, wie JPGs sollten, mit FF D9 im Hexcode. Somit ist es manipuliert, genauger geschrieben: es wurde etwas angehängt.

    Lies mal hier: http://justchaos.de/blog/archives/863-Kapitel-5-Bilderanalyse-Teil-2-Technische-Bilderverstecke.html

    Da steht schon, wie dieses Rätsel zu lösen ist. Sonst einfach nochmal fragen.
  3. Liebe Nina,

    sehr vielen Dank für deine schnelle Antwort. Ich werde mich mit deinem angegebenen Link und dem Bild noch etwas auseinandersetzen. Ich werde aber gerne auf dein Angebot zurückkommen (noch mal zu fragen) wenn ich nicht weiterkomme.

    Vielen lieben Dank *Du bist echt super* aus Bruckneudorf (Burgenland, Österreich)
    Hatamoto-Skyks
  4. Danke! :-)
  5. Hallo Nina,

    ich sitze schon länger an diesem Mystery und habe keine Idee, wie ich an die Koordinaten kommen soll.

    Hier der Link: http://www.geocaching.com/geocache/GC4150V_zum-wildpark

    Kannst du mir vielleicht helfen?

    Danke

    Anita
  6. Hallo Anita,

    was mir als erstes auffiel, waren die zwei verschiedenen Bilder. Also Zustände. Irgendwas binäres?
    http://www.justchaos.de/blog/exit.php?url_id=1512&entry_id=853

    Gruß - Nina
  7. Erst mal vielen Dank für diese tolle Sammlung, sie hat mich sogar der Musik etwas näher gebracht.
    Nun bin ich an einem Mystery, den ich plane im Urlaub zu suchen und vielleicht sogar zu finden ;-)
    Es handelt sich um diesen: http://coord.info/GC3Q1R9
    Ich habe bereits ein PDF gefunden und schlage mich nun damit rum. Zwar sehe ich verdächtige Punkte aber leider kann ich bisher nichts damit anfangen.
    Wie kann ich PDF-Dateien ein Geheimnis entlocken ist also meine Frage.
    Danke im Voraus,

    Adriana
  8. Hallo Nina!
    Auch wir sind noch Neulinge in Bezug auf Bilderrätsel und können mit folgenden Cache absolut nix anfangen.... :-(
    Nach einigen schlaflosen Nächten sind wir dem Aufgeben nahe.... :-(
    Das einzige was gegeben ist, ist ein Bild....http://www.geocaching.com/geocache/GC3D9ZC_raritat
    LG Yvonne ;-)
  9. Moin Yvonne,

    deine Frage hängt schon im richtigen meiner Blogbeiträge - es ist einer der jpeg-Klassiker. Schau mal mit einem Hex-Editor in die Datei. Die Endung passt nicht zu jpeg (ff d9 müsste es sein). Und wenn man sich den Cachetitel anschaut, ahnt man auch, was angehängt wurde...

    Wie oben beschrieben, kannst du alles nach ff d9 mit einem Hex-Editor abschneiden, in eine neue Datei packen und mit RAR(itäten)-Tool öffnen. Fehlt nur noch das Passwort, aber das ist auch ein "GC-Klassiker".

    LG - Nina
  10. Hallo Nina,
    auch wir wagen uns nun an Bilderrätsel ran, kommen aber nicht mehr weiter. Alle möglichen tipps schon probiert, Hex-Editor runtergeladen usw. ohne Erfolg.
    Kannst Du uns evtl. helfen:
    https://www.geocaching.com/seek/cache_details.aspx?wp=GC60J1A&title=send-me-a-postcard-from-la&guid=3de719cd-7c70-4468-ad64-8d065a454843

    oder zumindest einen Tipp geben, wie wir an das Rätsel ran können...
    Wäre super.
    LG Sabine
  11. Hallo,
    hier ist mal ein Link eines ganz ganz fiesen Caches. Also ich habe denke ich alle Seiten hier durch und die Möglichkeiten ausporbiert die alle hier auf der Seite aufgeführt sind. Ich werde in dem Cache der Gemeinschaft nicht reinspielen aber es wäre schon toll wenn jemand den Mystery lösen könnte. Laut dem Rest unserer Gruppe sei er unlösbar.
    Für ein paar Denkanstösse oder Ideen hierzu wäre ich sehr sehr dankbar.
    https://www.geocaching.com/seek/cache_details.aspx?wp=GC678NW&title=vorweihnachtszeit
    Bilderanalyse gemacht. Bildtransparenz verändert. Striche aus Bild extrahiert und versucht einen Code zu lesen. Farben der Striche analysiert. und noch jede Menge andere Dinge wurden hier schon versucht.
    Danke LG

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